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Gutachter bestätigen: A661 ist lauter geworden

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Von: Frank Mahn

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© Archiv: hok

Dreieich - Es hat etwas länger gedauert als gedacht, aber seit ein paar Tagen liegt das Schallschutzgutachten vor, das die Bürgerinitiative A 661 in Auftrag gegeben hat. Von Frank Mahn

Die BI sieht sich durch das Ergebnis in ihrer Einschätzung der Situation und ihrer Forderung nach einer Lärmschutzwand bestätigt. Eine Lärmschutzwand ist es auch, die die Anwohner auf der Dreieichenhainer Seite der Autobahn als Wurzel allen Übels ausgemacht haben. Seit auf der anderen Seite die Mauer zum Schutz des Sprendlinger Neubaugebiets Heckenborn steht, klagen sie über eine höhere Belastung durch Autolärm. Um dieses subjektive Empfinden mit Fakten zu untermauern, hat die BI um Bernd Neitzel, Michael Graf und Dr. Helmut Görling vom Frankenthaler Ingenieurbüro IBS ein Gutachten erstellen lassen. Kostenpunkt: 8 000 Euro.

Die Sachverständigen kommen in der schalltechnischen Expertise unter anderem zu dem Ergebnis, dass durch die Lärmschutzwand und die Betonleitelemente auf der gegenüberliegenden Seite die Verkehrsgeräusche an „zahlreichen untersuchten Immissionsorten am nordwestlichen Ortsrand von Dreieichenhain um bis zu 2,6 dB(A) zugenommen haben“. An mehreren Standorten, so das Büro, würden die vor dem Bau der Lärmschutzwand und der Betongleitschutzwände dort unterschrittenen Immissionsgrenzwerte von 59 dB(A) zur Tages- und 49 dB(A) zur Nachtzeit, wie sie für das Baugebiet Heckenborn einzuhalten seien, überschritten. Da die Berechnung auf Grundlage der Straßenverkehrszählung von 2010 basiert, rechnen die Gutachter mit weiteren „Ausschlägen“ nach oben, wenn die Daten der Zählung von 2015 herangezogen werden.

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Die Firma IBS hat klare Vorstellungen, wie den Dreieichenhainern geholfen werden könnte. „Eine nachhaltige Lösung, mit der voraussichtlich die meisten Konflikte gelöst werden könnten, wäre die Errichtung einer zweiten Lärmschutzwand. Bis entsprechende Schallschutzmaßnahmen realisiert werden, könnte durch eine Ausdehnung der im Nachtzeitraum bereits vorhandenen Geschwindigkeitsbeschränkung (80 km/h) auf den Tagzeitraum eine Pegelminderung von bis zu 3,6 dB(A) erreicht werden.“ Sollte auf der Fahrbahn der A 661 Richtung Norden kein geräuscharmer Belag verbaut worden sein, könnte durch eine entsprechende Sanierung eine weitere Reduzierung des Lärms um bis zu 2,0 dB(A) erzielt werden, meinen die Gutachter. Ein 24-stündiges Tempolimit wird es auf die Schnelle definitiv nicht geben. Das hessische Verkehrsministerium hat einer Bitte der Stadt Dreieich eine Absage erteilt. Die Überprüfung habe ergeben, „dass die Voraussetzungen für eine rechtssichere Anordnung einer ganztägigen Geschwindigkeitsbeschränkung aus Lärmschutz- oder Verkehrssicherheitsgründen auf dem betreffenden Streckenabschnitt der A 661 nicht vorliegen“, hat Staatssekretär Mathias Samson Erstem Stadtrat Martin Burlon geschrieben. Wenn die Daten der bundesweiten Zählung von 2015 vorlägen, werde die Lärmsituation erneut überprüft und bewertet, so Samson.

Die BI hat den Fraktionen im Stadtparlament derweil eine Zusammenfassung des Gutachtens zukommen lassen. Im Vorfeld der Kommunalwahl will sie wissen, wie die Politiker die Untersuchung bewerten und welche Schlüsse sie daraus ziehen. Deshalb hat die BI die Fraktionen bis nächsten Donnerstag um Stellungnahmen gebeten. Für Dienstag, 1.März, 19.30 Uhr, lädt sie zudem zu einer Informationsveranstaltung in die Gaststätte der SKG Sprendlingen ein.

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