40-Liter Tonnen sind unterwegs

Bei diesem Umstieg sparen Singles und Zwei-Personen-Haushalte Gebühren

Seit Beginn des Jahres haben auch Dreieicher die Möglichkeit, beim Restmüll auf eine 40-Liter-Tonne umzusteigen. (Symbolbild)
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Seit Beginn des Jahres haben auch Dreieicher die Möglichkeit, beim Restmüll auf eine 40-Liter-Tonne umzusteigen. (Symbolbild)

Seit Beginn des Jahres haben auch Dreieicher die Möglichkeit, beim Restmüll auf eine 40-Liter-Tonne umzusteigen. Nach Auskunft des städtischen Dienstleistungsbetriebs (DLB) ist die Nachfrage ziemlich groß.

Dreieich –  Zirka 180 Bestellungen sind bislang beim DLB mit Sitz in Neu-Isenburg eingegangen. Wer seine 60-Liter-Tonne gegen die kleinere austauschen lässt, spart bares Geld. Denn: Die Müllgebühren sind 2020 um etwa 8,5 Prozent gestiegen. Ausnahme: Die neue Tonne kommt die Verbraucher günstiger. Sie kostet bei 14-tägiger Leerung monatlich acht Euro. Zum Vergleich: Für die 60-Liter-Tonne sind seit Januar zwölf Euro (bislang 11,07) fällig. Wer umsteigt, zahlt also rund ein Drittel weniger Abfallgebühren.

Allerdings kann nicht jeder das Angebot nutzen. Die Zielgruppe sind Singles und Haushalte mit maximal zwei Personen. Die Zahl dieser Haushalte ist konstant steigend. In Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten fällt in aller Regel weniger Restmüll an, wodurch geringere Entsorgungskosten entstehen. Berechnungen gehen von zehn Kilogramm pro Kopf und Woche aus. Von der Neuerung profitieren unter anderem alleinstehende Senioren oder Familien, wenn die Kinder flügge geworden und ausgezogen sind. Die Auslieferung der kleinen Tonnen hat inzwischen begonnen. Ein Team des DLB tauscht die Behälter aus. Das kann sich noch bis Ende des Monats hinziehen.

Der eine oder andere Umsteiger hat sich dieser Tage vielleicht gewundert, als er seinen Bescheid zur Festsetzung der Grundbesitzabgaben für 2020 aus dem Briefkasten geholt hat. Weil die Bescheide schon im Dezember erstellt werden mussten, diente noch die 60-Liter-Tonne als Berechnungsgrundlage. Heißt: Statt 96 Euro sind 144 fürs Jahr veranschlagt. Aber keine Sorge: Wenn die Tonne ausgetauscht ist, gibt es einen Änderungsbescheid.

Dreieich: Neue Gebühren sind für 2020 bis 2022 kalkuliert

In der benachbarten Hugenottenstadt ist die 40-Liter-Tonne im Übrigen ein alter Hut. Dort gehört sie schon seit mehr als zehn Jahren zum Standard, 2014 gründeten die Städte Dreieich und Neu-Isenburg den gemeinsamen Dienstleistungsbetrieb. Als im vergangenen Jahr eine Neufassung der Abfallsatzung erforderlich war, erfolgte die Anpassung im Sinne der Vereinheitlichung.

Die neuen Gebühren sind für den Zeitraum von 2020 bis 2022 kalkuliert. Dass es gegenüber der Periode von 2017 bis 2019 teurer geworden ist, hat verschiedene Gründe. So führte der Magistrat die Tarifabschlüsse 2018 und 2019 mit 3,19 und 3,09 Prozent an, die in der bisherigen Kalkulation nur mit 2,5 Prozent eingepreist worden waren. Zudem trägt die Entwicklung bei den Entsorgungskosten zur Erhöhung bei. Die letzte davor resultierte aus dem Jahr 2010. Zwischenzeitlich gab"s sogar mal eine Senkung.

Unter anderem mehr Gebührengerechtigkeit verspricht sich der DLB vom Chippen der Tonnen. Die Umstellung läuft seit einigen Monaten. Durch die Transponder sind die Behälter über die Adresse eindeutig zuzuordnen. Eine Leerung von nicht-gechippten Tonnen ist dann nicht mehr möglich. Das Fahrzeug erkennt, ob sie registriert sind und die Gebühren bezahlt wurden. Denn es gibt schwarze Abfallschafe, die nicht erfasste Behälter rausstellen, die einfach mitgeleert werden. Gerade an Fasching und Silvester verschwinden auch immer wieder mal Tonnen. Wenn sie wieder auftauchen, können sie eindeutig identifiziert werden.

VON FRANK MAHN

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