Wirtschaft

„Wir für Hier“: Initiative will lokale Einzelhändler und Gastronomien fördern

Ich möchte, dass meine beiden Kinder in einer Stadt aufwachsen, in der wir lokal einkaufen können und die auch Flair hat. Kevin Knecht Für den örtlichen Einzelhandel, die Gastronomie und Unternehmen setzen sich Kevin Knecht und seine Mitstreiter ein. Die Initiative „Wir für Hier“ hat viele Ideen, um deren Entwicklung zu fördern. Foto: privat
+
Ich möchte, dass meine beiden Kinder in einer Stadt aufwachsen, in der wir lokal einkaufen können und die auch Flair hat. Kevin Knecht Für den örtlichen Einzelhandel, die Gastronomie und Unternehmen setzen sich Kevin Knecht und seine Mitstreiter ein. Die Initiative „Wir für Hier“ hat viele Ideen, um deren Entwicklung zu fördern. 

Kevin Knecht aus Dreieich will den Unternehmen seiner Heimatstadt helfen, die Corona-Pandemie zu überstehen. 

Dreieich – Mit „Wir für Hier“ hat der Sprendlinger Kevin Knecht eine Initiative ins Leben gerufen, die den Dreieicher Unternehmen helfen soll, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu überstehen.

Besonders in der Zeit, in der viele Geschäfte schließen mussten, war der von Knecht initiierte „Dreieich-Schein“ eine gute Möglichkeit, die Einzelhändler zu unterstützen. Mit dem Erwerb eines Gutscheins konnten die Kunden mit fünf, zehn, 20, 50, 100 und 200 Euro ihre Solidarität mit dem örtlichen Handel bekunden.

„Wir sind positiv überrascht. Das Angebot wurde gut angenommen und inzwischen sind 32 Unternehmen registriert. Die einen haben mehr, die anderen weniger Gutscheine verkauft, aber wichtig war auch, eine Online-Präsenz für Läden und Unternehmen zu schaffen, auf der sie sich darstellen können“, erläutert Knecht.

Der studierte Betriebswirt hat selbst kein Geschäft in Dreieich, der leitende Angestellte will aber verhindern, dass die Coronakrise die Geschäfte in Dreieich sterben lässt. „Ich möchte, dass meine beiden Kinder in einer Stadt aufwachsen, in der wir lokal einkaufen können und die auch Flair hat“, begründet er sein Engagement. „Der Bedarf an den Gutscheinen ist jetzt, wo die Geschäfte wieder offen haben, nicht mehr so groß“, weiß Knecht. Das bremst seine Motivation nicht: „Ich möchte weiter dazu beitragen, die Unternehmen zu unterstützen.“

„Wir für Hier“ hat als Initiative bereits viele Ideen. Denkbar ist eine gemeinsame Online-Plattform der Dreieicher Geschäfte, damit nicht jeder Einzelhändler einen eigenen Shop ins Netz stellen muss. So könnten Kunden online bestellen und im Laden abholen. Als Ergänzung denkt Knecht an einen eigenen Dreieicher Lieferservice, der alle bestellten Waren ausfährt.

„Mir schwebt ein lokaler Lieferservice vor, der die Produkte via E-Mobility, vielleicht mit E-Roller oder E-Auto, den Kunden direkt an die Haustür bringt“, schildert Knecht. Er will auf die Gewerbevereine zuzugehen, steht mit der Wirtschaftsförderung der Stadt in Kontakt und ist überzeugt, dass dies eine gute Idee für ein Start-up-Unternehmen ist.

Aber online ist nur die eine Seite, auch offline gibt es bereits Anregungen für die Stärkung des heimischen Gewerbes, zum Beispiel eine Messe im Bürgerhaus. Auch eine bessere Vernetzung der lokalen Angebote möchten Knecht und seine Mitstreiter fördern. Letztlich gelte es auch, die Stärke der Einzelhändler, nämlich die individuelle Beratung in den Läden und die soziale Komponente beim Einkauf, verstärkt in den Fokus zu rücken.

„Wir für Hier.“ will im Gespräch mit den Unternehmen bleiben und Einzelhändler, Gastronomen und Unternehmer motivieren, weitere Ideen zu entwickeln. Dazu hat Kevin Knecht die „Townhall-Meetings“ ins Leben gerufen – eine Videokonferenz für den gemeinsamen Austausch. Der erste Termin ist bereits gelaufen: „Quantitativ ist es sicher ausbaufähig, aber qualitativ haben wir zwei Stunden lang sehr gute Gespräche geführt“, berichtet der Sprendlinger. Es wurden Themen wie leer stehende Gewerbeflächen, die Präsenz der Unternehmen beim Stadtfest am 3. Oktober oder auch die Kooperation zwischen den Gewerbevereinen und der Wirtschaftsförderung angesprochen. Knecht ist zufrieden, es bestehe Gesprächsbedarf und es lohne sich, weiter daran zu arbeiten.

Technisch habe die Konferenz perfekt funktioniert. „Aber auch da ist es denkbar, neue Wege zu gehen, vielleicht mit einem Facebook-Livestream, für den sich die Leute nicht vorher anmelden müssen. Dadurch könnte die Schwelle für die Beteiligung geringer werden“, meint der Initiator von „Wir für Hier“. Das nächste Townhall-Meeting ist am Freitag, 5. Juni, um 9 Uhr. Die Anmeldung ist auf der Internetseite wirfuerhier.org möglich. Dort gibt’s auch die weiteren Termine.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare