Ausbildung bei der Stadt

100 Tage – Berufsstarter ziehen nach Probezeit erste erfreuliche Bilanz

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Azubi bei der Stadt: ein Teil der Berufsanfänger des Jahres samt Ausbildern und Bürgermeister. 

34 Berufsstarter haben im August bei der Stadtverwaltung und deren kommunalen Beteiligungen in verschiedenen Berufen eine Ausbildung begonnen. Inzwischen sind die 100-Tage-Frist und die Probezeit verstrichen und die Azubis ziehen eine erste Bilanz. 

Dreieich - Junge Menschen können sich als Verwaltungsfachangestellte, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste oder Fachkraft für Veranstaltungstechnik bei der Stadt Dreieich ausbilden lassen. Die Ausbildung zu Verwaltungsfachangestellten haben in diesem Jahr Miriam Nardelli und Jan-Marc Jung begonnen. Während ihrer dreijährigen Ausbildungszeit werden die Azubis in den Fachbereichen der Stadtverwaltung eingesetzt, damit sie die vielseitigen Aufgaben einer Stadtverwaltung überblicken, erste praktische Erfahrungen sammeln und das Erlernte anwenden können. Parallel eignen sie sich an der Georg-Kerschensteiner-Schule in Obertshausen und am Verwaltungsseminar in Frankfurt-Rödelheim die notwendigen theoretischen Kenntnisse an.

Jan-Marc Jung war schon in der Infozentrale, der Poststelle und der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Wie er feststellt, alles Bereiche, die einen Überblick über das vielfältige Aufgabenspektrum einer Stadtverwaltung geben. „Ich bin in allen Bereichen sehr freundlich aufgenommen worden und durfte von Anfang an viele Tätigkeiten selbstständig bearbeiten.“ Auf die Frage, was sich in seinem Alltag geändert hat, antwortet Jung: „Dank des Azubi-Tickets benutze ich nun auch im Alltag die öffentlichen Verkehrsmittel. Das ist aber die einzige Veränderung, die ich bewusst wahrgenommen habe.“

Auch Miriam Nardelli war schon an der Infotheke und in der Poststelle. Zudem sammelte sie in den Personaldiensten erste Eindrücke. Für sie hat sich der Alltag nicht großartig verändert.

„Aber ich fühle mich jetzt erwachsener und lerne für etwas, das mich auch wirklich interessiert – ich hätte nicht erwartet, dass ich so gut mit diesem neuen Lebensabschnitt klarkomme.“ Es falle ihr leichter, zur Arbeit und zur Berufsschule zu gehen als zur Schule. „Außerdem habe ich mehr Zeit als erwartet, weil ich von der Arbeit keine Aufgaben mit nach Hause nehme und also genug Zeit habe, für die Schule zu lernen. Ich habe trotzdem noch genug Freizeit und auf der Arbeit und in der Schule wird man sehr gut begleitet und unterstützt.“

Die Stadtholding und Stadtwerke Dreieich bilden in diesem Jahr Mara Mimmo als Kauffrau für Büromanagement aus – eine dreijährige, duale Ausbildung, die vielschichtige Kenntnisse in Büroorganisation vermittelt. „Die Arbeit ist noch abwechslungsreicher und spannender, als ich es mir vorgestellt habe“, stellt Mimmo fest. „Es erwarten einen täglich unterschiedliche Aufgaben und Kundenkontakt und der Arbeitgeber fördert, wo er nur kann – das finde ich klasse!“

Hosea Salomon wird bei Stadtholding/Stadtwerken zum Fachangestellten für Bäderbetriebe ausgebildet. Beim Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg (DLB) wiederum wird in den handwerklichen Berufen und gerade im Bereich Gärtnerei seit vielen Jahren erfolgreich ausgebildet. Dort erlernen seit 100 Tagen Sita Nagarkoti und Christopher Holick den Gärtnerberuf im Fachbereich Zierpflanzenbau. „Wir haben schon etliche Pflanzen kennengelernt, pro Woche mindestens eine, und sind in die Berechnung und das Ausbringen von Düngemitteln eingestiegen“, resümiert das Duo.

Der DLB zieht selbst Pflanzen auf – circa 75 000 per anno. Aktuell warten 700 Weihnachtssterne auf Auslieferung. Den Azubis obliegt zum Beispiel auch das Anliefern der Tannenbäume für die Kitas. DLB-Gärtnermeister Steffen Heß bildet seit 25 Jahren junge Leute aus: „Ich habe mich hochgearbeitet, konnte mich immer weiterbilden und habe es nie bereut, eine Ausbildung bei der Stadt gemacht zu haben“, gibt er den Azubis mit auf den Weg.

Die meisten Ausbildungsplätze stellt die Stadt Dreieich in den Kindertagesstätten zur Verfügung. „Auch hier gibt es verschiedene Berufsbilder“, erläutert Ressortleiterin Annemarie Stein. „Wir wollen qualifiziertes Personal, das unsere pädagogischen Ansätze lebt und unsere Anforderungen kennt. Über Studium und Ausbildung wollen wir die jungen Leute für diesen Beruf begeistern und an die Stadt binden.“ Da Bedarf und Fluktuation in diesem Sektor überdurchschnittlich hoch seien, lege die Stadt allergrößten Wert darauf, selbst auszubilden. „Deshalb werden die meisten Ausbildungsplätze in den Kitas angeboten und können zum Glück auch besetzt werden“, freut sich Stein. Momentan werden bei der Stadt Dreieich acht Jahrespraktikanten, sechs Teilzeitazubis (drei von ihnen bereits seit 2018), ein Quintett im dualen Studium (zwei bereits seit 2017) sowie vier Sozialassistentinnen ausgebildet. Außerdem sind derzeit sechs FSJ-Kräfte und drei Bufdis in den Kindertagesstätten eingesetzt.

Bürgermeister Martin Burlon begrüßt, dass die Stadt und ihre Tochterunternehmen regelmäßig engagierte und interessierte Nachwuchskräfte gewinnen. Einerseits sei die Stadtverwaltung bestens beraten, frühzeitig aus eigener Kraft für qualifiziertes Personal zu sorgen, andererseits müsse sie sich mit ihrer Qualität als Arbeitgeber keineswegs verstecken. Christiane Adler, Ressortleitung Personaldienste, kann diese These unterfüttern. „Wir haben im neuen Ausbildungsgang 220 Bewerbungen auf drei Stellen als Verwaltungsfachangestellte, das ist absoluter Rekord.“ Fazit: Der Öffentliche Dienst ist ein sicherer Arbeitsplatz mit flexiblen Arbeitszeiten und guten Übernahmechancen – sprich: attraktiv für junge Leute. „Das ist unser Plus“, resümiert Burlon.

VON JULIA RADGEN

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