Grüne sehen erhebliche Verschlechterungen durch neuen Fahrplan

„Dreieichbahn nicht mehr attraktiv“

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Der Bahnhof Sprendlingen

Dreieich - Erst vor zwei Wochen schlug der Rödermärker SPD-Fraktionsvorsitzende Armin Lauer Alarm, nun folgen ihm Grünen aus Dreieich. Durch den neuen Fahrplan der Dreieichbahn zum September befürchten sie eine erhebliche Verschlechterung des Angebots. Von Holger Klemm 

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Die Grünen sprechen von einer „Verschlimmbesserung“ durch den neuen Vertrag zur Dreieichbahn zwischen RMV und Deutscher Bahn. Dazu haben sie gestern Abend einen Dringlichkeitsantrag bei die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie (SUE) eingebracht, der den Charakter einer Resolution hat. Der Magistrat soll auf die Kreisverkehrsgesellschaft und den RMV einwirken, noch Änderungen vorzunehmen. Die Grünen sehen drei negative Punkte. Das seien neben der bereits bekannten Aufgabe des Halbstundentakts vormittags Verschlechterungen für den Schülerverkehr sowie eine Verlängerung der Umsteigezeit in Buchschlag zur S-Bahn nach Frankfurt. Die Grünen fordern zudem, die Belange von Fahrgästen mit eingeschränkter Mobilität, mit Kinderwagen oder Rädern zu berücksichtigen sowie das Ergebnis der letzten Fahrgasterhebung mitzuteilen. Die Dringlichkeit begründen sie damit, dass der Ausschuss erst wieder nach der Kommunalwahl Ende April/Anfang Mai zusammenkommt.

Nach Angaben der Grünen werden die Übergangszeiten von der Dreieichbahn auf die S-Bahn in Buchschlag von einem bisher knappen Anschluss von vier Minuten auf den nächsten Takt vergrößert – auf 18 Minuten. Ausschließlich Nutzer zum Hauptbahnhof profitierten angesichts der größeren Zahl durchgehender Züge, alle anderen mit Zielen entlang des S-Bahn-Tunnels müssten längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. „Das Angebot der Dreieichbahn ist ab September damit nicht mehr attraktiv“, kritisiert Fraktionschef Roland Kreyscher. Die Verbindungen mit Anschluss an die S-Bahn genügten nicht mehr den Anforderungen. Die negative Folge könnte eine Verschärfung der Parksituation in Buchschlag sein.

SPD-Fraktionschef Rainer Jakobi, der nicht Mitglied des SUE-Ausschusses ist, geht davon aus dass seine Fraktion die Resolution unterstützen wird. Er bedauert den Wegfall des Halbstundentakts vormittags. Die zusätzlichen Direktverbindungen nach Frankfurt seien zwar gut, Jakobi fürchtet aber, dass es bei Verspätungen von Fernzügen zu Wartezeiten vor dem Hauptbahnhof kommt. Die längere Umsteigezeit in Buchschlag sei problematisch. Wenn die Fahrgäste künftig ankommen, können sie seiner Meinung nach in der Regel noch die S-Bahn sehen. Die Chancen seien aber gering, diese zu erreichen.

Skeptisch zeigte sich gestern Ausschussmitglied Joachim Greul (CDU). Er spricht nach einer ersten Durchsicht von einem populistischen Antrag der Grünen, der verschiedene Aspekte vermenge. Einzig die Forderung, die Ergebnisse der jüngsten Fahrgasterhebung mitzuteilen, könne er teilen. Die Angaben zu den Fahrzeitverlängerungen sind ihm zu ungenau.

Beispiele aus dem neuen RMV-Preissystem

Der Rödermärker SPD-Fraktionschef Armin Lauer, der auf die Verschlechterungen aufmerksam gemacht hatte, hat Hinweise auf Korrekturen im Fahrplan erhalten. Vielleicht habe der Druck ja gewirkt, sagte er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Deshalb hat die SPD der Nachbarstadt beantragt, vor einer Resolution erst einmal Verantwortliche von RMV und KVG Anfang Februar einzuladen, um sich genauer informieren zu lassen. Vom RMW war gestern keine Auskunft zu erhalten.

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