Zwei Bewerber gehen im August ins Rennen

Überraschender Verzicht und neues Gesicht: Wahltermin für Ersten Stadtrat steht

Der Wahltermin für den Ersten Stadtrat in Dreieich steht. (Symbolbild)
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Der Wahltermin für den Ersten Stadtrat in Dreieich steht. (Symbolbild)

Anderthalb Jahre, nachdem die Stelle des Ersten Stadtrats von Dreieich ausgeschrieben worden ist, rückt diese wichtige Personalentscheidung endlich in greifbare Nähe.

Dreieich – Der zuständige Wahlvorbereitungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung hatte seit Dezember 2018 zwei Auswahlverfahren durchgeführt, um die frühere Position von Martin Burlon, der 2019 auf den Bürgermeisterstuhl gewechselt war, nachzubesetzen.

„Wir haben nun ein sehr intensives Verfahren mit 26 Sitzungen des Wahlvorbereitungsausschusses erfolgreich abschließen können“, sagt dessen Vorsitzende, Kerstin Mandel (CDU). „Besonders bedauerlich ist dabei, dass uns die Kontaktbeschränkungen der Corona-Krise zusätzlich weitere Monate gekostet haben.“ Nachdem diese Ende Mai gelockert wurden, hat der Ausschuss seine Arbeit fortgesetzt.

Zu einer Wahlempfehlung des Ausschusses an die Stadtverordnetenversammlung kommt es allerdings nicht. Die Fraktionen machen von ihrem individuellen Recht Gebrauch, einzelne Bewerber vorzuschlagen. Überraschend hat der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Marco Lang (der ohne Empfehlung des Ausschusses antreten wollte) seine Bewerbung zwischenzeitlich zurückgezogen – aus beruflichen und persönlichen Gründen, wie es in einer Mitteilung aus dem Rathaus heißt.

So stehen noch zwei Bewerber zur Wahl: Die CDU-Fraktion schlägt Steffen Seinsche (50) vor, schon im vorherigen Anlauf einer der Kandidaten. Der Jurist ist in Mörfelden-Walldorf ehrenamtliches Mitglied des Magistrats und Bürger- und Ordnungsdezernent. Die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP bringen einen neuen Namen ins Spiel: Sie schlagen den 54-jährigen Markus Heller vor. Der diplomierte Bauingenieur ist derzeit Leiter des Tiefbauamtes Wetzlar. Da sie zusammen auf 24 Stimmen im Parlament kommen, geht er als Favorit in die Wahl.

Der Vorbereitungsausschuss hat gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt Dienstag, 25. August, als Termin für die Wahl zum Ersten Stadtrat festgelegt. Dazu soll eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung im Bürgerhaus Sprendlingen abgehalten werden, sagt Mandel.

Damit kommt eine langwierige Suche nach Kandidaten zum Abschluss: Im ersten Verfahren hatten sich 61 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet beworben. Der eingesetzte Wahlvorbereitungsausschuss – bestehend aus je vier CDU- und SPD-Stadtverordneten, zwei Grünen und je einem Parlamentarier von FDP, FWG und AfD – konnte sich aber zu keiner mehrheitsfähigen Empfehlung für einen Kandidaten durchringen. Nachdem dieses Verfahren erfolglos beendet werden musste, wurde die Position erneut ausgeschrieben. Der Ausschuss holte sogar ein spezialisiertes Personalberatungsunternehmen ins Boot. Im zweiten Verfahren bewarben sich 20 Personen. Da man sich wiederum auf keine einzige Empfehlung einigen konnte, gab es zu Jahresanfang zwei Wahlvorschläge – plus Lang. Nur wenig später zog der dritte Kandidat die Bewerbung zurück. Danach wurde die gesamte Wahl abgesagt – und dann kam schon Corona. „Wir alle haben uns stark ins Verfahren eingebracht und sehr viel Zeit investiert“, betont Mandel und lobt das Engagement und die kollegiale Zusammenarbeit der Ausschussmitglieder. VON JULIA RADGEN

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