Grüner Gegenwind

Pläne zur Erweiterung des Sportparks in der Lettkaut lösen Verwunderung aus

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Pläne zur Erweiterung des Sportparks in der Lettkaut lösen Verwunderung aus

Das hatte sich Martin Burlon anders vorgestellt. Der erste Vorentwurf des Bebauungsplans für einen Sport-, Bildungs- und Freizeitcampus in der Lettkaut ist so gar nicht nach dem Geschmack der Grünen.

Dreieich – Sie fahren damit auch dem Bürgermeister in die Parade, der davon ausgegangen war, „dass alle Beteiligten mit der nun auf dem Tisch liegenden Variante gut leben können“.

Die Öko-Partei hat sich lange Zeit gelassen mit der öffentlichen Bewertung der Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie von Mitte Mai. „Mit Verwunderung haben wir die Pläne zur Erweiterung der Sportanlage in der Lettkaut zur Kenntnis genommen“, kommentiert Fraktionssprecherin Heidi Soboll den Verlauf der Sitzung. „Angekündigt waren Erläuterungen zum Stand des Bebauungsplanverfahrens und zu den einzelnen Vorhaben auf dem Gelände in der Lettkaut – aber das Informationsdefizit ist geblieben.“

Für das weitere Verfahren sehen die Grünen erheblichen Klärungsbedarf. Wie berichtet, will die Dreieich Sportstätten Betriebs- und Marketing GmbH (DSBM) von Hans Nolte in ihrem Sportpark eine Fußballschule und eine Sporthalle bauen. Außerhalb des Stadions sollen noch ein Fußballplatz, ein Kleinspielfeld und ein Parkplatz entstehen. So sieht’s der vom städtischen Fachbereich Planung und Bau vorgestellte Entwurf vor.

„Die DSBM hat bis heute nicht dargestellt, woraus sich der Bedarf für die zusätzlichen Anlagen ergibt. Das gilt insbesondere für die Spielfelder, die nicht im Bereich des gültigen Flächennutzungsplans liegen“, moniert Sobolls Kollege Roland Kreyscher. Die Grünen seien davon ausgegangen, dass der Bedarf an Fußballplätzen mit der Einweihung des Kunstrasens beim TVD gedeckt sei. Die Fraktion vermisst darüber hinaus Informationen, was es genau mit der Fußballschule auf sich hat. Kreyscher: „Die DSBM hat in der Sitzung die Gelegenheit nicht genutzt, hier Transparenz und Klarheit herzustellen.“

Die Grünen sehen keine Notwendigkeit, Ackerflächen in Parkplätze umzuwandeln. Ihnen missfällt auch die Idee einer zehn Meter hohen Sporthalle. „Sie stört in diesem natürlichen Erholungsraum nicht nur das Landschaftsbild erheblich, sondern behindert möglicherweise auch die Frischluftströme nach Sprendlingen“, kritisiert Soboll. Sie fragt sich, wo Ausgleichsflächen geschaffen werden sollen. Die seien in Dreieich rar gesät.

Was den Grünen ebenfalls gegen den Strich geht: Die Kosten für das Planverfahren trägt die öffentliche Hand. Dabei gehe es um ein privates Projekt. Üblicherweise übernehme der Investor diese Kosten auf Basis eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans.

Erfreut stellt die Partei hingegen fest, dass für den Erhalt der Gelände von Kleingärtnern und Kleintierzüchtern alle Voraussetzungen gegeben sind. „Die Vereinsmitglieder können nun wieder ruhig schlafen – der Bestand ist gesichert. Das sieht auch der existierende Flächennutzungsplan bereits so vor, denn alle bisherigen Nutzungen sind damit konform“, meint Kreyscher.

VON FRANK MAHN

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