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Dreieicher Grundschule dankbar für Präsenzunterricht

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Von: Nicole Jost

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Ein Luftfiltergerät steht in einem Klassenraum, um die Konzentration von Aerosolen senken zu können.
Ein Luftfiltergerät steht in einem Klassenraum, um die Konzentration von Aerosolen senken zu können. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Schule hat auch in Dreieich wieder begonnen - und das bei derzeit täglich steigenden Coronazahlen. Schon kurz vor Weihnachten wurde diskutiert, ob es eine Lösung sein könnte, die Ferien zu verlängern oder ob eine Rückkehr zum Wechselmodell oder gar zum Distanzunterricht Optionen sind. Bundesweit war bei den Kultusministern dann Tenor: Schulschließungen soll es nur geben, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Auch der hessische Kultusminister Alexander Lorz machte deutlich: „Wir räumen dem Präsenzunterricht nach wie vor höchste Priorität ein.“

Dreieich - Für Michaela Holzkämper, Leiterin der Offenthaler Wingertschule, eine richtige Entscheidung. „Besonders für Grundschulkinder ist der Präsenzunterricht wichtig, es ist gut, wenn sie jeden Tag in der Schule sind. Nur so erreichen wir wirklich alle Kinder. Das mag an den weiterführenden Schulen ein bisschen anders aussehen“, so die Chefin der Grundschule.

Sie ist froh, dass es jetzt zunächst einmal weitergeht wie vor den Ferien. Die Testung dreimal in der Woche ist inzwischen eine gut eingeführte Routine. Das komplette Kollegium steht hinter der Maskenpflicht auch für die Grundschulkinder. „Wir werden mit dem Virus leben müssen. Ich persönlich bin auch für eine Impfpflicht. Zum Glück hatten wir um die Impffrage unter den Kollegen keinerlei Diskussionen. Und wir haben inzwischen auch etliche Kinder, die bereits geimpft sind und mir ganz stolz das Pflaster gezeigt haben“, erzählt Holzkämper. Die vom Kreis Offenbach angekündigten Luftreinigungsgeräte sind inzwischen da. In jedem Klassenraum steht ein solches Gerät, das Michaela Holzkämper als „überraschend leise“ beschreibt. Die zusätzliche Sicherheitsmaßnahme verursacht also keine Störung im Unterricht. Allerdings: Auch die neue Technik entbindet die Lehrer nicht davon, die Klassenräume alle 20 Minuten gut zu lüften.

Schon in der letzten Ferienwoche, kurz vor dem Schulstart, hat die Schulleiterin einige Coronafälle in der Schülerschaft gemeldet bekommen – aber es war eine sehr kleine Anzahl. Wenn die Omikron-Variante richtig durchschlage und für hohe Infektionswellen auch an der Offenthaler Grundschule sorgen sollte, muss das Konzept neu überdacht werden. „Aber das werden dann die Fachleute schon richtig entscheiden“, so Holzkämper. Am ersten Schultag habe es morgens einige Krankmeldungen im Sekretariat gegeben. „Wir sind froh, dass die Eltern mitdenken und die Kinder auch bei kleineren Krankheitssymptomen vorsichtshalber zu Hause lassen. Die erste Testung am Montagmorgen hat auch keinen einzigen positiven Fall gebracht“, ist Holzkämper erleichtert.

Und wie ist die Stimmung in der Elternschaft? Wünschen sich die Erziehungsberechtigten den Präsenzunterricht oder ziehen sie Vorsicht und Distanzunterricht vor? Zu Beginn der Pandemie gab es viele Diskussionen in den diversen Elterngruppen in WhatsApp mit reichlich unterschiedlichen Meinungen. Die einen beschwerten sich, weil die Kinder lange Masken tragen müssen, die anderen hatten Sorge, dass die Maskenpflicht nicht genügend kontrolliert wird und die Ansteckungsgefahr zu hoch ist. Das gleiche Dilemma bei den Tests, die einen waren dafür, die anderen dagegen.

„Insgesamt muss man sagen, dass es sehr viel ruhiger geworden ist. Die Maskenpflicht im Unterricht ist gar kein Thema mehr und auch die regelmäßige Testung hat keine Diskussionen mehr zur Folge“, sagt der Elternbeiratsvorsitzende der Wingertschule, Andreas Holzapfel. Vor den Weihnachtsferien habe es eine höhere Anzahl von positiven Coronatests an der Grundschule gegeben. „Da geht dann das betroffene Kind in Quarantäne und die Klasse macht tägliche Tests, um mögliche Ansteckungen sehr schnell zu entdecken“, so Holzapfel. Worin sich die Eltern in großer Breite aber einig seien, ist, dass sie sich so viel Präsenzunterricht wünschen, wie in dieser Situation eben möglich ist. „Das hat sicher damit zu tun, dass das Homeschooling in einigen Familien nicht so richtig geklappt hat. Da sind wir alle froh, dass die politische Entscheidung aus dem Kultusministerium für den Präsenzunterricht getroffen wurde“, sagt der Elternbeiratsvorsitzende.

Von Nicole Jost

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