Oldtimer-Schau in historischer Kulisse

Fahrgass’ Classics lockt Besucher nach Dreieichenhain

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Bei der Fahrgass’ Classics wird die malerische Kulisse Dreieichenhains zur Boxengasse für historische Karossen. Gestern war’s wieder soweit –Tausende nutzten die Gelegenheit, unter Motorhauben zu schauen.

So richtig will der alte Motor nicht. Gerhard Kammholz kurbelt und kurbelt, aber die Maschine des Ford A Baujahr 1928 springt nicht an. Der Sprendlinger Oldtimerbesitzer gibt zunächst auf, lässt einen jüngeren Passanten ran. Auch der versucht’s – vergeblich.

Dreieichenhain – Es dauert dann noch einige Zeit, aber schließlich springt der rot lackierte Wagen, der auf der Fahrgasse steht, an. „Der springt immer an – es kann halt eine Weile dauern“, scherzt Kammholz, der das Schmuckstückchen vor ziemlich genau 20 Jahren von einem bekannten Oldtimer-Sammler kaufte. „Es hatte nur einige Kratzer im Lack, da hab’ ich das Auto umlackieren lassen – von Grau in Rot“, erzählt Kammholz. „Originalrot, versteht sich. “.

Gerhard Kammholz ist nur einer von etlichen Enthusiasten, die am gestrigen Sonntag ihre Oldtimer auf Dreieichenhains historischem Pflaster im Rahmen der Fahrgass’ Classics präsentiert haben. Die Veranstaltung ist das Baby der Werbegemeinschaft Dreieichenhain. „Die erste fand statt, als Dreieichenhain 750. Geburtstag feierte“, erinnert sich Oliver Giehl, Chef der Werbegemeinschaft. Sie kam damals so gut an, dass sie seitdem jährlich auf die Beine gestellt wird. „Heute geht es nicht um Umsätze, sondern um Werbung für die Fahrgass’ und für Dreieichenhain“, umreißt Giehl die Idee zur Veranstaltung. Jene locken auch gestern wieder etliche tausend Besucher an.

Mit Geduld und Kurbel: Manchmal dauert’s ein Weilchen, bis so ein Oldtimer anspringt.

Kunden sollen bei dieser Gelegenheit die Vielfalt und die Qualität der Geschäfte in der Altstadt entdecken, wünscht sich Giehl. „Wir wollen Menschen aus der Umgebung anlocken und das Dreieichenhainer Handwerk und Gewerbe präsentieren.“ Giehl ist selbst passionierter Oldtimer-Liebhaber. Am Obertor stellt er seinen Bentley S2 aus dem Jahr 1962 vor, den er seit acht Jahren besitzt. „Ich bin von Oldtimern einfach fasziniert“, sagt er. Die Marke Bentley fand Giehl, selbst Jahrgang 1963, immer schon toll. „In der Schule hab’ ich schon an meinem Moped geschraubt und das später auch an meinem VW-Käfer getan“, verrät er. „Klar: Moderne, neue Autos springen immer an und haben auch sonst enorm viele Vorzüge“, weiß Giehl. „Aber Ingenieurtechnik von damals fasziniert mich einfach.“ Und noch etwas: „Jeder verbindet irgendeine Erinnerung oder ein Erlebnis aus der Jugend mit einem Oldtimer.“

Ähnlich sieht es Franz Hofmann von den Oldtimerfreunden Dreieich. „Wir sind heute mit insgesamt 70 Fahrzeugen hier“, sagt der Chef der Fahrzeugliebhaber. Gut 50 von diesen gibt es im Burggarten zu bestaunen. Unter anderem Hofmanns Ford Galaxie Skyliner von 1959. „Wir sind zum zweiten Mal hier im Burggarten und sehr zufrieden. Das Wetter könnte besser sein, aber das ist nun mal nicht zu ändern“, so Hofmann, der selbst von Beginn an bei der Fahrgass’ Classics dabei ist. Für die gut zwei Dutzend Vereinsmitglieder sei das stets eine willkommene Gelegenheit, die eigenen Fahrzeuge mal vor Publikum zu präsentieren. „Die übrigen Autos sind von befreundeten Sammlern“, erzählt Hofmann, der mit seinem Ford Galaxie Skyliner jährlich noch um die 6 000 Kilometer zurücklegt.

VON ENRICO SAUDA

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