Premiere im Kreis

Paradebeispiel biologischer Vielfalt

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Penelope machte mächtig Eindruck auf die Besucher im Lehr- und Kräutergarten. Ursula Zieten von der Falknerei auf dem Großen Feldberg präsentierte den Sibirischen Uhu und andere Greifvögel.

Zum Saisonabschluss freut sich der Verein Lehr- und Kräutergarten Dreieich über eine besondere Auszeichnung. Landrat Oliver Quilling überreicht im Auftrag der Vereinten Nationen die Urkunde, die den Verein als Mitglied der Dekade Biologische Vielfalt auszeichnet.

Dreieich – „Das Gelände hier ist ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement. War das Areal noch vor einigen Jahren voll Müll und Unkraut, erleben mittlerweile tausende Menschen pro Jahr eine wundervoll angelegte und gestaltete Gartenlandschaft“, lobt Quilling. Die Vereinten Nationen hätten den biologischen Mehrwert für das Areal jetzt bescheinigt. Der Kräutergarten sei ein Ort, der den Menschen in der Region einen Bezug zur Natur ermögliche und an dem Biodiversität gelebt werde.

Bürgermeister Martin Burlon ist ebenfalls froh, dass sich der Garten mit dem Familiengarten und dem Naturlehrpfad so großartig entwickelt hat. „Dabei ist der Verein der Motor der vielen Aktionen hier in den Baierhansenwiesen“, bedankt er sich für die ehrenamtliche Arbeit.

Der Spätsommersonntag lässt den Garten in seinem schönsten Licht erscheinen. Die gepflegten Beete mit den unterschiedlichsten Kräutern und Gemüsesorten sind seit dem Projektstart 2016 ein beliebter Anlaufpunkt für Natur- und Gartenfreunde. Viele Gäste flanieren zwischen den Pflanzen, schnuppern an den Kräutern und beobachten Hummeln und Bienen bei der Arbeit. Die Kinder dürfen bei der Ernte helfen und die knackigen Karotten schmecken nach einem kleinen Wasserbad frisch aus dem Beet am allerbesten.

Ins Staunen kommen die Besucher beim Auftritt von Ursula Zieten und ihrer Begleiter. Die Falknerin vom Großen Feldberg hat beeindruckende Greifvögel mitgebracht. Besonders fasziniert sind die Dreieicher von Penelope. Die Sibirische Uhu-Dame hat eine Spannweite von 1,80 Meter bei nur 2,5 Kilo Gewicht. Zieten erzählt aus der Arbeit der Falknerei, wie die Tiere leben, wie sie jagen und dass es immer nur ein Miteinander mit den Vögeln geben könne. „Sie vertrauen mir und ich passe sehr auf, dass mir kein Fehler in der Kommunikation unterläuft, der das Vertrauen stören könnte. Wir lassen die Vögel ja fliegen, wir können sie zu nichts zwingen. Sie kommen zurück, weil sie zurückkommen wollen und weil sie wissen, dass sie immer zu fressen bekommen“, erzählt die Falknerin schmunzelnd.

„Der Vortrag kam so gut an, dass wir im nächsten Jahr eine eigene Veranstaltung anbieten werden“, verspricht Klaus Rehwald. Bei der Konzeption des Programms setzt der Verein auch auf professionelle Partner wie die Naturschule Hessen und auf Vereine wie den OGV Dreieichenhain und den Bienenzuchtverein. Mit den Imkern steht in diesem Jahr noch ein Termin mit der Ricarda-Huch-Schule an: Auf der benachbarten Streuobstwiese soll ein großes Insektenhotel gebaut werden.

Unweit davon – in Richtung Liebknechtstraße – entsteht in Kürze der „Platz der Generationen“. Das in Kooperation von Verein und Stadt vorangetriebene Projekt biegt nach langer Vorarbeit auf die Zielgerade ein. Der Auftrag für den Bewegungsparcours ist erteilt. Martin Burlon rechnet Ende September/Anfang Oktober mit dem Baubeginn.

VON NICOLE JOST

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