Auslauffläche in den Baierhansenwiesen geplant

Während der Brut- und Setzzeit sollen Hunde an die Leine

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Symbolbild

Dreieich - Der Vorschlag hat das Zeug zum Aufreger. Der Magistrat hat eine Satzung vorgelegt, die eine Anleinpflicht in der Brut- und Setzzeit vorsieht. Von Frank Mahn 

Demnach dürften Hunde vom 1. März bis 15. Juni im gesamten Gemarkungsgebiet nicht mehr frei herumlaufen. Es sei denn, die Behörden weisen eine Hundewiese aus. Das Thema ploppt seit Jahren immer wieder hoch, durch die anhaltende Diskussion über die Baierhansenwiesen zwischen Sprendlingen und Buchschlag wurde es weiter befeuert. Anders als in anderen Kommunen des Kreises gibt es in Dreieich bislang keinerlei Regelungen für eine Leinenpflicht von Hunden. Die städtische AG Umwelt und Naturschutz, in der die anerkannten Naturschutzverbände vertreten sind, hat nun erneut einen Vorstoß unternommen, der so manchem Hundehalter nicht schmecken wird.

„Die Naturschutzverbände fordern seit Jahren eine Regelung zur Leinenpflicht von Hunden während der Brut- und Setzzeiten in der Gemarkung Dreieich, da wir immer wieder erkennen müssen, dass einige Hundehalter leider wenig verantwortungsbewusst mit der Natur und hier insbesondere anderen frei- und wildlebenden Tieren umgehen. Dabei decken sich unsere Forderungen mit denen des Forstamtes Langen“, sagt Manfred Brandmaier vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). „Besonders gravierend ist es, wenn Hunde zum Beispiel zum Schwimmen in speziell für den Artenschutz geschaffene Feuchtbiotope geschickt werden.“

Einfach ärgerlich: Unbekannte haben ihre Aggressionen an Einfriedungen in den Baierhansenwiesen ausgelassen.  

In den Baierhansenwiesen hat sich die Situation gebessert, seit die Naturschule Hessen dort mehrere Wochen im Einsatz war. Deren Betreiber Stephanie König und Torsten Jens übernahmen im Auftrag der Stadt die Rolle von Mediatoren, weil nicht alle Bürger mit der unter Regie der AG Umwelt und Naturschutz vorangetriebenen Renaturierung des Landschaftsschutzgebiets einverstanden sind. Dem Duo gelang es, die Wogen weitgehend zu glätten. König und Jens suchten auch das Gespräch mit Gassigehern, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Die beiden werden auch in diesem Jahr auf Tour gehen, allerdings nicht nur in den Baierhansenwiesen. Beliebt bei Hundehaltern sind zum Beispiel auch die Rohrwiesen zwischen Götzenhain und Offenthal, die Rostadt und das Herrnroth. Für die Arbeit der Lotsen sind im Haushalt 2016 10.000 Euro eingestellt.

Stephanie König und Torsten Jens werden auch in diesem Jahr als „Dreieichlotsen“ unterwegs sein.  

„Dennoch werden manche uneinsichtige Hundehalter nur durch eine entsprechende Satzung einschließlich der Sanktionsmöglichkeiten angesprochen werden können“, meint Manfred Brandmaier. Der Magistrat habe lange und intensiv diskutiert, sagt Erster Stadtrat Martin Burlon. „Allen Beteiligten ist bewusst, dass die allermeisten Hundehalter sehr verantwortungsvoll und gewissenhaft mit ihrem eigenen Tier sowie allen anderen Tieren umgehen.“ Doch die „Guten“ kommen selten in die Schlagzeilen. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Vorfällen gekommen, in denen frei laufende Hunde wild lebende Tiere, insbesondere Rehe, gehetzt haben. Zwar sei hier keine Steigerung zu verzeichnen, jedoch sei jeder Fall einer zu viel, so Burlon.

Anleinpflicht von Anfang März bis Mitte Juni

Die vom Magistrat auf den Weg gebrachte Satzung sieht eine Anleinpflicht für Hunde in der Brut- und Setzzeit von Anfang März bis Mitte Juni vor. Diese Anleinpflicht würde in der sogenannten Flur im gesamten Gemarkungsgebiet der Stadt Dreieich gelten, demnach insbesondere in den Feldgemarkungen. Hunde wären in dieser Zeit an einer maximal zehn Meter langen Leine zu führen. Bei Zuwiderhandlung muss mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro gerechnet werden. Es sei dem Magistrat aber wichtig, zunächst weiterhin auf Prävention und Aufklärung zu setzen statt auf Knöllchen, versichert der Erste Stadtrat.

Bloß nicht das Bein heben! Hundeführungen im Museum

Beraten wird das Thema am Mittwoch, 20. Januar, um 19.30 Uhr im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie. Die Entscheidung fällt am 16. Februar im Parlament. Wenn die Stadtverordneten zustimmen, greift die Regelung ab 1. März.

Derweil plant die Stadtverwaltung, in den Baierhansenwiesen Dreieichs erste Hundewiese auszuweisen. Man habe bereits Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde geführt, sagt Martin Burlon. Unbekannte haben unterdessen zum wiederholten Mal in dem Naherholungsgebiet randaliert. Sie haben auf einer Länge von zirka 40 Metern die Einfriedung zum Schutz der neu bepflanzten und eingesäten Flächen kaputt gemacht. Schaden: zirka 750 Euro. Burlon: „Das ist sehr ärgerlich und offenbar nur mit einer Lust am Zerstören zu erklären.“

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