Vorteile durch Verlängerung

Dreieicher FWG will RTW nach Langen weiterführen

Bahnhof Buchschlag
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Nach der bisherigen Planung soll die RTW am Bahnhof Buchschlag enden.

Die Freien Wähler in Dreieich sprechen sich für eine Verlängerung der Regionaltangente West (RTW) nach Langen aus. Das bringe mehr Vorteile auch für Dreieich mit sich als der bisher angedachte Endpunkt in Buchschlag.

Dreieich -Die RTW gehört für die FWG zu den verkehrspolitischen Projekten, die den Kreis Offenbach elektrisieren – wie die mögliche Verlängerung der S2 über Dieburg nach Darmstadt, die Verlängerung der Straßenbahn 17 nach Sprendlingen sowie die Ertüchtigung der Dreieichbahn. Die neue Bahn-Linie soll den südlichen Teil des Kreises an die wichtigen Industrie- und Gewerbegebiete im Westen des Rhein-Main-Gebiets inklusive Flughafen direkt anbinden. „Derzeit nehmen noch immer viele Berufstätige des Kreises Offenbach das Auto oder müssen mühsam über die Frankfurter City zu ihren Arbeitsplätzen gelangen“, betont FWG-Fraktionschef Marco Lang. In Zukunft werden sie direkt und bequem mit der RTW fahren können. Seit längerem wird jedoch bereits über eine Fortführung nach Langen diskutiert.

Die FWG Dreieich verfolgt diese Debatte mit Spannung. Bisher ist der Endhaltepunkt quasi mitten im Wohngebiet Buchschlag geplant, da sich die Planungsgesellschaft für einen eigenen Bahnsteig im Wäldchen der Eleonorenanlage ausgesprochen hat. Die Anwohner befürchten dadurch nicht nur eine stark zunehmende Lärmbelastung („Lärmschutzwände wollen die RTW-Planer natürlich nicht bauen“), sondern rechnen auch mit mehr Autos von Pendlern und einer Verschlechterung der Parksituation. Lang: „Die Situation wird sich in Anbetracht des von der Deutschen Bahn geplanten kostenpflichtigen Parkplatzes ohnehin noch verschlimmern.“

Eine Weiterführung bis nach Langen würde einen eigenen Bahnsteig überflüssig machen. Pendler müssten wie bisher auch in die Dreieichbahn umsteigen. Die von vielen Pendlern und politischen Fraktionen perspektivisch angestrebte Einbindung der RTW in die Dreieichbahn wäre ungeachtet technischer Hürden ebenfalls grundsätzlich möglich.

Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung scheint aus FWG-Sicht mittlerweile eine Weiterführung durchaus sinnvoll, zumal Langen bereits jetzt Knoten- und Umsteigepunkt für Regionalzüge ist. Am Buchschlager Bahnhof würden teure Umbauarbeiten entfallen und die zu erwartenden Lärmprobleme entschärft. Lang: „Eine Anpassung der Planung sollte auch kein Hexenwerk sein.“ Letztlich müsste die Strecke nur wenige Kilometer bis Langen verlängert werden. Erste vorliegende Pläne zeigen laut FWG, dass das machbar ist. Zudem würden sich die Wirtschaftlichkeitskennziffern der Strecke um mehr als 50 Prozent verbessern.

Die Freien Wähler haben in intensiven Gesprächen mit den Planern das Für und Wider einer Anbindung der RTW an Langen diskutiert. „Dabei war erkennbar, dass sich eine Weiterführung auch durchaus rechnen würde, aber die Planungen ungeachtet der Abwägung fortgeführt werden sollen“, berichtet Lang. Über eine Verlängerung könne man eventuell später noch sprechen. Die FWG ist der Meinung, dass eine Änderung des Endhaltepunktes aber jetzt zu Ende gedacht und geplant werden muss.

Bei einer Entscheidung im Nachgang für Langen, wären sinnlose Baumaßnahmen in Buchschlag umgesetzt und Gelder verschwendet worden. „Die Planungsgesellschaft sollte ihre starre Haltung aufgeben und den Stimmen aus der betroffenen Region ausreichend Beachtung schenken“, appelliert die FWG. Diese Chance zur Nachprüfung der besten Variante biete sich nun sogar, da die Stadt Eschborn in der vergangenen Woche Einwände gegen die Streckenführung beschlossen hat, die ohnehin zu zeitlichen Verzögerungen führen können.  (hok)

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