EDV-Bereich ist ständig im Fluss

Computer-Kurse Standbein der Kreis-Vhs

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Seit 24 Jahren ist Rita Hannebauer für die Computer-Kurse an der Kreis-Volkshochschule zuständig. Zurzeit arbeitet sie ihren Nachfolger Dr. Christian Gabriel-Junk in das umfangreiche Tätigkeitsfeld ein.

Dreieich - Wohl kaum etwas hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so dramatisch verändert wie der EDV-Bereich. Rita Hannebauer hat diese Entwicklung hautnah miterlebt. Von Holger Klemm 

Seit 24 Jahren ist sie als pädagogische Mitarbeiterin der Kreis-Volkshochschule für die Computer-Kurse zuständig. Ende Februar geht sie in den Ruhestand. Auf den Nachfolger Dr. Christian Gabriel-Junk warten neue Herausforderungen. „Die 90er Jahre waren richtige Boomjahre bei uns“, blickt Hannebauer zurück. Bis zu 2000 Kursteilnehmer zählte die Kreis-Vhs damals pro Semester in ihren EDV-Räumen in der alten Kreis-Vhs in Sprendlingen sowie in Dietzenbach und Rödermark. „Windows gab es noch nicht, es ging beispielsweise um das Betriebssystem MS-Dos“, führt sie aus. Vieles, was damals in Mode war, ist heute längst vergessen.

Hannebauer kann sich auch an die ersten Schritte mit dem Internet erinnern. „Damals mussten wir noch einen Router mieten.“ Doch geklappt hat in den Vorführstunden meist gar nichts. Mittlerweile ist das Internet aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und längst sind immer mehr mobile Geräte im Einsatz, auf die die Kreis-Vhs auch mit Angeboten reagiert.

Doch noch etwas hat sich geändert. Die EDV-Kurse in modernen Computerräumen im Haus des lebenslangen Lernens und in Rödermark werden längst nicht mehr so stark besucht. Heute sind es pro Semester 350 bis 400 Teilnehmer. „Das ist ein allgemeiner Trend“, weist Hannebauer auf eine veränderte Situation hin. Heute lernen Jugendliche in der Schule den Umgang mit dem Computer oder bringen es sich selbst bei. Zudem gebe es viele Kurse in Betrieben. Und doch seien die Volkshochschulen immer noch die erste Adresse, wenn es um private Computerkurse gehe.

Die Nutzer, die heutzutage zur Kreis-Vhs kommen, sind in der Mehrzahl ab 50 aufwärts oder wesentlich älter. Darunter sind viele Senioren, die noch nichts mit Computer und Internet zu schaffen hatten und das endlich nachholen wollen. Wichtig sei es aber weiterhin, ein breites thematisches Feld abzudecken. „Natürlich haben wir auch Kurse für Fortgeschrittene, zum Programmieren und Angebote zum Umgang mit Notebooks, Smartphones, iPads und Tablets“, meint sei. Besonders beliebt seien auch Kurse zu Bildbearbeitung und Fotobüchern.

Anregungen zu neuen Angeboten kommen durch die Teilnahme an Seminaren und Konferenzen, aber auch durch Dozenten und Nutzer. „Wir sehen ja, was nachgefragt wird.“ Trotz aller Planung sei manches aber auch Kaffeesatzleserei, was bei Interessierten ankommt und was nicht. Eine Idee brachte Hannebauer von einem Seminar mit und führte damit Generationen zusammen. Dabei handelt es sich um den Ferienkurs „Computer begreifen mit dem Raspberry Pi“ für experimentierfreudige Jugendliche und Erwachsene, die die Grundlagen zur Benutzung dieses Einplatinen-Computers nicht nur theoretisch lernen wollen. „Das hat wunderbar geklappt.“

Bei all ihren Kenntnissen überrascht es, dass Hannebauer ursprünglich gar nicht vom Fach, sondern Diplom-Psychologin ist. „Der Blick von außen ist hilfreich. Unsere Experten sind die Dozenten.“ Ihr Nachfolger Gabriel-Junk, der seit September 2015 bei der Kreis-Vhs für die Integrationskurse zuständig ist und nun auch den EDV-Bereich übernimmt, ist eigentlich Sprachwissenschaftler. „Ich werde mir da noch einiges draufpacken“, sagt der 38-Jährige, der vor 15 Jahren bei der Vhs Frankfurt anfing. Seine Hauptaufgaben seien es aber, zu planen, zu koordinieren und zu moderieren. Gabriel-Junk spricht von einem gut aufgestellten Fachbereich: „Ich will das Erreichte konservieren.“ Daneben werde es darauf ankommen, gegen den Trend zusätzliche Teilnehmer zu gewinnen.

Warum VHS, DAT und Co. nicht überleben konnten

Hinzu komme das Thema Flüchtlinge und Migranten. Als öffentliche Bildungseinrichtung hätten die Volkshochschulen den Auftrag, Sprachen und berufliche Bildung bei ihnen voranzubringen. Dazu müssten neue Modelle entwickelt werden. Da biete es sich an, die Bereiche Integrationskurse und EDV zusammenzubringen, ohne das bisherige Angebot zu vernachlässigen.

Für das neue Semester bietet die Kreis-Vhs wieder Beratungs- und Einstufungstermine für die Computerkurse an. Termin im HLL, Frankfurter Straße 160-166, ist am Dienstag, 31. Januar, von 15 bis 17.30 Uhr im Haus drei, erster Stock, Zimmer 3.104.

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