Investor in Verhandlungen

Rückzieher: Rewe gibt Standort in der "Neuen Mitte" in Dreieich auf

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Einige Gebäude auf dem Grundstück Hauptstraße 22-38a sind schon abgerissen, aber der Klotz mit dem Tedi-Markt steht noch. Das Projekt kommt nur sehr schwer in die Gänge. Der im Herbst genannte Fertigstellungstermin Sommer 2020 ist illusorisch.

Paukenschlag: Rewe hat sich von dem Standort „Neue Mitte“ verabschiedet. Das bestätigte die Pressestelle der Kölner Konzernzentrale auf Nachfrage unserer Redaktion.

Dreieich – Die Schoofs Immobilien GmbH aus Neu-Isenburg, die als Investor und Projektentwickler agiert, muss sich also einen neuen Betreiber für den geplanten Supermarkt in der Sprendlinger Hauptstraße suchen.

Die Neue Mitte, auch 5-Häuser-Quartier genannt, ist das bedeutendste städtebauliche Projekt in der Geschichte Dreieichs. Es soll der Innenstadt einen Kick geben. Das Gesamtkonzept sieht neben dem Markt, der eine Magnetfunktion erfüllen soll, kleinere Läden, Gastronomie und Wohnungen vor. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 30 Millionen Euro.

Einen Rewe-Markt werde es an dem Standort nicht geben, sagt Pressesprecherin Anja Krauskopf. Nach den Gründen für den Rückzieher gefragt, lässt sich Krauskopf kein Sterbenswörtchen entlocken. „Ich kann Ihnen dazu nichts sagen.“

Mohamed Younis hatte in der Vergangenheit immer wieder auf Rewe verwiesen, wenn die Frage auf den Betreiber kam. Der Geschäftsführer von Schoofs hat unter anderem in Neu-Isenburg und Hanau-Steinheim mit Deutschlands zweitgrößtem Lebensmittelhändler als Partner Projekte durchgezogen. Durch den Rewe-Rückzug sei die Neue Mitte nicht in Frage gestellt, versichert Steffen Ball, Sprecher der Schoofs-Gruppe. „Das Interesse am Standort Sprendlingen ist groß. Es gibt sehr viele Angebote von Lebensmittelketten“, sagt Ball. Aber Younis lege viel Wert auf Qualität in der Innenstadt. Soll so viel heißen wie: Ein Discounter wie Penny oder Netto ist an dieser Stelle nicht gewollt. Nach Balls Worten liegt Younis in „Endverhandlungen“ mit einem Lebensmittler. Neu ist: Der Investor möchte auch einen Drogeriemarkt an Land ziehen.

Der Kurswechsel aus Köln hat auch bei Bürgermeister Martin Burlon leichte Verwunderung ausgelöst. „Ich hätte Rewe gerne dort gesehen, aber es gibt ja auch noch andere Betreiber.“ Der Rathaus-Chef bedauert allerdings, dass Rewe im größten Dreieicher Stadtteil nicht mehr präsent ist. Vor mehr als drei Jahren hatte das Unternehmen den Laden an der Frankfurter Straße/Ecke Fichtestraße geschlossen – und perspektivisch auf die Neue Mitte mit einer 1 500 Quadratmeter großen Verkaufsfläche geschielt. „Für uns als Stadt ist wichtig, dass sich am Gesamtkonzept aus Nahversorgung, Läden und Wohnungen nichts ändert“, sagt Burlon. Das sei durch die Festsetzungen im Bebauungsplan geregelt. 

Von Frank Mahn

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