Hilfe für junge Bäumchen

Dreieicher Waldfreunde im Einsatz

Einer markiert, der andere fräst frei: Joergen Deutschmann (links) und Michael Hampel bei der Waldarbeit.
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Einer markiert, der andere fräst frei: Joergen Deutschmann (links) und Michael Hampel bei der Waldarbeit.

Mit Vorsicht und vor allem mit einem Adlerauge watet Joergen Deutschmann durch das Waldstück am Dreieichenhainer Schützenhaus. Hier hatten die Waldfreunde im vergangenen Jahr rund 500 Bäume und Sträucher gesetzt, wo der Sturm im Jahr 2019 schlimm gewütet hatte. Deutschmann ist der ausgewiesene Baumexperte im Verein und es gilt, den immer noch zarten Pflanzen ein wenig Starthilfe zu geben.

Dreieich - Die Waldfreunde haben ihre Mitglieder zu einem Arbeitseinsatz eingeladen, um den Hainbuchen, Winterlinden, Esskastanien, Wildrosen, Haselnusssträuchern und noch einigen weiteren Sorten zu helfen, den Kampf gegen die überwuchernden Brombeeren und anderes Gestrüpp zu gewinnen. „Natürlich ist das ein großer Aufwand, die Bäumchen freizuschneiden“, weiß Deutschmann, „aber es war ja auch ein großer Aufwand, sie einzupflanzen. Wir möchten möglichst viele von den Bäumen groß werden sehen.“ Rund 15 Helfer sind ausgerückt, darunter auch Familien mit Kindern, mit Rosenscheren und Handschuhen in den Händen, um das dornige Gestrüpp wegzuschneiden. Zunächst müssen die Pflanzen gefunden werden, gar nicht so leicht besonders im vorderen Dickicht, wo sich die Brombeeren ihren Weg in den Wald gesucht haben.

Deutschmann markiert die zu schützenden Pflanzen mit einem Neonspray, die Helfer schneiden sie zunächst mit den kleinen Scheren frei, um damit Platz für die größeren Fräsen zu schaffen. Es ist schön zu sehen, mit wie viel Engagement die jüngsten Helfer ans Werk gehen. „Es ist toll, dass es den Eltern so wichtig ist, ihren Kindern die Bedeutung des Waldes zu erklären und sie gemeinsam einen solchen Einsatz bringen“, ist Deutschmann begeistert. Nach rund zwei Stunden ist die Feinarbeit getan und Michael Hampel kann den Dornen mit der Fräse den Garaus machen. Rund 80 Prozent der eingepflanzten Bäume haben das erste Jahr überlebt. Eine gute Quote. Diese Art von Arbeitseinsatz muss im nächsten Frühjahr und im Herbst wiederholt werden – danach sollten die Bäume groß genug sein, den Weg alleine nach oben zu schaffen.

Die nächste Aktion der Waldfreunde ist längst geplant: Am Samstag, 4. Dezember, von 15 bis 17 Uhr werden beim „Adventszauber in der Dreieichenhainer Burg“ Bäume geschmückt. Fünf zwei Meter hohe Douglasien am Ballen werden in Töpfen im Burggarten aufgestellt und können nach der Weihnachtszeit nachhaltig eingepflanzt werden. Den selbst gebastelten Baumschmuck bringen Kinder, Schulen und Horte zum Termin mit.

Von Nicole Jost

Sie haben mit der Rosenschere geholfen, die Bäume frei zu schneiden: Sandra, Matilda und Samuel Luschtinetz.

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