Mehrere Scheiben eingeworfen

Gemeinde fassungslos: Burgkirche Ziel von Vandalismus - Es ist nicht das erste Mal

Wir müssen darüber nachdenken, ob eine Kamera eine Option ist, obwohl ich ja eigentlich finde, dass Kirche und Überwachung nicht zusammenpassen. Pfarrer Markus Buss Pfarrer Markus Buss ist fassungslos über den Vandalismus an der Burgkirche. Unbekannte Täter haben mehrere Scheiben eingeworfen. Der Schaden liegt im hohen vierstelligen Bereich. 
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Wir müssen darüber nachdenken, ob eine Kamera eine Option ist, obwohl ich ja eigentlich finde, dass Kirche und Überwachung nicht zusammenpassen. Pfarrer Markus Buss Pfarrer Markus Buss ist fassungslos über den Vandalismus an der Burgkirche. Unbekannte Täter haben mehrere Scheiben eingeworfen. Der Schaden liegt im hohen vierstelligen Bereich.

Vandalismus an der Burgkirche in Dreieichenhain. Mehrere Scheiben wurden eingeschlagen. Jetzt denkt die Gemeinde über drastische Konsequenzen nach.

  • Die Burgkirche in Dreieich bei Offenbach wurde zum Ziel von Vandalismus
  • Scheiben wurde von den Vandalen eingeschlagen
  • Das historische Gebäude wurde schon öfters Ziel von Vandalismus

Dreieichenhain – Die Löcher in den Fenstern der Burgkirche in Dreieichenhain sind mit einer braunen Spezial-Klebefolie verschlossen. Insgesamt fünf zerborstene Stellen sind auf der Südseite des Kirchenschiffs in Richtung Palas zu sehen. Zwei zerbrochen Stellen gleich im zweiten Fenster vom Kircheneingang aus und drei weitere, deutlich höhere Einschläge weiter hinten in Richtung der Treppe zum Palas der Burgruine.

Pfarrer Markus Buss ist sauer und traurig zugleich: „Ich kann es gar nicht fassen, dass unsere Kirche Opfer von Vandalismus wird“, sagt er beim Anblick des Schadens, der inzwischen im hohen vierstelligen Eurobetrag liegt. Mit Steinen, vermutlich aus dem direkten Umfeld des Kirchgartens, haben Unbekannte die Scheiben eingeworfen. „Das erste Loch entstand in der Nacht zum 31. Januar. Das ist inzwischen schon von einer Glaserei repariert worden. Den Schaden in Höhe von fast 2 700 Euro hat unsere Versicherung übernommen“, ist Buss erleichtert.

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Doch er bleibt kein Einzelfall. Nachdem ein paar Wochen Ruhe herrscht, wird die Kirche vor drei Wochen erneut von Vandalen heimgesucht. Diesmal sind es zwei Löcher in besagtem vorderen Fenster und ein Loch im hinteren Fenster – vermutlich von der Treppe zum Palas aus geworfen. Der dritte Anschlag ereignet sich in der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche, als die vorherigen Schäden noch gar nicht repariert sind. Die Reparaturen für Schaden Nummer zwei wird etwas mehr als 2 400 Euro kosten, der dritte Schaden fast 1 600 Euro. Markus Buss befürchtet, dass die Versicherung die Kosten nicht mehr kommentarlos übernehmen wird.

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„Ich weiß, dass es hier an der Kirche einige Jahre vor unserer Zeit – wir sind jetzt seit 2014 hier in Dreieichenhain (Kreis Offenbach)– schon einmal Probleme mit Vandalismus gab. Dass es jetzt wieder dazu kommt, entsetzt mich“, sagt der Pfarrer der Burgkirchengemeinde. Die Taten seien viel mehr als eine Sachbeschädigung, mit den Angriffen auf die Burgkirche werde der Hayn in seiner Seele getroffen. „Die Kirche ist hier ja so viel mehr als einfach nur ein Gebäude. Das hat sich auch bei der Renovierung gezeigt, als viele Menschen mit Spenden geholfen haben, die Kirche zu sanieren.“

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Es gebe eine überaus große Verbundenheit der Menschen mit dem knapp über 300 Jahre alten Gotteshaus. Deswegen empfindet es Buss als so „mies“, dass so etwas passiert. „Wenn ich diese Leute, die das gemacht haben, als Idioten bezeichne, ist das noch freundlich ausgedrückt.“ Architekt Benjamin Jourdan, der die Sanierung des Wahrzeichens betreut hatte, war ebenfalls fassungslos, als ihn das Pfarrer-Ehepaar von den Vorkommnissen unterrichtete.

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„Jetzt müssen wir natürlich überlegen, was wir machen“, kündigt Buss an. Die Kirche liege zwischen dem runden Turm, dem Burggarten, dem Palas und der alten Stadtmauer Richtung Weiher in einem toten Winkel. Niemand bekomme mit, was dort nachts passiere, auch wenn der Palas seit einigen Jahren vom Geschichts- und Heimatverein (GHV) beleuchtet wird. „Wir haben schon mit der Polizei gesprochen, die auch sagte, dass sie hier ohnehin immer wieder unterwegs ist“, berichtet der Pfarrer. Die Beamten nahmen auch Fingerabdrücke von den Steinen, die als Wurfgeschosse dienten, um die Ermittlungen gegen die unbekannten Täter aufzunehmen.

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Der GHV als Eigentümer der Burg habe schon vor geraumer Zeit Videokameras installiert, aber sie zeigen nicht das Geschehen an der Kirche. „Wir müssen darüber nachdenken, ob eine Kamera eine Option ist, obwohl ich ja eigentlich finde, dass Kirche und Überwachung nicht zusammenpassen. Wir werden aber sicher darüber sprechen“, so Buss. Der Pfarrer hofft inständig, dass der Vandalismus ein Ende hat und die Täter gefunden werden: „Im Moment habe ich jeden Tag ein komisches Gefühl, wenn ich zur Kirche laufe.“

Hinweise auf die Steinewerfer nimmt die Polizeistation Neu-Isenburg unter der Telefonnummer 06102 29020 entgegen.

Von Nicole Jost

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