Traum von neuem Tempel

Der Verein thailändischer Buddhisten möchte in Götzenhain bauen

Die Gemeinde der thailändischen Buddhisten ist in Götzenhain in Dreieich bekannt. Sei es vom Faschingsumzug her oder durch ihre Beteiligung am Dorfbrunnenfest. 
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Die Gemeinde der thailändischen Buddhisten ist in Götzenhain in Dreieich bekannt. Sei es vom Faschingsumzug her oder durch ihre Beteiligung am Dorfbrunnenfest. 

Die Gemeinde der thailändischen Buddhisten ist in Götzenhain in Dreieich bekannt. Sei es vom Faschingsumzug her oder durch ihre Beteiligung am Dorfbrunnenfest. 

Dreieich - „Bei unserem Tag der offenen Tür kommen auch immer mehr Götzenhainer, um sich unseren Tempel anzusehen“, erzählt Yuwatida Sanganum, Vorsitzende des Vereins Wat Buddhapiyawararam. Ihre Pläne zum Neubau eines Tempels hat die Glaubensgemeinschaft, die seit 1998 im Dreieicher Stadtteil beheimatet ist, jetzt Vertretern der Ortsvereine vorgestellt.

Das Haus an der Dietzenbacher Straße, in dem einst die Post untergebracht war, ist über 100 Jahre alt. Die Gemeinde hat das Gebäude im Laufe der Jahre ausgebaut und neben einem großen Gebetsraum im Dachgeschoss auch Gemeinschaftsräume für Treffen und die Einnahme der Mahlzeiten geschaffen. Aber der Zahn der Zeit nagt an der Immobilie, die Bedingungen sind alles andere als optimal: „Gerade weil wir auch immer mehr Mitglieder gewinnen, nicht nur Thailänder, die zum gemeinsamen Gebet und zum Meditieren kommen, braucht es passende Räumlichkeiten“, sagt Ernst Gerhardt, Schatzmeister des Vereins. Auch viele Deutsche und internationale Gäste nutzten das Meditationsangebot gerne. Die Götzenhainer Buddhisten haben ein Einzugsgebiet von der Eifel bis zum Bodensee; besonders das große Fest im Oktober, das in der Offenthaler Philipp-Köppen-Halle gefeiert wird, zieht jedes Jahr rund 600 Besucher an.

„Es gab vereinzelte Stimmen unserer 170 Mitglieder, Dreieich zu verlassen und an anderer Stelle komplett neu anzufangen. Wir haben uns aber bewusst dagegen entschieden. Wir fühlen uns in Dreieich wohl, sind hier in Götzenhain Teil der Stadt und der Gemeinschaft. Das alles möchten wir nicht aufgeben“, betont Gerhardt.

Der Architekt Od Phumphuang präsentierte Mitgliedern der AG Götzenhainer Vereine (AGV) nun die Pläne. Vorgesehen ist ein Abriss des alten Hauses mit all seinen Anbauten. Der Verein wünscht sich ein zweigeschossiges Haus plus Dachgeschoss. „Die Planung sieht im Erdgeschoss einen Empfang, eine Küche und einen Essensraum vor. Im Obergeschoss sollen die Gebetsräume untergebracht werden“, so Od Phumphuang. Das Dachgeschoss soll mit Schlafräumen den Mönchen vorbehalten sein. Die Buddhisten träumen ergänzend dazu von einem 17 mal sieben Meter großen Veranstaltungsraum in Form eines Wintergartens im hinteren Teil des Grundstücks. Insgesamt stünden Verein und Gemeinde dann rund 650 Quadratmeter zur Verfügung. Von außen soll das Gebäude wie ein normales Wohnhaus aussehen, die Abmessungen sind in der Höhe an die Nachbargebäude angepasst. Lediglich ein Doppeldach soll an die Architektur eines thailändischen Tempels erinnern. „Für uns war wichtig, dass wir nichts ganz Exotisches bauen. Wir wollen uns nicht abheben, wir wollen in das Bild der Straße passen“, so Gerhardt.

Doch bis dahin ist der Weg weit. „Wir haben noch keine baurechtlichen Details geklärt, hatten noch keine Gespräche mit dem Bauamt und müssen mit den Nachbarn klären, ob sie einverstanden sind“, betont Yuwatida Sanganum. Die Fachleute, die sich mit dem Projekt beschäftigen, rechnen mit 750 000 Euro reinen Baukosten, eine Summe, die der Verein mit Hilfe von Eigenmitteln, Spenden und Krediten finanzieren will. Bei der Präsentation spricht Ernst Gerhardt von einem mittelfristigen Plan. Architekt Od Phumphuang hat die Unterlagen soweit fertiggestellt, er hofft, sie noch im Laufe dieses Jahres bei den Behörden einreichen zu können. „Aber bis dahin gibt es noch viele Fragen zu klären, nicht zuletzt auch die der Finanzierung“, stellt die Vereinsvorsitzende klar.

AGV-Vorsitzender Klaus Klepper nimmt den Plan wohlwollend auf. „Es ist eine schöne Architektur, die auch an dieser Stelle gut passt“, wünscht Klepper dem Verein viel Erfolg mit dem Projekt. „Für mich ist es gut zu hören, dass Sie hierbleiben wollen. Sie gehören zu Götzenhain“, sagt Klepper. Insgesamt, freut sich Gerhardt, sei die Resonanz der Vereinsvertreter sehr positiv ausgefallen.

VON NICOLE JOST

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