Blinde Zerstörungswut

Unbekannte zerstören am Bahnhof Buchschlag Haltestelle und Räder

In tausend Teile zerborsten ist die große Scheibe am Bussteig 13 des Bahnhofs. Foto: Privat
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In tausend Teile zerborsten ist die große Scheibe am Bussteig 13 des Bahnhofs. 

Vandalismus in Dreieich: Am Bahnhof Buchschlag wurde eine Bushaltestelle demoliert. Die Randalierer zerstörten auch Fahrräder. 

Dreieich – Die große Scheibe der Bushaltestelle am Bussteig 13 am Bahnhof Buchschlag liegt in tausend Teile zerborsten auf der Straße und den Sitzgelegenheiten.  Ein Stein inmitten der Scherben, vermutlich aus dem unmittelbaren Umfeld des Bahnhofs, verrät, wie drei der fünf Haltestellenelemente zu Bruch gegangen sind: blinde Zerstörungswut noch unbekannter Täter.

Ein Leser dokumentiert mit einem Foto den Vandalismus, der vermutlich in der Nacht von Sonntag auf Montag geschehen ist. Das ist schon die zweite Aktion innerhalb weniger Tage, bei der sich Menschen völlig sinnlos an fremdem Eigentum vergehen. Von Donnerstag auf Freitag wurden mindestens sechs Fahrräder schwer beschädigt. Eines der Räder gehört Theo Felber, Klimaschutzmanager der Stadt Dreieich.

Der Mitarbeiter des Rathauses lässt sein Fahrrad jeden Tag am Bahnhof Buchschlag zurück und steigt in die Bahn nach Hause. Am Freitagmorgen entdeckt er seinen Drahtesel, der ihn ins Rathaus bringen soll, mit kaputten Reifen, verdrehtem Lenker, beschädigten Speichen und Schutzblechen an der Stelle, an der er diesen am Abend zuvor zurückgelassen hatte. „Die Fahrräder standen, lagen und waren kreuz und quer und sogar auf dem Kopf positioniert, soweit es das Fahrradschloss eben erlaubte. Ich hatte mein Rad inzwischen bei der Reparatur – die Reifen waren zerstochen“, berichtet Felber, dass ihn dieser „nächtliche Spaß netter Mitmenschen“ 180 Euro gekostet habe. Schon einmal habe er erlebt, dass ein Reifen geklaut wurde – „den hat offensichtlich einer gebraucht, aber alles kaputt zu machen, ist einfach nur Zerstörung“, bedauert er.

Für einige Radfahrer, die ihren fahrbaren Untersatz am Bahnhof Buchschlag abgestellt haben, gab es ein böses Erwachen. Unbekannte haben dort ihr Unwesen getrieben. 

Felber regt an, den Bahnhof Buchschlag bei einer Sitzung des Runden Tisches Radverkehr noch einmal zum Thema zu machen. In den vergangenen Jahren gab es bereits viele Verbesserungen. Die Stadt hat Raum für Abstellplätze geschaffen, es wurden Radboxen angeschafft, die für Sicherheit sorgen und gut frequentiert sind. Auch der ADFC hat mit in Abstellanlagen investiert.

Mit der Idee, für mehr Sicherheit am Bahnhof zu sorgen, läuft Felber bei Karin Eisenhauer, Leiterin des Fachbereichs Bürger und Ordnung, offene Türen ein. „Nach den Vorkommnissen der vergangenen Tage haben wir direkt mit den Kollegen von der Ordnungspolizei gesprochen. Sie werden verstärkt am Bahnhof Streife fahren und auch die Polizei hat uns Unterstützung zugesichert, dort Präsenz zu zeigen“, erklärt Eisenhauer auf Anfrage.  

Der Bahnhof Buchschlag sei schon in der Vergangenheit mehrmals Ziel von Vandalen geworden. „Aber sonst haben wir das Problem eher in der dunklen Jahreszeit. Wenn es jetzt auch an Abenden nötig ist, an denen es bis 22 Uhr hell ist, dann werden wir uns auch dem annehmen. Mit vermehrten Kontrollen können wir Leute, die ohne Grund am Bahnhof herumlaufen ansprechen und auch mal einen Platzverweis erteilen“, kündigt die Fachbereichsleiterin an.

Auch Prävention könne helfen, für mehr Sicherheit zu sorgen. Der Bahnhof sei für Pendler mit dem Fahrrad die zentrale Anlaufstelle in Dreieich. „Wir können am Runden Tisch Radverkehr über ergänzende Maßnahmen diskutieren. Zusätzliche Beleuchtung mit Bewegungsmeldern wäre beispielsweise ein Thema. Damit könnten wir die Täter ins Licht stellen“, hat Eisenhauer schon die ein oder andere Idee.

Von Nicole Jost

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