Der erste Schritt ist gemacht

TVD und Stadt einig über Vertrag für Sportgelände

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Aus den Händen von Peter Dinkel (links) nahm Gerhard Liebermann die Ehrenplakette des Landessportbundes in Gold entgegen. Ehefrau Rosi freute sich über Blumen.  

Dreieichenhain - Es ist zwar erst einmal nur die kleine Lösung, aber für den TV Dreieichenhain dennoch eine Entscheidung von historischer Tragweite. Von Frank Mahn

Nach zähen Verhandlungen sind sich der Verein und die Stadt einig geworden, was die Übernahme des Geländes an der Breiten Haagwegschneise betrifft. Wie der langjährige Vorstandssprecher Gerhard Liebermann in der Jahreshauptversammlung berichtete, sei ein einheitlicher Pachtvertrag für die verschiedenen städtischen Grundstücke, die der Turnverein an der Breiten Haagwegschneise für seine Angebote nutzt, unterschriftsreif. Neu hinzugekommen ist das Ferienspiel-Areal. Der Vertrag wird am 1. Januar 2017 in Kraft treten und eine Laufzeit von 40 Jahren haben. „Damit haben wir uns das Gelände bis 2057 gesichert. Egal, was passiert“, so Liebermann.

Ausgeklammert haben die Verhandlungspartner die drei Fußballplätze, also die große Lösung, die der TVD ursprünglich angestrebt hatte. Das hängt inzwischen auch mit dem Gutachten zusammen, das ein Ingenieurbüro zur Auslastung der städtischen Sportplätze angefertigt hat und jüngst vorgestellt wurde. Das Büro schlägt unter anderem vor, den Rasenplatz des benachbarten SVD aus Kostengründen aufzugeben und den Spiel- und Trainingsbetrieb zum TVD zu verlagern. Ob es so kommt, ist ungewiss. Auch deshalb wurde „Plan A“ in den Verhandlungen mit der Stadt zurückgestellt. „Aber der erste Schritt schließt den zweiten nicht aus“, sagte Dr. Heiko Lenhard, der in der Versammlung zum Nachfolger von Liebermann gewählt wurde.

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Aus Sicht der TVD-Verantwortlichen hat die Übernahme viele Vorteile für den Verein. „Wir sind der Meinung, dass wir die Sportanlagen günstiger betreiben können als die Stadt. Wir können wie ein Eigentümer agieren und schaffen uns damit zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch Vermietungen“, führte Lenhard aus. Auch die Stadt soll unterm Strich natürlich besser fahren, obwohl das Modell nur mit Zuschüssen der öffentlichen Hand funktionieren kann. Der Plan, die Anlage in eigener Regie zu übernehmen, sei für Gerhard Liebermann eine Art „Lebenswerk“ gewesen, sagte Vorstandskollege Georg Fuhrländer. Am Ende seiner Tätigkeit im Hauptvorstand könne er mit dem sogenannten Plan B „auf einen vernünftigen Teilerfolg stolz sein“, so Fuhrländer. „Wir sind froh, dass du gewisse Aufgaben im Bereich Marketing weiter übernehmen wirst und wir nicht ganz auf deine wertvolle Mitarbeit verzichten müssen.“

Nach insgesamt mehr als 20 Jahren in vorderster Linie hat sich Liebermann in die zweite Reihe zurückgezogen. Der 74-Jährige muss aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. Seine Arbeit im Sportkreis würdigte dessen Vorsitzender Peter Dinkel. Er beließ es nicht bei lobenden Worten, sondern überraschte den Sportfunktionär mit der Ehrenplakette des Landessportbundes in Gold – „in Anerkennung und als Dank für das vorbildliche Engagement für Schule und Verein im Sportkreis Offenbach“.

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In seine Fußstapfen tritt mit Heiko Lenhard ein Kind des TVD. Der 43-Jährige ist seit seinem zweiten Lebensjahr Mitglied des Turnvereins. Er fungiert künftig als Sprecher des Vorstands und zeichnet für den Bereich Sport und Sportmarketing verantwortlich. Weiterhin gehören der Führungsriege Georg Fuhrländer (Vorstand Immobilien), Renate von Rockenthien (Vorstand Finanzen) und Monika Lenhard (Schriftführerin) an.

Zum Jahresende zählte der Turnverein rund 1 450 Mitglieder – das ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr. Allerdings nehmen viele Dreieicher an Kursen des TVD teil, ohne Mitglied zu werden. Nach wie vor zählt der Klub zu den zehn größten Vereinen im Kreis Offenbach.

Für unvorhersehbare Reparaturen und Erneuerungen in seinem Sportzentrum musste der Verein im vergangenen Jahr mehr als 50.000 Euro investieren. Die Ausgaben wurden zum größten Teil über die Hausbank finanziert. Zudem kam der Verein um eine Beitragserhöhung nicht umhin, um seine umfangreichen Liegenschaften erhalten zu können. Fuhrländer hob die Kegelabteilung hervor, die bei der Renovierung der Bahnen erhebliche Eigenleistungen erbracht habe.

Für „Nice-to-have-Aktivitäten“ gibt es laut Liebermann – auch vor dem Hintergrund gestiegener Allgemeinkosten – keine Spielräume mehr. Zudem müsse man für 2015 mit etwa 7 000 Euro an Sportplatzgebühren rechnen. „Wir sind dank der an den Realitäten orientierten Ausgabenpolitik finanziell gesund, aber die Luft wird immer dünner.“

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