Dreieich

Workshop im Kräutergarten: Forschen, probieren, genießen

Kräuter für den Quark gehackt: Mathilda (von links), Betty und Josephine bereiten die Delikatesse vor.
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Kräuter für den Quark gehackt: Mathilda (von links), Betty und Josephine bereiten die Delikatesse vor.

Der Kräutergarten in Dreieich bietet erstmalig Workshops für Kinder an. Die Workshop-Leiterin ist überrascht von der positiven Resonanz.

Dreieich – Jona zupft ein kleines der satt-grünen und gezackten Blätter von dem üppig wachsenden Strauch im Beet ab. Schnell verschwindet es im Mund des kleinen Blondschopfs: „Mmmh, das schmeckt ziemlich gut. Zitronenmelisse, das passt bestimmt gut zu unseren Bonbons“, merkt der Junge an. Die Blätter wandern in seine Stofftasche. Jona ist an diesem überaus produktiven Vormittag im Lehr- und Kräutergarten eines von elf Kindern zwischen sieben und elf Jahren, die mit Kräuter-Erlebnispädagogin Sarah Wisniewski die Welt der Kräuter und ihre vielfältige Nutzung entdecken.

Die zwei Stunden Workshop sind voll gepackt mit kindgerechtem Forschen, Probieren und Genießen. „Meine Workshops sind für die Kinder genauso aufgebaut wie für die Erwachsenen. Ich möchte ihnen die Heilwirkung vieler Kräuter zeigen, wir stellen etwas Kosmetisches her und zu guter Letzt gibt es natürlich auch was zu essen“, erzählt die Dreieicher Kräuterfrau.

Von der ersten Minute an, in der die Kinder in dem Pflanzenparadies am Rande der Baierhansenwiesen eintreffen, sind sie fasziniert und mit Engagement bei der Sache. Gemeinsam mit Sarah Wisniewski laufen sie zwischen den Beeten umher und sammeln Melisse, Salbei, Huflattich, Thymian, Spitzwegerich und Holunder – das sind alle Zutaten, die die kleinen Kräuterköche für ein wohltuendes Hustenbonbon brauchen.

Auf den Campingherdplatten schmilzt schon das Xylit – oder besser ausgedrückt – der Birkenzucker. „Er ist gesünder als Haushaltszucker und schädigt die Zähne nicht“, erläutert die dreifache Mutter. Konzentriert hacken die Kinder die Kräuter, vermengen sie mit dem flüssigen Xylit und bilden kleine Hustenbonbon-Häufchen. Noch bevor die Masse so richtig kalt ist, wird das ein oder andere Bonbon vernascht.

Für die zweite Aufgabe braucht es dann ein paar Zutaten mehr: Mit Kokosfett, Natron und Speisestärke vermengt Wisniewksi die Grundmasse für die duftenden Badekugeln. Mit Mörsern zerstoßen die Kinder Blütenblätter und beträufeln die runden Kunstwerke mit duftenden Ölen. Ganz hoch im Kurs steht hier die Kombination aus Rosenblüten und Zitronenduft. Zum Abschluss gibt es die kulinarische Belohnung. Bei einer letzten Runde durch den Garten sammeln die Mädchen und Jungen alles, was im Quarkaufstrich lecker schmeckt: Schnittlauch und Rosmarin, die leuchtenden Blüten der Kapuzinerkresse oder leicht scharfe Pfefferminze. Auf einem frischen Baguette schmeckt der Quark einfach köstlich.

Beim Workshop im Kräutergarten in Dreieich hacken Kinder fleißig Kräuter für eine Mahlzeit.

„Es ist selbst für mich immer wieder überraschend zu sehen, mit wie viel Begeisterung sich die Kinder auf die Kräuter einlassen“, ist Sarah Wisniewski froh über die emsig mitarbeitenden Jungen und Mädchen.

Zum ersten Mal bietet der Kräutergartenverein in diesem Sommer die Workshops für Kinder an. „Es war eigentlich eine Anregung von Eltern. Bisher hatten wir immer wieder Klassen und Kindergartengruppen hier, aber eben keine offen buchbaren Workshops für Kinder“, erzählt Vorsitzender Klaus Rehwald. Offensichtlich eine Marktlücke für den Verein. Alle drei geplanten Ferienkurse waren innerhalb von 48 Stunden ausgebucht. „Jetzt haben wir zwei Zusatztermine im August – am 15. und 16. – da gibt es auch keine Plätze mehr. Wir sollten noch einen weiteren anbieten“, freut sich Rehwald, dass das Angebot von Sarah Wisniewski so gut ankommt. „Wir werden es im kommenden Jahr dann auch ganz offiziell in unser Jahresprogramm aufnehmen“, hofft Rehwald auf die weitere Zusammenarbeit mit der Dreieicher Kräuterfrau.

Der Vereinsvorsitzende ist dankbar, dass er für die Kinderkurse einen Sponsor gewinnen konnte: „Die Sparkasse Langen-Seligenstadt unterstützt uns bei diesem Projekt, sodass die Eltern nur die Hälfte der 20 Euro Kursgebühren tragen müssen.“ (Nicole Jost)

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