„Neue Mitte ohne städtebauliche Qualität“

UGL sieht schwarz

Dreieich - Die FWG hatte jüngst vor einem Verkehrsinfarkt in der Sprendlinger Innenstadt gewarnt, falls das Projekt Neue Mitte in der Dimension verwirklicht wird, die dem Investor vorschwebt.

Die mit einem Sitz im Parlament vertretene Unabhängige Gemeinschaftsliste teilt diese Sorgen. Die UGL plädiert für einen Generalverkehrsplan, der die zu erwartenden Belastungen aufzeigt. Darin sollte auch das Baugebiet Heckenborn berücksichtigt werden.

Die Gemeinschaftsliste fordert außerdem einen Bebauungs- und Entwicklungsplan für die gesamte Sprendlinger Innenstadt. „Es zeichnet sich immer mehr ab, dass mit dem neuen Markt von 1100 Quadratmetern in der Neuen Mitte andere Märkte werden schließen müssen“, prophezeit Sprecherin Ursula Zenk. Sprendlingen werde sich durch das Projekt nicht positiv entwickeln. „Vielmehr werden sich Kaufkraftströme nur verlagern. An anderer Stelle in der Frankfurter Straße wird es zu weiteren Leerständen kommen.“

Die Kunden seien aufs Auto fixiert und würden einfacher zu erreichende Märkte am Ortsrand vorziehen, so Zenk. Dennoch müsse bei einem neuen Markt auf dem Gelände Hauptstraße 22-38 mit einem Plus an Pkw-Verkehr gerechnet werden. „Von einer Mitte im Sinne eines Platzes mit Aufenthaltsqualität wird nicht die Rede sein können. Die Neue Mitte wird de facto ein hoch verdichteter Gebäudekomplex mit Supermarkt und Zufahrtsflächen ohne städtebauliche Qualität“, befürchtet Zenk, um dann noch einen draufzusetzen: „Stattdessen gibt es sehr hohe Risiken, dass das Projekt langfristig kein Erfolg wird und nach einer Reihe von wenigen Jahren, wenn der Reiz des Neuen vorbei ist, ein schäbiges Ende nehmen wird mit Wegzug und Leerständen.“

Anregungen werden vom Planungsbüro geprüft

Derweil teilt die in Neu-Isenburg ansässige Schoofs Immobilien GmbH als Investor mit, dass die während der Offenlage des Bebauungsplans geäußerten Anregungen und Bedenken von einem Planungsbüro geprüft und ausgewertet werden. Die Bearbeitung sei in Kürze abgeschlossen, dann seien Stadtverwaltung und Magistrat am Zug. Insgesamt waren 67 Behörden und Träger öffentlicher Belange involviert. Hinzu kommen Stellungnahmen von 18 Anwohnern.

Es sei „ziemlich viel abzuarbeiten“, sagte Erster Stadtrat Martin Burlon in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie. Von daher könne er auch nicht sagen, wann der überarbeitete Bebauungsplan zur Beratung ins Stadtparlament komme. fm

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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