Aktion für Dozenten

Ende der gespenstischen Stille: Volkshochschule nimmt teilweise Programm wieder auf 

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Sie freuen sich, dass es auch bei der Dreieicher Volkshochschule endlich wieder losgeht: Susanne Hormel (links) und Angelika Köhler.

„Wir sind froh, dass es endlich wieder losgeht“, freuen sich Angelika Köhler und Susanne Hormel, dass auch die Dreieicher Volkshochschule ihren Kursbetrieb zumindest teilweise wieder aufnehmen kann. Und die ersten Erfahrungen sind positiv.

Dreieich – „Neun Wochen lang war es gespenstisch ruhig hier im Haus des lebenslangen Lernens (HLL), dem Bildungs-campus, in dem sich sonst viele hundert Menschen gleichzeitig tummeln“, berichtet VHS-Leiterin Köhler. Nun kehrt das Leben zurück.

Alle Sprachkurse können wieder starten, sofern Kursleitungen und Teilnehmer das wünschen. Einige möchten ein während der Sperrung verwendetes Online-Format beibehalten, andere verzichten vorerst auf den Besuch und warten lieber bis zum Herbstsemester. Online weiter läuft auf Wunsch der Teilnehmer beispielsweise das Angebot zu Business-Englisch.

Doch die meisten wollen endlich wieder an den Kursen teilnehmen, hat Köhler feststellen können. „Es geht vielen ja nicht nur um das Lernen, sondern auch um das wöchentliche Treffen und den Austausch mit den anderen Kursteilnehmern.“

Natürlich müssen die Vorgaben zu Mindestabstand und Hygiene eingehalten werden. Deshalb sollen nicht mehr als 15 Personen an einem Kurs teilnehmen. Das sei aber für die VHS kein Problem, da es selten mehr Teilnehmer gebe. Für einige Angebote mussten aber neue Räume im HLL gesucht werden, um den Anforderungen nach genügend Platz entsprechen zu können. Das treffe aber alle dort untergebrachten Institutionen wie die Max-Eyth-Schule oder die Musikschule, weiß die VHS-Leiterin.

Problematisch wird es aber bei den Sport- und Bewegungskursen. „Da können wir den Mindestabstand nicht garantieren. Da hilft auch kein Zollstock“, bedauert Köhler. Angesichts des Bewegungsdrangs der Teilnehmer müssten die Räume größer sein, um den Vorgaben zu entsprechen. Alle Kurse dieser Fachbereiche mussten daher abgesagt werden.

Umso bedauerlicher und auch unverständlich ist für die Volkshochschule, dass ein großer Bewegungsraum, der bei einem Brand im März des vergangen Jahres in Mitleidenschaft gezogen wurde, noch immer nicht zur Verfügung steht. „Dort könnten wir auch große Sportkurse veranstalten“, so Köhler.

Zu den Online-Angeboten während der neun Wochen der Schließung zählten beispielsweise die Deutschkurse. „Es war ja zur Überbrückung wichtig für die Teilnehmer, nicht aus der Übung und aus der Sprache zu kommen.“ Für diese entstanden da keine Kosten. Auch da geht es nun im üblichen Rahmen weiter.

Insgesamt liegt hinter den Dozenten eine schwere Zeit, da sie nicht nur auf den Kontakt mit den Teilnehmern, sondern auch auf die Einnahmen verzichten mussten. Umso mehr freut es die VHS-Leitung um Köhler und Hormel, dass ihre Idee ein voller Erfolg geworden ist, den Leitern etwas helfen zu können. Denn eigentlich erhalten alle Teilnehmer ihre bereits gezahlte Gebühr anteilig zurück, wenn die Termine nicht nachgeholt werden können. Köhler: „Wir fragen derzeit alle, ob sie bereit wären, auf diese Rückzahlung – gerne auch teilweise – zu verzichten. Dieses Geld kommt dann 1:1 der jeweiligen Kursleitung zugute, denn diese leiden als Freiberufler finanziell ganz besonders durch die Absagen.“

Die Resonanz sei bisher durchweg positiv, schon viele hätten ihre Rückzahlung gespendet. „Für den Einzelnen sind das ja manchmal nur kleine Beträge, für die Kursleitung kann das in der Summe aber schon die nächste Monatsmiete sichern“, betont die Leiterin.

Die Planungen für den Herbst sind weit gediehen. Dann soll es das komplette Angebot geben. „Wir hoffen, dass sich bis zum Beginn des Semesters am 31. August die Lage weiter entspannt hat“, gibt sich Köhler zuversichtlich. Das Programm erscheint am 22. Juni.

" vhs.dreieich.de

VON HOLGER KLEMM

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