Einsätze hinterlassen Spuren

Offenthaler Feuerwehrleute mit vier Todesfällen konfrontiert

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Markus Tillmann (Mitte) hat sein Amt als Offenthaler Wehrführer abgegeben. Für seine Arbeit dankten ihm Bürgermeister (und Feuerwehrmann) Dieter Zimmer (links) und Erster Stadtrat Martin Burlon (rechts). Nachfolger von Tillmann ist Maik Sommerlad (Zweiter von rechts), sein Stellvertreter ist Marius Creter.

Offenthal - Maik Sommerlad ist neuer Wehrführer der Offenthaler Brandschützer. Er übernimmt das Ruder von Markus Tillmann, der sich auf das Amt des stellvertretenden Stadtbrandinspektors konzentriert, das er seit dem vergangenen Jahr innehat.

Er gebe seinen Posten mit einem lachenden und einem weinenden Auge ab, sagte Tillmann in der Jahreshauptversammlung. Er bleibe aber weiterhin Teil der „Offenthaler Feuerwehrfamilie“, betonte er. Das tut er unter anderem als Beisitzer im Vorstand. Sein bisheriger Vize Maik Sommerlad lenkt künftig die Geschicke der Einsatzabteilung. Zu dessen Nachfolger wiederum wurde Marius Creter gewählt. Er hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt in der Ausbildung der Aktiven engagiert.

2015 verzeichnete die Offenthaler Feuerwehr 36 Einsätze, darunter sieben Brände (zwei davon Großbrände) und fünf Verkehrsunfälle. Besonders drei Einsätze, bei denen die Feuerwehr die Verunglückten nach ihrem Eintreffen nur noch tot bergen konnte, hinterließen bei den Einsatzkräften Spuren. Dabei handelte es sich um zwei Suizide und einen Verkehrsunfall Richtung Urberach. „Daran hatte der eine oder andere eine ganze Weile zu knabbern“, sagte Markus Tillmann. Auch zu Beginn des Jahres 2016 wurde die Einsatzabteilung bereits mit einem traurigen Ereignis konfrontiert. Von einem Hochsitz zwischen Offenthal und Messel musste eine tote Person geborgen werden.

Das Jahr 2015 sei von einer intensiven stadtteilübergreifenden Zusammenarbeit der Wehren geprägt gewesen, sagte Tillmann. So standen gemeinsame Schulungsabende und Übungen auf dem Programm, aber auch Grillabende, um sich besser kennenzulernen. Bei den Einsätzen stehen die Zeichen ebenfalls verstärkt auf Kooperation. Das liegt an einer Neuerung, die seit Oktober greift. „Alle Einsatzkräfte, die an Werktagen zwischen 7 und 16 Uhr erreichbar sind, wurden auf einer Tagesalarmschleife vereinigt und werden bei größeren Einsatzstichworten automatisch mitalarmiert. Im Sternverkehr fahren die Kräfte aller Dreieicher Stadtteile an den Einsatzort. Das System funktioniert bis dato wirklich sehr gut“, berichtete der scheidende Wehrführer. Zudem werde die Offenthaler Wehr wegen des kurzen Wegs auch zu Einsätzen in Teilen von Dietzenbach gerufen.

Auto-Brand auf Parkdeck

Zum Jahresende zählte die Einsatzabteilung 54 Mitglieder, darunter sieben Frauen. Für die Sicherstellung einer ausreichenden Zahl von Einsatzkräften sei nach wie vor die Jugendwehr sehr wichtig, so Tillmann. Aber: „In den kommenden Jahren muss mit einem starken Rückgang der Übernahmen aus der Jugendwehr gerechnet werden. Daher wird es eine große Aufgabe für die Führungsmannschaft sein, ältere Mitglieder in der Einsatzabteilung zu halten beziehungsweise weiter zu motivieren.“

fm

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