Gäste aus Stafford

Dreieich: Partnerschaftsverein löst sich auf

Diese Gruppe aus Dreieich war 2016 in Stafford zu Besuch. Morgen wird eine kleine Delegation aus der englischen Partnerstadt erwartet. Foto: p

Nachdem am vergangenen Wochenende Gäste aus Joinville in Dreieich zu Besuch waren, reist am 27.9. eine Delegation aus der englischen Partnerstadt Stafford an. 

„Wir sind aber froh, dass das Treffen überhaupt zustande kommt“, sagt Wolfgang Horn, Vorsitzender des Fördervereins für die Partnerschaft zwischen Dreieich und Stafford. Samstag und Sonntag ist Zeit für persönliche Begegnungen in den Gastfamilien, Montag steht ein Ausflug in die neue Altstadt nach Frankfurt und ins Straßenbahn-Museum in Schwanheim an, am Dienstag folgt ein Besuch des Töpfermuseums in Urberach und ein gemeinsamer Abend bei Familie Krause in Offenthal.

Schon jetzt ist klar: Der Besuch wird der letzte unter dem Schirm des Fördervereins sein. Schon in der Jahreshauptversammlung im März hatte die Mehrheit der Mitglieder eine Auflösung beschlossen, aufgrund eines Formfehlers musste die Abstimmung in einer außerordentlichen Sitzung im Juni wiederholt werden. Das Ergebnis blieb gleich: 13 Mitglieder stimmten für die Auflösung, nur ein Mitglied sprach sich dagegen aus. Derzeit ist der Verein noch beim Amtsgericht in Langen eingetragen, aber bereits mit dem Vermerk „in Liquidation“.

„Wir finden diese Entwicklung auch sehr schade, aber wir haben einfach nicht genügend Nachwuchs. Wir waren auf der Suche nach Menschen, die den Verein und die deutsch-englische Freundschaft weitertragen wollten, aber wir waren leider nicht erfolgreich“, bedauert Horn. Aber dies bedeute nicht das Ende der internationalen Beziehungen, die Planungen gehen über das jetzt anstehende Treffen hinaus. „Wir wollen im nächsten Jahr wieder nach Stafford reisen und wir sind auch noch ein paar mehr Leute als die Engländer“, sagt der Vorsitzende. Die Beziehungen würden dann eben nicht mehr unter dem Dach des Vereins gepflegt – die Aktiven wollen die Gruppe künftig Freundeskreis Dreieich/Stafford nennen.

Die Freundschaft begann mit einem Brief. Der damalige Bürgermeister von Stafford wandte sich 1979 an Dreieich. Die Schwester der Buchschlagerin Dora Engelken lebte in der Stadt, die 80 Kilometer südlich von Manchester liegt. 1982 wurde der Verein gegründet, 1983 offiziell eingetragen. „Wir verbinden tolle Erlebnisse mit den Reisen. Es gab einen regen Austausch mit den Fußballern des FC Offenthal und den Stafford Rangers. Die Besuche im großen Stadion von Stafford und bis nach Liverpool sind mir noch in sehr schöner Erinnerung“, berichtet Wolfgang Horn. Noch im vergangenen Jahr waren 27 Dreieicher bei den englischen Freunden zu Besuch. „Es wurde auch einfach immer schwieriger, genügend Engländer zu finden, die Interesse an dem Austausch haben. Die Hauptinitiatoren leben nicht mehr und wenn die Triebfeder fehlt, klappt es nicht so richtig“, sagt Horn. Er ist aber überzeugt davon, dass die Freundschaften und Kontakte bestehen bleiben – auch über den Verein hinaus.

Jetzt freut sich der Offenthaler erst einmal auf die anstehenden Tage: „Und wer weiß, vielleicht schließt sich uns doch noch der eine oder andere Dreieicher an und wir können in England neue Freundschaften knüpfen. Dann gibt es vielleicht doch noch eine Zukunft der gelebten Freundschaft zwischen Stafford und Dreieich“, blickt Wolfgang Horn vorsichtig optimistisch nach vorn.  

njo

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