Lange Vakanz endet

Showdown im Bürgerhaus - Stadtparlament wählt den ersten Stadtrat

Auch das Bürgerhaus in Dreieich erstrahlte in der Night of Light in rot.
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Im Bürgerhaus in Dreieich wird in der kommenden Woche Nägel mit Köpfen gemacht.

Als die Stelle im Dezember 2018 ausgeschrieben wurde und der Wahlvorbereitungsausschuss erstmals tagte, ahnte niemand, wie zäh sich der Findungsprozess hinziehen würde.

Dreieich – Mehr als eineinhalb Jahre später kann das Stadtparlament am Dienstag, 25. August, endlich Nägel mit Köpfen machen. Zwei Kandidaten für den Posten des Ersten Stadtrats stehen zur Wahl: Steffen Seinsche aus Mörfelden-Walldorf und Markus Heller aus Wetzlar. Der Mann aus Mittelhessen hat die besseren Karten und wird nach Lage der Dinge wohl im ersten Wahlgang von SPD, Grünen und FDP ins Amt gehoben. Sie haben zusammen 24 von 45 Sitzen. Für Seinsche hat sich öffentlich bislang nur die CDU ausgesprochen.

Sie stehen am Dienstag zur Wahl: Steffen Seinsche (links) und Markus Heller.

Kurzer Blick zurück: Im Oktober 2018 war der langjährige Erste Stadtrat Martin Burlon (parteilos) zum Bürgermeister gewählt worden. Das Amt und die Nachfolge von Dieter Zimmer trat er im Februar 2019 an. Seither führt Burlon die Geschäfte im Rathaus allein, die Nachbesetzung seiner Stelle erwies sich als diffizil. Die erste Ausschreibungsrunde mit 60 Bewerbern ging erfolglos zu Ende, eine zweite musste her – diesmal mit Unterstützung eines Personalberatungsunternehmens. Der Wahlvorbereitungsausschuss tagte ein ums andere Mal, um dann durch die Pandemie eine weitere Verzögerung in Kauf nehmen zu müssen.

Sie stehen am Dienstag zur Wahl: Steffen Seinsche (links) und Markus Heller.

Nun aber ist alles bereit für den Showdown im Bürgerhaus. Die Sondersitzung der Stadtverordneten ist öffentlich und beginnt um 19.30 Uhr. Für Besucher stehen etwa 90 Plätze zur Verfügung. Die Wahl erfolgt in geheimer Abstimmung für die Dauer von sechs Jahren.

Markus Heller (parteilos) weiß die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP hinter sich – und damit eine Mehrheit. Der 54-Jährige, verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder, ist seit 2011 Chef des Tiefbauamtes der kreisfreien Stadt Wetzlar mit knapp 54 000 Einwohnern. Gleichzeitig ist er in Personalunion Leiter des dortigen Abwasserverbandes. Heller ist in Mittelhessen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er an der TU Berlin und ging als Diplom-Bauingenieur ab. Das Rathaus in Wetzlar ist seine dritte berufliche Station.

Mit den Abläufen einer Rathausverwaltung ist auch Steffen Seinsche vertraut. Seit Mai 2016 ist der 50-Jährige ehrenamtlicher Stadtrat im Magistrat von Mörfelden-Walldorf. In der Doppelstadt ist der gebürtige Frankfurter und verheiratete Vater von zwei Söhnen, der in Langen Abitur machte, für das Bürger- und Ordnungsamt zuständig. Arbeitgeber des Juristen ist die Hessische Lehrkräfteakademie. Seinsche hat auch reichlich Erfahrung in der Kommunalpolitik. Er war von 2001 bis 2012 Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Stadtparlament von Mörfelden-Walldorf und stand mehrere Jahre an der Spitze des FDP-Ortsverbandes. (Von Frank Mahn)

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