Gemeinden hoffen auf Nachwuchs

Sternsinger gehen neue Wege: Gottesdienst unter freiem Himmel im Heckenborn

Gottesdienstbesucher im Heckenborn
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Jeder Gottesdienstbesucher im Heckenborn bekam einen Sehnsuchtsstern: Daniela Buck (links) vom Familien-Lithurgie-Team von St. Laurentius verteilt die kleinen Filzsterne – auch an die Sternsinger-Kinder

Mit Spendenbüchsen ausgestattet bereiten verschiedene Kindergruppen beim traditionellen Sternsingen zahlreichen Bewohnerinnen und Bewohner in Dreieich eine Freude.

Dreieich – Auf dem großen Spielplatz inmitten des Neubaugebiets Heckenborn sind am Sonntagmittag eine Sterndeuterin, eine Gelehrte und eine Königin unterwegs. Sie sind auf der Suche nach dem leuchtenden Stern, der nach Bethlehem führt. Die katholische Gemeinde St. Laurentius geht mit Gemeindereferentin Susanne Mohr und Daniela Buck und Cäcilia Hickl vom Familien-Lithurgie-Team zum Sternsingertag mit einem Familiengottesdienst unter freiem Himmel ganz neue Wege.

Das Angebot kommt gut an, rund 50 Leute – darunter viele Kinder – beten und singen zusammen und erleben auch eine Sternsingergruppe mit Ruben, Johanna, Jeske und Chiara, die den Jahressegen verteilen, in Aktion. Das Sternsingen der katholischen Kirchen ist die größte Solidaritätsaktion der Welt. Überall ziehen rund um den 6. Januar singende Kinder als Caspar, Melchior und Balthasar durch die Straßen. Auch die Sternsinger der katholischen Gemeinden in Dreieich sind unterwegs. Zehn Kinder von St. Laurentius besuchen 150 Familien in Sprendlingen und Buchschlag und 21 Kinder von St. Marien laufen 200 Adressen in Götzenhain, Dreieichenhain und Offenthal ab. „Es ist ein schönes Gefühl, etwas für die armen Kinder in der Welt tun zu können. Das Spendensammeln macht Spaß“, berichtet Ruben, eines der Sternsinger-Kinder.

„Wir sind einfach sehr froh, dass wir dieses Jahr überhaupt wieder mit den Kindern laufen können“, sagt Susanne Mohr, Gemeindereferentin von St. Laurentius, im zweiten Corona-Winter. Im vergangenen Jahr gab es für die Katholiken nur Post von den Sternsingern. Mit Stern und Sammelbüchse sind sie jetzt wieder singend unterwegs und Jungen und Mädchen halten an jedem Haus an, aber einige Familien ziehen es vor, nur einen Segensbrief im Briefkasten entgegenzunehmen. „Darin sind dann das Sternsinger Aktionsbild, ein QR-Code, unter dem man sich das diesjährige Lied anhören kann, der Segensaufkleber und ein Zettel mit dem Spendenkonto“, erläutert Christiane Schäfer, Gemeindesekretärin von St. Marien, die die Sternsinger dort betreut. Aber die sechs Gruppen aus Götzenhain, Dreieichenhain und Offenthal singen bei immerhin 90 Familien ihr Lied, mit Masken geschützt bleiben sie auch vor den Haustüren stehen.

Die Sternsinger verteilten ihre Segenswünsche. Ben (von links), Naja und Tia zogen am Samstag singend von Haus zu Haus durch den Schnee in Dreieichenhain.

Katholiken wünschen sich Nachwuchs für die nächste Sternsinger-Aktion in Dreieich

Für Karl-Heinz und Irene Stoll ist es ein Geschenk, dass Naja, Tia und Ben am Samstagmittag an ihrer Haustüre in Dreieichenhain klingeln: „Es ist einfach eine schöne Aktion, es verbindet uns in unserem christlichen Glauben, und auch unsere Kinder waren schon Sternsinger“, sagt Karl-Heinz Stoll, nachdem er die Spendenbüchse der Sternsinger füllt. Irene Stoll ergänzt: „Wir unterstützen die gute Sache gerne, außerdem ist es schön, das Haus gesegnet zu wissen.“

Wenn sich Susanne Mohr und Christiane Schäfer für die nächste Sternsinger-Aktion etwas wünschen dürfen, dann sind es ein paar mehr Kinder. „Wir waren jetzt mit einer Gruppe den kompletten Samstag unterwegs. Die Kinder haben Spaß dabei, aber es ist schon anstrengend“, sagt Mohr. Könnten die Organisatorinnen ein paar mehr Sternsinger auf die Familien verteilen, die sich den Segen wünschen, wäre es für die einzelnen Gruppen ein bisschen leichter, wünschen sich die Katholiken Nachwuchs. Die Sternsinger-Aktion steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Gesundheitsversorgung unter dem Motto „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“. Die Beispielländer der Aktion sind Ägypten, Ghana und der Südsudan. (Nicole Jost)

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