Waldzoo

Dreieich: Tanja Schäfer zieht mit ihrer Wildtierhilfe nach Offenbach

Der kleine Heinz ist umgezogen: Tanja Schäfer versorgt die geretteten Wildtiere, wie dieses Eichhörnchen, in Zukunft im Waldzoo in Offenbach.
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Der kleine Heinz ist umgezogen: Tanja Schäfer versorgt die geretteten Wildtiere, wie dieses Eichhörnchen, in Zukunft im Waldzoo in Offenbach.

Die Wildtierhilfe Schäfer kümmert sich um verletzte und schwache Wildtiere. Nun steht ein Umzug an. Künftig werden die Tiere im Waldzoo in Offenbach versorgt.

Dreieich – Der Bungalow am Dreieicher Tierheim war die vergangenen zwei Jahre die Schaltzentrale der Wildtierhilfe Schäfer: für vom Baum gestürzte Eichhörnchen, von Katzen verletzte Amselbabys, Siebenschläfer oder zig Igel, die es aufgrund ihres geringen Gewichts niemals über den Winter geschafft hätten. 2018 waren es 1 600 Tiere, die Tanja Schäfer ehrenamtlich mit einem Team weiterer freiwilliger Helfer gerettet hat, 2019 waren es sogar 2 000, die dank menschlicher Hilfe überlebt haben.

Damit ist jetzt Schluss – jedenfalls in Dreieich. Die Wildtierhilfe hat in den vergangenen Monaten ihr neues Zuhause im Offenbacher Waldzoo bezogen. „Ich arbeite schon seit eineinhalb Jahren eng mit den Kollegen im Zoo zusammen. Meist haben sie die Eichhörnchen übernommen und ich die Vögel. Das war dann immer eine irre Fahrerei, gerade im Frühjahr und im Sommer. Sie hatten noch Platz und so haben wir die Entscheidung getroffen, in Offenbach weiterzumachen“, erklärt die Wildtier-Retterin.

Dieser Schritt sei ihr nicht leicht gefallen. „Ich habe schon ein paar Tränen verdrückt. Ich habe hier einfach alles mit ganz viel Herzblut aufgebaut. Aber Offenbach hat einfach ein paar Vorteile: Wir arbeiten dort im Team, wir können alle Wildtiere aufnehmen, weil wir eben an den Zoo angegliedert sind und es vom Veterinäramt die Genehmigung gibt. Zudem sind wir noch näher an den Städten dran, wo es eben die meisten Fälle gibt“, sagt Schäfer. Auch die Anbindungen an die öffentlichen Verkehrsmittel sind besser, war es in Dreieichenhain doch immer mal wieder ein Problem, wenn ein verletztes Tier von einem Retter gebracht werden sollte, der eben kein Auto hat.

Für ihr Familienleben ist der Umzug auch gut: „Unsere Wohnung ist jetzt nicht mehr den ganzen Tag und das ganze Wochenende über voller Menschen, die uns mit den Tieren helfen. Es herrscht auch endlich ein bisschen mehr Ordnung – das freut meinen Mann schon“, berichtet Schäfer lachend. Dreieich und ihrem Bungalow am Tierheim bleibt sie trotzdem treu: „Ja, wir wollen hier wohnen bleiben.“

Ganz tierfrei ist das kleine Häuschen auch in Zukunft nicht. „Die Flaschenkinder, die nachts noch Milch brauchen, nehme ich jetzt immer mit nach Hause. Ich packe sie morgens ein, sie fahren mit nach Offenbach und abends kommen sie eben wieder mit zurück.“ Wer das Stationsleben bei der Wildtierhilfe Schäfer mal erleben will, hat derzeit jeden Abend Gelegenheit dazu. Da ist Tanja Schäfer auf ihrer Facebookseite facebook.com/wildtierhilfeschaefer live zu sehen. Rund 300 Leute erfreuen sich dort täglich an glücklich schmatzenden Tierkindern.

Von Nicole Jost

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