Ausbau der Angebotspalette zum Klimaschutz

Geschäftsbericht der Stadtwerke: Viel mehr als ein Energielieferant

Steffen Arta, Geschäftsführer der Stadtwerke, sieht sein Unternehmen nicht nur als „Dienstleister vor Ort“.
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Steffen Arta, Geschäftsführer der Stadtwerke, sieht sein Unternehmen nicht nur als „Dienstleister vor Ort“.

Dreieich – „Wir sind mehr als ein Lieferant für Strom, Gas und Wasser.“ Steffen Arta, Geschäftsführer der Stadtwerke, sieht sein Unternehmen nicht nur als „Dienstleister vor Ort“, sondern auch aktiv in den Bereichen Klimaschutz und Energiewende. Das betont er bei der Vorstellung des Geschäftsberichts für 2019, den er angesichts der Rahmenbedingungen als zufriedenstellend bezeichnet.

Durch das Engagement der jungen Aktivistin Greta Thunberg und der „Fridays for Future“-Bewegung sei das Thema Klimawandel auf der politischen Agenda wesentlich stärker präsent. „Kein Zweifel, das vergangene Jahr wurde von einer breiten gesellschaftlichen Diskussion dazu bestimmt“, so Arta.

Die Stadtwerke haben das Thema seit Langem im Blick und gestalten die Unternehmenspolitik – unter Abwägung ökologischer und ökonomischer Aspekte – „konsequent nachhaltig, klimaschonend und energieeffizient“. Arta verweist auf den zielgerichteten Ausbau der Angebotspalette.

Er nennt die Paketlösungen zum Heizen (Thermopur) und der solaren Stromerzeugung (Solarpur). Mehr als 500 000 Euro investierten die Stadtwerke in neue Fotovoltaik- und Heizungsanlagen, die von den Kunden gepachtet werden. Neu ist das Paket „Lichtpur“ im Bereich Beleuchtung speziell für Geschäftskunden. „Denn alte Beleuchtung ist ein Energiefresser“, so Arta. Deshalb helfen die Stadtwerke bei der Umstellung auf eine moderne LED-Technik.

Angesichts der zunehmenden E-Mobilität wurde das Angebot öffentlicher Ladestationen und das für Privathaushalte ausgebaut. Das Erdgas-Förderprogramm rundet die Impulse für einen Wechsel zu alternativen Antriebsformen ab.

Holding überweist 900 000 Euro an die Stadt

Das Betriebsergebnis der Stadtwerke beläuft sich auf 5,3 Millionen Euro und liegt damit um 500 000 Euro unter dem von 2018, das von Einmaleffekten geprägt war. Die Umsatzerlöse sind durch Mengen- und Preiseffekte im Stromnetz sowie im Strom- und Gasvertrieb von 47,74 auf 50,02 Millionen Euro gestiegen. Neben den Stadtwerken gehören die Schwimmbäder und die Verkehrsbetriebe zur Stadtholding. Wegen eines Einmaleffekts schlossen die Verkehrsbetriebe mit einem Bilanzgewinn von 70 000 Euro (2018 minus 241 000). Die Freibadsaison musste nach dem Sturm im August jäh abgebrochen werden. Bis dahin kamen mehr als 60 000 Besucher. Im Rekordsommer 2018 waren es an die 90 000. Hallenbad und Sauna zählten mehr als 82 000 Gäste. Der Gewinn der Holding belief sich auf 1,67 Millionen (2018: 1,74). Über 900 000 Euro kann sich die Stadt freuen.

Das Rückgrat für eine zuverlässige Versorgung sei das Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmenetz, in das die Stadtwerke 3,8 Millionen Euro investierten. Die Stabilität der Netze unterstreiche die minimale Ausfallzeit beim Strom, die über das gesamte Jahr 18,4 Minuten (2018: 18,8) betrug – und das trotz des schweren Unwetters am 18. August 2019. Der Verbrauch von Trinkwasser blieb nach dem extrem trockenen Sommer 2019 mit 3,027 Millionen Kubikmeter (2018: 3,089) auf ähnlich hohem Niveau.

Die Netzplanung sei für die langfristige Versorgungssicherheit ein zentraler Faktor und gerade für das Stromnetz angesichts der zu erwartenden Steigerung der Elektromobilität von besonderer Bedeutung. Die Stadtwerke haben 2019 eine Studie zu E-Mobilität und Wärmepumpen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse werden laut Arta eine verbesserte Planung zur Erneuerung des Stromnetzes erlauben. Ein weiteres Thema ist die Digitalisierung der Netze und die IT-Sicherheit. Auch da entsprächen die Stadtwerke den Anforderungen, so der Geschäftsführer.

Als wichtigen Meilenstein bezeichnet er das Blockheizkraftwerk für die zentrale Wärme- und Stromversorgung des neuen Wohngebiets an der Hainer Chaussee. Die in den Sommermonaten nicht genutzte Überschusswärme komme dem Parkschwimmbad zugute. Arta spricht von einer Win-win-Situation für die Stadtwerke, das Freibad, die DreieichBau als Bauherr und die Umwelt.

Lob kommt von Bürgermeister Martin Burlon. Er bezeichnet die Stadtwerke als leistungsfähigen und serviceorientierten Dienstleister, der die Versorgung der Stadt auf dem neuesten Stand der Technik sichert. „Das ist ein zentraler Faktor für die Attraktivität von Dreieich als Gewerbestandort und Wohnort.“ (VON HOLGER KLEMM)

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