Magistrat mit Planung unzufrieden

Regionaltangente West: Außenbahnsteig am Buchschlager Bahnhof abgelehnt

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Alles andere als zufrieden zeigt sich der Magistrat mit den Planungen zur Regionaltangente West (RTW) am Buchschlager Bahnhof.

Regionaltangente West in Dreieich: Der Magistrat ist mit der Planung unzufrieden und lehnt einen Außenbahnsteig am Buchschlager Bahnhof ab.

Dreieich – Alles andere als zufrieden zeigt sich der Magistrat mit den Planungen zur Regionaltangente West (RTW) am Buchschlager Bahnhof. Das geht aus der Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren für den ersten Südabschnitt der Schienenverbindung hervor, die in einer Sondersitzung zweier Ausschüsse und in der Stadtverordnetenversammlung beraten wurde. Hauptknackpunkt ist die fehlende schnelle Umsteigemöglichkeit auf die Dreieichbahn.

In der Vorplanung war für den Bahnhof Buchschlag, einem Endhaltepunkt einer der beiden RTW-Linien, ein Mittelbahnsteig vorgesehen, der ein barrierefreies Umsteigen auf die Dreieichbahn und später auch eine Durchbindung mit dieser ermöglicht hätte.

Regionaltangente West: Planer schlugen wegen Kosten Außenbahnsteig am Bahnhof vor

Doch aus Kostengründen schlugen die RTW-Planer bereits im vergangenen Jahr einen Außenbahnsteig für die RTW mit langen und umständlichen Wegen zur Dreieichbahn vor. Proteste von den Bürgermeistern der Anrainerkommunen und der Dreieicher Stadtverordnetenversammlung waren die Folge. Doch damit stieß man bei der RTW-Gesellschaft scheinbar auf taube Ohren: In den Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren taucht unverändert der Außenbahnsteig auf. Doch dieser bringt nach Meinung des Magistrats nur Nachteile mit sich.

Grundsätzlich bezeichnet Bürgermeister Martin Burlon die RTW als wichtiges Projekt, das nicht auf den Hauptbahnhof und die Frankfurter Innenstadt fixiert ist, sondern die Kommunen im Westen und Süden von Frankfurt sowie den Flughafen miteinander verknüpft, wo viele Dreieicher arbeiten. Wichtig wäre für ein modernes, zeitgemäßes und schnelles Nahverkehrsmittel aber auch eine weitere Verknüpfung mit der Dreieichbahn.

Bahnhof in Dreieich: Bürgermeister hat große Bedenken

Dafür müsste aber der Mittelbahnsteig am Bahnhof Buchschlag her. Die Mehrkosten in Höhe von etwa vier Millionen Euro für die optimale Umsteigemöglichkeit sollten in Betracht gezogen werden. Bedenken, die die Stadt bereits im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung vorgetragen habe, seien in keiner Weise von der RTW-Planungsgesellschaft gewürdigt worden. „Wir haben daher große Bedenken hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit dieser so wichtigen Schienenverbindung“, betont Bürgermeister Martin Burlon.

Zudem sei bei der Variante Außenbahnsteig beim Umstieg auf die Dreieichbahn der Aspekt der Barrierefreiheit außer Acht gelassen worden. „Das ist absolut nicht benutzerfreundlich“, kritisiert Burlon. Das werde dem Ziel eines die Region verbindenden und attraktiven Nahverkehrsprojekts nicht gerecht. Die geplante Variante könnte im Gegenteil dazu führen, dass viele mögliche Nutzer dann doch weiter das Auto nutzen, statt die Pendler aus Richtung Dieburg und Umgebung in Buchschlag auf die RTW zu bringen.

Möglichkeit einer Durchbindung der RTW auf die Dreieichbahn

Auf einen weiteren Vorteil des Mittelbahnsteigs weist der Magistrat in seiner Stellungnahme hin. Dadurch könnte die Möglichkeit einer Durchbindung der RTW auf die Dreieichbahn ohne ein erneutes Planfeststellungsverfahren aufrecht erhalten werden. Weitere Städte und Gemeinden könnten so an die tangentiale Schienenverbindung angeschlossen werden.

Bei einer Zustimmung der Stadtverordneten zur Stellungnahme des Magistrats wird diese fristgerecht eingebracht. Das Planfeststellungsverfahren für den ersten Südabschnitt der RTW betrifft den Teil der geplanten Strecke von Kelsterbach über das Frankfurter Stadion bis nach Neu-Isenburg und Dreieich. Die Unterlagen liegen noch bis zum 19. September unter anderem in den beteiligten Kommunen aus. Bis 18. Oktober können Stellungnahmen abgegeben werden.

Die Stadt Dreieich kritisiert übrigens nicht nur die Planungen für den Bahnhof Buchschlag, sondern auch weitere technische Details. Zudem seien die Planungsunterlagen so kompliziert, dass sie von Laien nur schwer zu verstehen seien.

VON HOLGER KLEMM

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