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„Überaus faszinierend“: Neues Bienenhotel mit tausenden Bienen für die „Dreieichhörnchen“

Während die Bienen ihr Heim beziehen, bleibt Zeit für ein Gruppenfoto mit Johannes Reichmann und Ruth Wasinger (Dreieichhörnchen), Michael Edelmann (Bienenzuchtverein Langen) und Steffen Arta (Stadtwerke).
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Während die Bienen ihr Heim beziehen, bleibt Zeit für ein Gruppenfoto mit Johannes Reichmann und Ruth Wasinger (Dreieichhörnchen), Michael Edelmann (Bienenzuchtverein Langen) und Steffen Arta (Stadtwerke).

Summender Neuzugang bei den „Dreieichhörnchen“ aus Dreieich bei Offenbach: Tausende Bienen beziehen eine sogenannte „Klotzbeute“.

Dreieich – Auf den ersten Blick sieht der dicke Baumstamm mit dem breit grinsenden Gesicht nicht wirklich spektakulär aus. Doch wer genauer hinsieht, der merkt schnell, dass dieser Baumstamm kein gewöhnlicher Baumstamm ist. An der Vorderseite ist ein kleiner Schacht mit einer Brücke eingelassen, an der Hinterseite befindet sich eine Tür und der Hut ist komplett abnehmbar.

Seit einigen Tagen steht diese „Klotzbeute“ – eine künstliche, aber sehr naturnahe Bienenbehausung – im Garten der Kinder- und Jugendfarm der Dreieichhörnchen.

Die Kinder der Bienengruppe waren kürzlich sehr aufgeregt, denn endlich sollten die Bienen einziehen. Ruth Wasinger, Initiatorin und Leiterin der Kinderimkerei, erklärt: „Seit 2016 haben wir hier die ersten fünf Bienenvölker in gewöhnlichen Bienenstöcken beheimatet. Die neue Klotzbeute kommt nun der natürlichen Behausung der Bienen sehr nahe, denn in der Natur würde ein Bienenvolk auch in einen abgestorbenen Baumstamm ziehen.“

Bei Offenbach: Neues Bienenhotel - Spende von den Stadtwerken Dreieich

Aus diesem Grund sollen die Bienen in ihrem neuen Nest, das der Farm komplett von den Stadtwerken Dreieich gespendet wurde, auch auf sich alleine gestellt sein. Sowohl den Honig, als auch das Wachs sollen sie behalten dürfen. Lediglich gegen die Varroa-Milbe muss das Volk behandelt werden. „Der Hersteller hat sich sehr viele Gedanken über die Beute gemacht und Ideen von vielen Imkern mit einfließen lassen. Beispielsweise ist die Außenwand besonders stark isoliert, damit im Winter keine Kälte und Feuchtigkeit eindringen kann“, beschreibt Wasinger stolz.

Michael Edelmann (Bienenzuchtverein Langen) hat den Dreieichhörnchen ein Bienenvolk gespendet.

Für den spektakulären Bieneneinschlag ist Michael Edelmann, Vorsitzender des Langener Bienenzuchtvereins, mit gut 15.000 seiner Bienen angereist, die er ebenfalls allesamt den Dreieichhörnchen spendiert. Ohne große Vorsicht schüttet er diese vor dem Eingang der Klotzbeute aus, nachdem er die Königin in einem kleinen Käfig im Inneren der Behausung platziert hat. „Die Bienen bewegen sich nach und nach ebenfalls in den Innenraum, wo sie anschließend anfangen werden, erste Waben zu bauen“, weiß er.

Dreieich bei Offenbach: 15.000 Bienen ziehen in neue Unterkunft ein – die Königin zuerst

Gebannt starren die Kinder der Bienengruppe auf die vielen Tierchen, die sich absolut entspannt ihren Weg durch den Baumstumpf bahnen. Auch Johannes Reichmann, ebenfalls Betreuer der Dreieichhörnchen, ist von diesem Anblick gefesselt: „Ich habe schon viel mit Bienen zu tun gehabt, aber das hier ist total abgefahren.“ Und selbst dem erfahrenen Imker Michael Edelmann bleiben bei diesem Schauspiel die Worte weg: „Einen derartigen Bieneneinschlag habe ich auch noch nie durchgeführt – das ist überaus faszinierend.“

Nova und David bestaunen die Bienen vor der neuen „Klotzbeute“.

„In gut zwei Wochen wird das Volk fertig mit dem Wabenbau sein. Bis dahin müssen wir es regelmäßig füttern, denn die Bienen produzieren das Wachs mit ihrem eigenen Körper und müssten sonst erst noch Futter suchen“, sagt Wasinger, die durch ihre Faszination für die Imkerei schon viel weiß, aber auch sehr dankbar für den einen oder anderen Tipp vom erfahrenen Imker Edelmann ist. Nach den ersten Wochen soll das Bienenvolk in der Klotzbeute dann aber sich selber überlassen werden und ohne menschliche Hilfe leben. (Moritz Kegler)

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