Jürgen Jörges klärt über den schwarzen Pilz auf

Dreieicher Malermeister schreibt Buch über Schimmel

An den Wänden eines Zimmers hat sich schwarzer Schimmel ausgebreitet. Der Pilz sieht nicht nur unschön aus, er gefährdet auch die Gesundheit.
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An den Wänden eines Zimmers hat sich schwarzer Schimmel ausgebreitet. Der Pilz sieht nicht nur unschön aus, er gefährdet auch die Gesundheit.

Der Dreieicher Jürgen Jörges hat ein Buch über Schimmel geschrieben. Seit Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema.

Dreieich – Schimmel in der Wohnung ist nicht nur unschön anzusehen, er ist ein Gesundheitsrisiko. In seinem Buch „Schimmel, Arsch und Zwirn“ erklärt Experte Jürgen Jörges, wie dieser entsteht und was dagegen getan werden kann.

Jürgen Jörges weiß alles über Schimmel. Seit mehr als zwanzig Jahren ist der Sprendlinger als offiziell bestellter und vereidigter Sachverständigter unterwegs. Er erkennt, begutachtet und beseitigt den gefährlichen Pilz und gibt Rat, wie dieser gar nicht erst entsteht. Und sein Rat ist – laut dem Experten – bei vielen bitter nötig. „Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie wenig die Leute über Schimmel wissen“, sagt Jörges. Das wollte der Fachmann nicht länger hinnehmen und so hat sich Jörges entschieden, sein Wissen in einem Buch niederzuschreiben.

Auf 178 Seiten erzählt er kuriose Anekdoten, erläutert, dass „Schimmelbeseitigung schon in der Bibel beschrieben wird“, und zeigt Lösungen auf, wie Schimmel vermieden werden kann: „Wer Schimmel verhindern will, muss regelmäßig lüften.“ Denn dieser entstehe vor allem dann, wenn zu hohe Luftfeuchtigkeit in einem Raum herrsche. Wer also nach dem Duschen das Fenster nicht öffne oder seine Wäsche in der Wohnung trockne, müsse sich über Schimmel nicht wundern, meint Jörges. Der Experte rät daher: Mindestens drei Mal am Tag für fünf bis zehn Minuten Stoßlüften.

Der Sprendlinger Jürgen Jörges ist Autor des Buches „Schimmel, Arsch und Zwirn“.

Dass Jörges einmal Fachmann für Schimmel wird, ist zu Beginn seines Berufslebens zunächst nicht absehbar. Nach seinem Realschulabschluss an der Heinrich-Heine-Schule beginnt er eine Lehre in der Schreinerei Hildebrandt in Dreieichenhain. Nach Gesellenprüfung und Wehrdienst macht der Sprendlinger 1988 seinen Meister. Lange wird Jörges aber nicht in diesem Beruf arbeiten. Da seine Frau Kirsten den Malerbetrieb ihres Vaters übernehmen möchte, schult Jörges um, wird Maler und Lackierer. Und das, ohne eine richtige Lehre zu absolvieren. Die Praxis lernt er im Betrieb seines Schwiegervaters, die Theorie bringt er sich als Gasthörer an der Meisterschule bei. Und auch in diesem Beruf legt er die Meisterprüfung erfolgreich ab.

Diese Prüfung ist dann auch der entscheidende Anstoß, der Jörges zum Schimmel-Experten machen wird. „Ich habe mich so sehr über meine Prüfer geärgert, dass ich selbst in die Kommission wollte.“ Gesagt, getan! Der Job in der Kommission gefällt dem Malermeister, bei den Korrekturen der Prüfungen fällt ihm immer wieder auf, wie sehr er sich dafür interessiert, wieso gewisse Dinge nicht funktionieren und was man dagegen tun kann. Jörges möchte nicht länger nur als Prüfer tätig zu sein.

Er bildet sich weiter, wird 2000 zum Sachverständigen. Beim Schimmel landet Jörges durch weitere Fortbildungen, „die jeder Sachverständige absolvieren muss“. Zum Experten machen ihn diese jedoch noch nicht. Seinen Status als Fachmann für die schwarzen Sporen erlangt Jörges durch einen Fachkundenachweis, den er vom TÜV Rheinland und dem Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz erhält. Zudem hat der Sprendlinger in den vergangenen 20 Jahren viele Schadensbilder gesehen und bewertet sowie Gutachten angefertigt.

Jürgen Jörges’ Buch ist ab sofort erhältlich.

Sein Buch soll daher nicht nur als Ratgeber dienen, Jörges möchte mit dem Werk auch seine Sichtweise darlegen. Denn diese, meint er, unterscheide sich von anderen. So erlebe er oft, dass bei einem Schimmelbefall Mieter und Vermieter nur darüber streiten, wer Schuld an der Schimmelbildung trägt. Dabei sei die Antwort auf diese Frage ganz einfach, meint der Experte: „Schuld hat immer das Wasser.“ Mit den Tipps und Tricks, die Jörges in seinem Buch zusammenträgt, könnten solche Streitereien bald Vergangenheit sein. Erhältlich ist „Schimmel, Arsch und Zwirn“ seit Anfang dieser Woche überall dort, wo es Bücher gibt (Preis: 18 Euro).

Zur Veröffentlichung seines Premierenstücks hat sich Jürgen Jörges noch etwas Besonderes einfallen lassen: Da er sein Buch aufgrund der Corona-Pandemie nicht öffentlich vorstellen kann, hat der Sprendlinger in Zusammenarbeit mit dem Buchladen „Gut gegen Nordwind“ eine digitale Buchpremiere organisiert. Diese wird am kommenden Donnerstag, 21. Januar, um 20 Uhr in den Räumen des Buchladens auf der Hauptstraße in Sprendlingen stattfinden.

Den Link dazu erhält jeder, der sich eine der limitierten Eventboxen für 26 Euro sichert. Diese enthält zudem ein handsigniertes Buch und themenbezogene Geschenke. Erworben werden kann die Box per Mail an buch@juergen-joerges.de sowie unter genialokal.de. Jörges bittet jeden, der die Eventbox über den Buchladen „Gut gegen Nordwind“ bestellt, eine Mailadresse zu hinterlegen, an die der Link für die digitale Premierenfeier gesendet werden kann. Alle Einnahmen aus den Eventboxen wird Jörges dem Sprendlinger Buchladen zukommen lassen. Er wolle damit den Buchhandel unterstützen, erläutert er. (Von Joshua Bär)

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