Leidenschaft für Landmaschinen

Schlepperfreunde zeigen historische Traktoren am Maislabyrinth

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Mit einem seltenen Exemplar ist Andreas Faust gestern von Messel nach Götzenhain getuckert. Sein I.A.M.E. vom Typ Pampa aus Argentinien ist der Nachbau eines Lanz Bulldog.

götzenhain -  Es ist heiß. Im Zelt am Maislabyrinth sitzen einige Besucher. Sie suchen Schutz vor der Sonne. Dabei essen sie Würstchen, Brezeln, trinken etwas. Das Maislabyrinth Im Höchsten hat gestern seine Saison eröffnet.

Am Tag zuvor ist bereits die beliebte Kleinkunstreihe eröffnet worden, die bis Anfang September Kultur im Grünen bietet.
Gestern gibt es einen anderen Publikumsmagneten: das Treffen der Schlepperfreunde Götzenhain. Mehr als 20 historische Fahrzeuge stellen die aktuell 25 Mitglieder der Gruppe aus. Es sind Traktoren aus den 50er Jahren bis in die 80er. Wie etwa der Ferguson von Udo Lenhardt aus Offenthal. „Er ist Baujahr 1955 und hat 25 Pferdestärken“, sagt der Mann, der selbst Jahrgang 1970 ist. „Ich habe ihn seit zwei Jahren und selbst restauriert“, erzählt Lenhardt. Landmaschinen sind seine Leidenschaft. Die hat er mit Ludwig Schleinkofer aus Messel gemeinsam. Der hat einen Lanz Bulldog aus dem Jahr 1960 dabei. „Ich bin Bauer und alle Traktoren, die ich habe, fahren noch. Wir benötigen sie für den Betrieb“, sagt Schleinkofer, der sieben solcher Maschinen besitzt, von denen sechs älter sind als 30 Jahre.

Ebenfalls aus Messel stammt Andreas Faust. Er ist mit einem extrem seltenen Exemplar nach Götzenhain getuckert: einem I.A.M.E. Typ Pampa aus Argentinien. „Dabei handelt es sich um einen Nachbau eines Lanz Bulldog“, berichtet Faust. „Von diesem Modell wurden insgesamt ungefähr 3 000 Stück gebaut, in Europa gibt es vielleicht 200. Als ich ihn vor zehn Jahren gekauft habe, war er eigentlich nur noch Schrott.“ Neun Jahre schraubte Faust an dem Teil rum – nun fährt es wieder.

„Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal das Ruder übernommen“, sagt Matthias Engler von den Schlepperfreunden, der mit einem Eicher Geräteträger aus dem Jahr 1960 gekommen ist. „Ich habe ihn vor 16 Jahren übers Internet gekauft“, erinnert er sich. „Zum einen aus Spaß an der Freude, zum anderen, weil ich Landwirtschaft schon immer sehr interessant fand.“ Bis zum vergangenen Jahr stellte die Unimog- Regionalgruppe Rhein-Main das Treffen auf die Beine, das stets zeitgleich mit der Eröffnung des Maislabyrinths über die Bühne geht. Jetzt hat sich ein Wechsel vollzogen. „Wir sind dem Bundesverband historischer Kleinmaschinen beigetreten, um das Treffen organisieren zu können“, schildert Engler. Das sei unter anderem wegen der Versicherung wichtig.

Schleppertreffen in Götzenhain

Die Eröffnung des Labyrinths nutzen die Schlepperfreunde nicht nur dazu, ihre Fahrzeuge zu präsentieren. Sie werben auch für ihr Kartoffelfest. Dieses Mal findet es am Wochenende 1./2. September am Offenthaler Weg statt. „Wir haben mit dem Fachmann Horst Sehring bereits im Frühjahr Kartoffeln gelegt“, sagt Engler. (es)

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