FERIENSPIELE 44 Kinder genießen in Dreieichenhain eine Woche „unter Palmen“

Ein bisschen wie im Süden

Ein Banner fürs gemeinsame Zelt: Die Jungs der Fuchsbande malen zusammen ein Stoffplakat - natürlich mit Fuchs und allen Namen der Kinder in der Gruppe.
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Ein Banner fürs gemeinsame Zelt: Die Jungs der Fuchsbande malen zusammen ein Stoffplakat - natürlich mit Fuchs und allen Namen der Kinder in der Gruppe.

Dreieich – Die Anfeuerungsrufe hallen wild durcheinander, das Gelächter ist groß und so manch einem der Kinder schwappt auch eine Ladung Wasser übers T-Shirt: Die Hai-Happen, die Dschungelkönige, die Fuchsbande und auch Die durchblickenden Detektive – alle Gruppen geben Vollgas, um den großen Eimer am Ende der Kinderschlange, die Becher um Becher weiter- schüttet, mit Wasser zu befüllen. Es geht schließlich um die Ehre, um den Tagessieg und damit um den großen Wanderpokal, der dann im Siegerzelt ausgestellt werden darf.

44 Kinder haben in der vorletzten Ferienwoche ihren Spaß bei den Dreieicher Ferienspielen. „Es war lange unklar, ob wir Kindern und Eltern das Ferienangebot machen können, aber wir waren hartnäckig und haben den städtischen Pandemiestab mit unserem Konzept überzeugt“, erzählt Ferienspielleiter Alexander Mühlmann. Und tatsächlich, das Gelände an der Breiten Haagwegschneise hat sich im Vergleich zu den Vorjahren ganz schön verändert. Es sieht in diesen Tagen mit den vier Zelten und den Palmen aus wie ein heimeliges Ferienlager. Statt auf ein großes gemeinsames Verpflegungszelt setzt das Team der Dreieicher Kinder- und Jugendarbeit auf Gruppenzelte, die ausreichenden Abstand ermöglichen. Die Gruppen haben untereinander keinen Kontakt und bleiben während der ganzen Woche unter sich. „Dieses Konzept hat auch Vorteile. Der Kontakt innerhalb der Gruppen ist enger und besonders die Atmosphäre beim Essen ist viel entspannter und auch deutlich leiser“, sagt Mühlmann lachend. Nicht zuletzt wegen der großen Palmen, die vom Beachclub stehen geblieben sind, hat das Areal die Ausstrahlung eines Campingplatzes im Süden – also Ferienstimmung pur. Und trotz der besonderen Bedingungen kann die Stadt den Eltern eine Betreuungszeit von 9 bis 16.30 Uhr und ein warmes Mittagessen bieten.

Die Kinder genießen ihre Zeit sichtlich. Jeden Tag gibt es von den Teamern, die jeweils zu dritt oder gar zu viert zehn bis zwölf Kinder betreuen, eine Tagesaufgabe. Heute steht das Verschönern der Zelte an. Alle sind kreativ und geben sich viel Mühe, das Gruppenzelt wohnlich zu gestalten. Die Fuchsbande malt ein rieses Banner mit einem – wie sollte es auch anders sein – leuchtenden Fuchs. Die durchblickenden Detektive basteln mit Holzperlen einen kunterbunten Vorhang und die Dschungelkönige hängen schöne Girlanden auf und haben Kresse gepflanzt, die sie in der laufenden Woche noch beim Wachsen beobachten möchten. Die Hai-Happen schmücken den Zelteingang mit einer Wimpelkette und einem „Herzlich Willkommen“- Schild. Die Sache hat einen Haken. „Rein ins Zelt darf niemand außer uns – wegen Corona“, betont eins der Mädchen.

Natürlich seien es andere Ferienspiele in den Zeiten der Pandemie, sagt Alexander Mühlmann. Aber vielleicht sei es sogar noch ein bisschen schöner, weil sich alle so freuen, dass sie überhaupt stattfinden.

Die Tages-Challenge, das große Wasserschütten, gewinnt an diesem Tag übrigens die Fuchsbande. Die reine Jungstruppe freut sich laut und jubelnd. Die Dschungelkönige müssen sich knapp geschlagen geben. Die Kinder kündigen aber Revanche an: „Morgen sind wir dann an der Reihe, dann geben wir noch mehr Gas und schnappen uns den Wanderpokal“, kündigen sie voller Überzeugung an.

Von Nicole Jost

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