Nur Teil eins läuft nach Plan

Wohnbauprojekt Hainer Chaussee: Kein Angebot bei europaweiter Ausschreibung

Endlich ist sie eingetroffen, die Genehmigung des Kreises zum Bau von 100 Wohnungen an der Hainer Chaussee. Bis zu 350 Menschen sollen dort ein Zuhause finden.
+
Endlich ist sie eingetroffen, die Genehmigung des Kreises zum Bau von 100 Wohnungen an der Hainer Chaussee. Bis zu 350 Menschen sollen dort ein Zuhause finden.

Endlich ist sie eingetroffen, die Genehmigung des Kreises zum Bau von 100 Wohnungen an der Hainer Chaussee. Bis zu 350 Menschen sollen dort ein Zuhause finden.

Dreieich –  Ende Oktober hatte die DreieichBau AöR, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, mit den Erschließungsarbeiten begonnen. Nun kann’s richtig losgehen.

Der Druck im Ballungsraum ist enorm. Auch in Dreieich fehlt Wohnraum an allen Ecken und Enden, vor allem für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Hier setzt die DreieichBau an. Auf dem etwa 1,7 Hektar großen Grundstück zwischen Hainer Chaussee, A 661, Dreieichbahn und Feuerwehr soll der erste große Schritt zur Linderung der Wohnungsnot getan werden. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf mehr als 20 Millionen Euro, einen Großteil davon will die DreieichBau mit Förder-Darlehen des Landes finanzieren.

Für den ersten Bauabschnitt mit 37 Wohnungen im Nordosten des Geländes wird aktuell die Infrastruktur hergestellt. Der Kanal beispielsweise ist schon verlegt und an den Sammler angeschlossen. Versorgungsleitungen und Leerrohre unter anderem für Telekommunikation sind zum Teil ebenfalls verbuddelt. Bei diesem Teil des Vorhabens ist Dirk Böttcher ziemlich entspannt. Hier vertraut der Technische Leiter der DreieichBau auf die Arbeit der Firma ALHO. Die drei Gebäude entstehen nämlich in Modulbauweise. Mit dem Unternehmen haben die Stadt und ihre Tochter gute Erfahrungen gemacht. Auf das Konto der ALHO gehen der Neubau der Obdachlosenunterkunft in der Schlagfeldstraße und die Erweiterungen der Kitas Winkelsmühle und am Wilhelmshof. „Ich gehe davon aus, dass die Fertigstellung im Oktober 2020 erfolgt“, sagt Böttcher. Damit läge man für diesen Abschnitt im zeitlichen Rahmen.

Doch der Technische Leiter muss auch eine schlechte Nachricht verkünden. Bei der europaweiten Ausschreibung für den zweiten Abschnitt mit 63 Wohnungen wurde kein einziges Angebot abgegeben. Die EU-weite Ausschreibung ist in diesem Fall wegen des Auftragsvolumens erforderlich. „Die Unternehmen sind so stark ausgelastet, dass sie sich die Aufträge aussuchen können“, erläutert Böttcher. Weil kein Angebot kam, ist die Ausschreibung vergangene Woche aufgehoben worden. Das bedeutet eine Verzögerung von mindestens drei Monaten, vermutlich deutlich mehr.

Klingt fast ein bisschen trotzig: Die DreieichBau AöR hat sich einer Kampagne des Verbandes Wohnungswirtschaft Deutschland angeschlossen.

Nun ist es nicht so, dass es keine Interessenten gab. In dem elektronischen Portal lässt sich erkennen, wer die Unterlagen heruntergeladen hat. Und das haben einige Unternehmen getan. Mit ihnen hat die DreieichBau Kontakt aufgenommen – in der Hoffnung, mit einem handelseinig zu werden. Mit dem Bezug des zweiten Abschnitts wird’s wohl Mitte 2021.

Von der Ein- bis zur Fünf-Zimmer-Wohnung

Auf dem ehemaligen Opel-Gelände entstehen 100 Wohnungen. Zur Dreieichbahn hin lässt der Bebauungsplan drei Geschosse plus Staffelgeschoss zu. Die Häuser zur Hainer Chaussee hin haben nur drei Geschosse. 80 Prozent der Wohnungen werden öffentlich gefördert, sind also für Mieter mit geringerem Einkommen, die restlichen 20 Prozent frei finanziert. Was die Größen betrifft, ist alles dabei: Vom Single-Apartment bis zur Fünf-Zimmer-Wohnung für kinderreiche Familien. Für die Energieversorgung wird ein Blockheizkraftwerk sorgen.

VON FRANK MAHN

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare