Auf Wiese in Götzenhain

Landwirt entsetzt: Passanten finden grausame Reste eines trächtigen Schafes

Landwirt Erich Erdmann passt jetzt noch besser auf seine Schafe auf. Der Diebstahl und vor allem das Schächten haben ihn erschüttert.
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Landwirt Erich Erdmann passt jetzt noch besser auf seine Schafe auf. Der Diebstahl und vor allem das Schächten haben ihn erschüttert.

Abscheuliche Tat in Dreieich: Ein Schaf von Landwirt Erich Erdmann ist geklaut und geschächtet worden. Passanten stießen in Dietzenbach auf die Überreste des Tieres.

Dreieich – Die Dorperschafe laufen erfreut auf Landwirt Erich Erdmann (73) zu. Zwischen den 22 Muttertieren hüpfen schon zwei Lämmer durch den frisch gefallenen Schnee. Ein paar Heidschnucken bleiben auf Abstand. In diesen Tagen bekommen die Tiere häufiger als sonst üblich Besuch von ihrem Besitzer. Dabei hat Erdmann die Schafe schon auf ein Grundstück gebracht, das näher an seinem in den Götzenhainer Wiesen in Dreieich stehenden Haus liegt. Momentan hat er oft das Bedürfnis, nach dem Rechten zu sehen, denn eines seiner Muttertiere wurde in der vergangenen Woche gestohlen und geschächtet in Dietzenbach aufgefunden.

Schaf in Dreieich gestohlen, vermutlich in Dietzenbach geschächtet

„Ich habe es erst gar nicht gemerkt. Ich bin morgens an die Wiese gekommen, der Zaun lag um und die Heidschnucken haben außerhalb gefressen. Ich habe dann alles abgebaut und die Tiere woanders hingebracht. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch gar nicht bewusst, dass ein Tier fehlt“, berichtet der Halter der Schafe. Das Veterinäramt in Dietzenbach hat Erich Erdmann kontaktiert. Die Polizei informierte die Behörde, weil Passanten die grausamen Reste des Zwillinge tragenden Muttertiers gefunden hatten. Es waren nur der Kopf, Fell und reichlich Blut übrig geblieben. Die Ohrmarke war noch dran, sodass Erdmann bestätigen konnte, dass es sich um eines seiner Tiere handelt. „Ich kann es nicht fassen, dass Menschen so etwas tun“, ist Erdmann erschüttert – und vor allem stinksauer.

Landwirt aus Dreieich erschüttert: Schaf geklaut und geschächtet

Die Täter – vermutlich war es nicht einer alleine – haben den Zaun niedergemacht. Dorperschafe sind ziemlich zahm, vor allem die älteren Muttertiere, die den Umgang mit Menschen gewohnt sind. Bislang war der Götzenhainer Landwirt und Jagdpächter von Diebstahl verschont geblieben. Erich Erdmann weiß aber, dass Kollegen aus Dietzenbach dieses Jahr schon betroffen waren. Natürlich geht es dem Tierhalter auch um den Wert des Tieres, rund 300 bis 400 Euro kostet ein Mutterschaf. Erdmann züchtet jedes Jahr Osterlämmer heran, die ihre Zeit auf den Götzenhainer Wiesen in Dreieich im artgerechten Herdenverband genießen und dann nach ein paar Monaten verkauft werden. Aber ihm tut auch das Tier leid, das so elend gestorben ist.

Seine Lämmer werden herkömmlich geschlachtet, das gestohlene Tier wurde geschächtet. Eine Praxis, die in Deutschland aus Tierschutzgründen nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt ist. Dabei wird den Tieren ohne Betäubung die Kehle durchschnitten. Es ist ein langer Todeskampf, bis sie ausgeblutet sind.

Diebstahl und Schächtung eines Schafes aus Dreieich: Landwirt hofft nicht auf Polizei

Erich Erdmann geht nicht davon aus, dass die Täter geschnappt werden. „Ich habe Anzeige erstattet, die Polizei hat den Fall an die Kripo übergeben. Aber ich vermute, ich werde nichts mehr von ihnen hören.“ Er hat seine Geschichte von dem geklauten Schaf jedem im Feld erzählt. „Mich haben jetzt auch schon Spaziergänger angerufen, wenn Autos im Feld stehen. Mich regt es einfach auf, dass hier jeder machen kann, was er will.“

Seine Schafe in den Stall zu holen, kommt für Erich Erdmann nicht infrage. Ihnen gehe es draußen auf der Wiese mit frischem Gras am besten. Aber der Landwirt behält seine Tiere jetzt noch aufmerksamer im Blick. (Nicole Jost)

Die Landwirte in und um Dreieich beklagen dieses Jahr unter anderem auch eine durchwachsene Ernte und schwindende Einnahmen. Vor zwei Monaten trafen sich einige von ihnen auf dem Dreieichhof, um entsprechende Erfahrungen auszutauschen.

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