Geschichts- und Heimatverein

Verein muss sehen wie er über die Runden kommt – Absagen reißen Loch in die Kasse

Im Einsatz gegen wucherndes Grün im Burggarten waren (von links) Ralf Bernhard, Detlef Odenwald und James Kelly.
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Im Einsatz gegen wucherndes Grün im Burggarten waren (von links) Ralf Bernhard, Detlef Odenwald und James Kelly.

In einem normalen Sommer würden momentan die Burgfestspiele Besucher aus der gesamten Region in den Burggarten mit seiner einzigartigen Atmosphäre locken und erste Plakate und Flyer das Burgfest im September bewerben.

Dreieichenhain – Doch das kann alles in Zeiten von Corona nicht stattfinden – mit finanziellen Folgen für den Geschichts- und Heimatverein (GHV), dem Besitzer der historischen Anlage, dem damit Einnahmen aus der Vermietung entgehen. „Für uns ist das keine einfache Zeit“, sagt Vorsitzender Detlef Odenwald.

Denn nicht nur die Großevents mussten abgesagt werden, auch kleinere Veranstaltungen und die Vermietung des Kellers entfallen und reißen Löcher in die Kasse des GHV. Und Hochzeiten gab es bis zum vergangenen Wochenende ebenfalls keine. „Wir werden bis zum Jahresende nur wenige Einnahmen haben“, so Odenwald. Das Personal musste deshalb in Kurzarbeit geschickt werden.

Das Grün im Burggarten wuchert trotzdem. Deshalb haben sich Odenwald, Burggärtner James Kelly und Schriftführer Ralf Bernhard zum Arbeitseinsatz getroffen, damit sich Besucher nicht mehr durch hohes Gras und üppige Hecken schlagen müssen. Am Ende hatte das Trio einen Anhänger mit Grünschnitt gefüllt. Odenwald hofft, dass es im Herbst einen weiteren Arbeitstag geben wird – dann wieder mit den Kerbborschen. „Das war dieses Mal zu knapp“, so Odenwald.

Ein Besuch der imposanten Burganlage lohnt sich, auch wenn die Burgfestspiele und das Burgfest ausfallen.

Der Kreis unterstützt den Verein weiterhin. Zudem hofft Odenwald, dass die Gastronomie mit dem wieder eröffneten El Castillo auf dem Burggelände gut läuft. Der Vorstand hat der Pächterin zusätzlichen Platz zur Verfügung gestellt, um mehr Besucher bewirten zu können. Geplant ist ein dreitägiges Event mit Hainer Gastronomiebetrieben. Dadurch wünscht sich Odenwald auch Einnahmen für den Verein, „um uns etwas aus dem Loch herauszuhelfen“. Es gebe zwar aktuell Anfragen zur Vermietung des Kellers, doch daran sei angesichts der Räumlichkeiten in der aktuellen Situation nicht zu denken. Wieder geöffnet ist dagegen das Dreieich-Museum. Da freuen sich Odenwald und Leiterin Corinna Molitor über das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter.

„Man schlägt sich so durch“, sagt er. Der Vorsitzende setzt darauf, dass es 2021 wie gewohnt weitergeht. Ansonsten werde es für den Burgeigentümer sehr schwer, über die Runden zu kommen.

Glücklicherweise befindet sich das Gemäuer in einem guten Zustand. Doch immer wieder gibt es Probleme durch Verwurzelungen im Mauerwerk, die zu Schäden führen und eigentlich schnell beseitigt werden müssten. In diesem Jahr hätte es dazu Routinearbeiten geben sollen. Doch an diese sei angesichts der finanziellen Situation nicht zu denken. Um schlimmere Schäden am Mauerwerk vorzubeugen, soll beim Aktionstag im Herbst zumindest Efeu beseitigt werden.

Eine positive Mitteilung hat Odenwald aber parat. In Sachen Vermüllung sei es etwas besser geworden. Er appelliert weiter an die Besucher, ihren Müll mitzunehmen oder in die Abfallbehälter zu werfen. Geärgert hat sich Odenwald über eine Schmiererei. Auf dem Weg zu einer Vorstandssitzung seien Jugendliche ermahnt worden, die ihren Unmut danach an dem Gemäuer ausließen. „Doch das wurde von einer unserer Videokameras gefilmt. Wir haben das dann der Polizei übergeben“, berichtet der GHV-Vorsitzende, der auf Abschreckung durch die Kameras setzt. (VON HOLGER KLEMM)

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