„Dreieichbahn nervt“

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Wegen ihrer Verspätungen, Totalausfälle und wegen schlechter Information an den Haltestellen ist die Dreieichbahn längst zur Verdrussbahn geworden. Unser Bild entstand am Haltepunkt Weibelfeld.

Dreieich ‐ Die Dreieicher SPD hat die Nase gestrichen voll: Immer wieder, so ihr Fraktionschef Rainer Jakobi, werde man mit Beschwerden über die Dreieichbahn konfrontiert. Immer wieder gebe es Klagen über einen ausgesprochen miesen Betriebsablauf. Von Klaus Hellweg

Jakobi und sein Fraktionskollege Michael Jesgarek vorgestern Abend im Rahmen einer Pressekonferenz: „So kann es nicht bleiben, da muss sich sehr bald etwas ändern“. Die SPD will sich des Themas annehmen - zusammen mit all denjenigen, denen ein zufrieden stellender Betriebsablauf auf der Dreieichbahn ebenfalls ein Anliegen ist.

In der Tat: Auch bei unserer Zeitung häufen sich die Beschwerden über Verspätungen, über ausfallende Züge und über die ausbleibende Information der Fahrgäste. Und das hat wenig mit den extremen Wetterverhältnissen zu tun, wie sie um die Weihnachtszeit aufgetreten sind, sondern stellt ein grundsätzliches Problem dar.

Rainer Jakobi: „Die Dreieichbahn nervt. Wir bezahlen, wenn auch indirekt, und der Betrieb läuft nicht.“

Lautsprecherdurchsagen fehlen

Besonders ärgerlich sei es, wenn wegen des nicht eingehaltenen Fahrplans in Buchschlag der Übergang von S- auf Dreieichbahn nicht funktioniere und Fahrgäste gegebenenfalls eine komplette Stunde auf die nächste Dreieichbahn warten müssten. Jakobi: „Bei der Bahn gelten erst Fahrplanverschiebungen ab fünf Minuten als Verspätung. Wenn die Dreieichbahn den Fahrplan um fünf Minuten nicht einhält, ist das zwar offiziell keine Verspätung, wirft aber alles durcheinander.“

Und auch der Umstand fehlender Lautsprecherdurchsagen ist für die SPD nicht auf Dauer hinnehmbar. Jakobi: „Durchsagen kann man sogar aus seinem Schlafzimmer heraus machen. Mir ist unbegreiflich, warum das nicht klappt.“

Die Bahn ihrerseits hat die Probleme auch unserer Zeitung gegenüber immer wieder eingeräumt, mit der Eingleisigkeit der Strecke und auch mit dem nicht erstklassigen Fahrzeugmaterial begründet. Derzeit, so eine Auskunft schon von Ende November vergangenen Jahres, werden die üblicherweise eingesetzten Züge der Baureihe VT 646 generalüberholt und durch Züge der Baureihe VT 628 ersetzt.

Nach dieser Generalüberholung werde es dann zu weniger Störungen kommen.

Vorschlag: Sammelstelle für Beschwerden

Und auch auf das Ärgernis fehlender Lautsprecherdurchsagen bei Verspätungen oder gar bei Zugausfall hat die Bahn eine Antwort: Für die Lautsprecherdurchsagen an der Dreieichbahn sei das Servicezentrum in Darmstadt zuständig; allerdings habe der dortige Hauptbahnhof Vorrang. So könne es durchaus passieren, dass bei zeitgleich notwendigen Durchsagen die Dreieichbahn ins Hintertreffen gerate.

Das allerdings will die SPD auf Dauer nicht mehr so hinnehmen. Der Betriebsablauf habe so organisiert zu sein, dass die Dreieichbahn bei der Bahn AG nicht immer die hinterste Priorität genieße.

Die Sozialdemokraten schlagen vor, bei der Stadt eine Sammelstelle für Beschwerden einzurichten und die Bahn dann in massiver Form mit all den Unzulänglichkeiten zu konfrontieren.

Möglicherweise komme es ja auch zu einem interfraktionellen Antrag für einen besseren, sprich verlässlichen Betriebsablauf. Doch da müssten eben auch die übrigen Fraktionen mitmachen.

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