Klimawandel begünstigt Schädling

DLB geht wieder gegen den Eichenprozessionsspinner vor

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Eichenprozessionsspinner

 In der nächsten Woche geht es los. Dann beginnt eine Firma aus Bad Vilbel an ausgesuchten Standorten in Dreieich und Neu-Isenburg damit, den Eichenprozessionsspinner unschädlich zu machen.

Dreieich/Neu-Isenburg – Die haarigen Raupen des Schmetterlings fressen nicht nur Bäume kahl, sie sind auch eine Gefahr für den Menschen. Die Nesselhaare verursachen bei Hautkontakt einen juckenden Ausschlag und in Einzelfällen kommt es zu weiteren allergischen Reaktionen, insbesondere der Atemwege.

Der gefräßige Schädling ist seit Jahren auf dem Vormarsch und mittlerweile in alle Bundesländer vorgedrungen, auch weil die steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen seine Lebensbedingungen begünstigen. Selbst schneereiche, besonders kalte oder lange Winter – so es die denn gäbe – hätten keinen Einfluss auf die Spinner, da sie sich zu dieser Zeit in einem stabilen, unempfindlichen Zustand in den fast unsichtbaren Eiablagen in den Eichenkronen befinden.

Der Schädling ist an den typischen Nestern zu erkennen, die sich wie ein weißes Gespinst oder dichtes Spinnennetz um starke Äste oder Astgabeln herumlegen. Die Nester sehen ähnlich aus wie bei der harmlosen Gespinstmotte. Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von gerade einmal 25 bis 30 Millimetern.

Um die Gesundheitsgefahren für Bürger zu minimieren, geht der städtische Dienstleistungsbetrieb wieder präventiv vor. An hochfrequentierten Plätzen wie Spielplätzen, Kitas, Sportplätzen oder Schwimmbädern werden Eichen gespritzt, um die Raupen im noch nicht schädlichen Jungstadium zu bekämpfen. Dazu setzen die Fachleute aus Bad Vilbel das Mittel Dipel ES ein. Die Raupen nehmen das Insektizid beim Fressen auf und sterben. Für Menschen ist das Mittel nach Angaben des DLB ungefährlich. Gleiches gelte für Bienen.

Wenn die Spezialfirma die Bäume eingenebelt hat, können noch etwa einen halben Tag lang Tropfen von den Blättern fallen. Sie seien unschädlich, aber etwas klebrig, teilt der DLB mit. Aus diesem Grund werden die behandelten Flächen in der Regel für einen Tag abgesperrt.

„Die prophylaktische Spritzung ist nach den Erfahrungen der Vorjahre sehr effektiv, verhindert fast völlig den Befall für den Sommer des gleichen Jahres an diesen Bäumen und ist an stark frequentierten Stellen im Stadtgebiet unvermeidbar“, sagt DLB-Baumexperte Sylvio Jäckel. Er steht unter z 06102 3702-355 ebenso für Auskünfte zur Verfügung wie die städtischen Biologen in Neu-Isenburg, Hildegard Dombrowe und Dr. Markus Bucher, unter z 06102 241-720 oder 241-764.  fm

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