Ofen und Rasenmäher gefunden

Starke Beteiligung beim städtischen Frühjahrsputz

Das Seegewann hat sich diese Gruppe von Buchschlager Pfadfindern für den Frühjahrsputz ausgesucht. Dort füllten sich die Müllsäcke sehr schnell. Fotos: postl
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Das Seegewann hat sich diese Gruppe von Buchschlager Pfadfindern für den Frühjahrsputz ausgesucht. Dort füllten sich die Müllsäcke sehr schnell.

Was kann es Schöneres geben, als einen Spaziergang mit dem Einsammeln von Müll, der achtlos in die Landschaft geworfen wurde, zu verbinden.

Dreieich –  So sehen es wohl jene rund 420 Dreieicher von groß bis klein, die dem Aufruf von Stadt und Dienstleistungsbetrieb (DLB) am Samstag gefolgt sind.

Nach der Saubermach-Aktion der Strothoff-Schule am Freitag mit mehr als 300 Schülern samt Lehrern folgt am Samstag der städtische Frühjahrsputz. „Wir haben im Vorfeld so viele Anmeldungen wie selten, dabei wussten die Leute noch gar nicht, welch tolles Wetter es geben wird“, freut sich DLB-Chefin Petra Klink über die große Resonanz. Viele haben sich ihre „Stammreviere“ ausgesucht, andere stehen bereit, um dort eingesetzt zu werden, wo Marc Kozak, Teamleiter Straßenreinigung beim DLB, noch Bedarf hat.

So haben die Pfadfinder „Meute Grauer Wolf“ und „Meute Roter Fuchs“ allein sechs Müllsäcke gesammelt und dazu noch einen zerlegten Rasenmäher, Eisenstühle, Reifen, Autoteile, aber auch einen vergrabenen Koffer – leider ohne Geld – und ganz viele Flaschen gefunden. Die Schüler der Heinrich-Heine-Schule haben einen kompletten Ofen mit Schamottesteinen und einen Kompressor aus dem Gebüsch geholt. Die Freye Gefolgschaft zum Hayn ist mit 14 Personen und einem neugeborenen Jungen rund um die Burg unterwegs. Dort gibt es neben vielen „Kleinigkeiten“ einen Klappstuhl, einen Teppich und einen Eimer aus einem Gulli zu bestaunen. Was dort ebenfalls in Massen in der Landschaft liegt, sind Glasscherben und Flaschen. „Das betraf leider auch den erst wiedereröffneten Spielplatz im Burggraben“, wie Petra Klink bedauert.

Yasmin Sopron beteiligte sich mit ihren Söhnen Teoman und Tilman im Bürgerpark an der Aktion. Fotos: postl

„Meine beiden Jungs wären bestimmt jetzt noch unter der Bettdecke, doch wir wollten hier dabei sein und jetzt sind sie ganz glücklich, dass sie bei solch einem tollen Frühlingswetter an der frischen Luft sind“, meint Annette Römer. In den Baierhansenwiesen finden sie zwar weniger Plastik, dafür aber reichlich Flaschen aller Größen. „Wir sind erst 2016 nach Dreieich gezogen, waren im vergangenen Jahr das erste Mal dabei und wollen mit unserer Teilnahme an der Aktion dem Gemeinwohl etwas zurückgeben – obwohl das so nicht sein müsste“, versteht Annette Römer nicht, wie man so sorglos und unverantwortlich mit seiner nahen Umgebung umgehen kann.

Der unnötige Unrat in den schönen Grünanlagen ist auch Yasmin Sopron ein buchstäblicher „Dorn“ im Auge. „Ich bin bei der Gruppe Dreieich bleibt sauber, die sich über Facebook organisiert hat und sich immer mit einigen Leuten trifft, um spontan Müll einzusammeln“, berichtet die Mutter von zwei Kindern.

Am Samstag ist sie mit Teoman und Tilman im Bürgerpark unterwegs. „Die Kids haben ihren Spaß, dürfen auch mal durch Pfützen gehen, und finden immer was“, so Yasmin Sopron. Besondere Freude bereitet den beiden Jungs der Fund eines Schneemann-Restes, sogar die Karotte lag noch daneben.

Als verdienter Lohn für ihr Engagement, die Stadt wieder etwas sauberer zu machen, wartet auf die Teilnehmer eine leckere Kartoffelsuppe – diesmal aus der Küche von Chrissula Pasia-Gaglio. Ihr Sohn Lorenzo ist Azubi beim DLB und hat mit einer Kostprobe die Chefin überzeugt – und auch alle Müllsammler. Ein kleines Problem gibt es dennoch: Es sind so viele Kinder da, dass die Urkunden nicht ausgereicht haben, „aber wir reichen diese freilich noch nach“, versichert DLB-Leiterin Klink.

VON LEO F. POSTL

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