Drei digitale Bildschirme angeschafft

Eltern fördern Digitalisierung an Dreieicher Gymnasium

Die ersten digitalen Tafeln sind da: Jacques Steinhäuser (von links), Berit Haibach-Marschke, Rainer Tyszkiewicz und Torsten Lampert hoffen, dass die Digitalisierung der Ricarda-Huch-Schule jetzt Fahrt aufnimmt.
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Die ersten digitalen Tafeln sind da: Jacques Steinhäuser (von links), Berit Haibach-Marschke, Rainer Tyszkiewicz und Torsten Lampert hoffen, dass die Digitalisierung der Ricarda-Huch-Schule jetzt Fahrt aufnimmt.

In Sachen Digitalisierung gibt es an den Schulen Nachholbedarf, wie nicht zuletzt die Pandemie gezeigt hat. Umso willkommener ist da die Unterstützung durch Eltern - wie an der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich.

Dreieich – Der riesige 86 Zoll Bildschirm ist auch bis in die letzte Reihe des Klassenraums an der Ricarda-Huch-Schule (RHS) gut lesbar. Rainer Tyszkiewicz, stellvertretender Schulleiter des Dreieicher Gymnasiums, ruft die einzelnen Icons auf, zeigt, wie man auf dem digitalen Bildschirm ein Tafelbild anlegen, jederzeit abspeichern und wieder aufrufen kann, und wie leicht die Pädagogen die Technik zu Recherchezwecken im Internet für den Unterricht nutzen können.

Der Förderverein der Schule hat gerade drei der digitalen Bildschirme angeschafft. Dank großzügiger Spenden aus der Elternschaft konnten die 14 000 Euro in die technische Aufrüstung investiert werden. „Die Geräte von dem niederländischen Anbieter Prowise sind sehr gut. Wir Lehrer können uns mit unseren Geräten aufschalten, Materialien dort hochladen und auch die Schüler können darauf zugreifen. Die Geräte haben auch eine Kamera, sodass es später möglich sein wird, dass sich Schüler von zu Hause in den Unterricht einschalten können“, erläutert Rainer Tyszkiewicz, Drei der digitalen Tafeln reichen bei rund 1300 Schülern, die ab dem Sommer die RHS besuchen werden, natürlich nicht aus. Mittelfristig sollen alle Klassenräume mit der digitalen Technik ausgestattet sein – bislang hantiert das Gymnasium nämlich noch mit Tafel und Kreide.

„Eigentlich sollten wir längst mit den digitalen Geräten ausgestattet sein“, weiß Schulleiter Torsten Lampert. Lehrer und Schüler warten schon lange und auch die Eltern verlieren langsam die Geduld. Bereits für den März 2020 hatte der Kreis Offenbach als Schulträger eine Messe angekündigt, bei der sich alle Schulen die passende Technik – finanziert aus dem Bundesprogramm Digitalpakt – aussuchen sollten.

„Aufgrund der Pandemie wurde der Termin immer wieder verschoben, die Technik aber auch nicht digital vorgestellt. Und einen aktuellen Termin für die Vorstellung gibt es bislang immer noch nicht“, bedauert die stellvertretende Schulelternbeirätin Tina Vieweber. Dabei sei es den Eltern so wichtig, dass dieser in der Pandemie erlernte Umgang mit den digitalen Medien nicht verloren geht, sondern die Fähigkeiten vertieft und ausgebaut werden.

Um die Zeit zu überbrücken, bis die Technik vom Schulträger gestellt wird, würde der Förderverein gerne alle Unterrichtsräume mit einem HD-Beamer ausstatten. Auch diese Geräte sind WLAN-fähig, per Bluetooth oder Miracast mit den digitalen Endgeräten der Lehrer zu verbinden und für die Schüler zugänglich. Die Kosten für einen Leasingvertrag für 35 Geräte bei 18 Monaten Laufzeit liegen bei rund 40 000 Euro – Geld, das auch der Förderverein des Gymnasiums derzeit nicht hat. Schulelternbeirat und Förderverein hoffen auf Unterstützung von den Eltern und den Unternehmen in der Stadt.

Im Augenblick hakt es allerdings noch an der Basis: Die Anschaffung der technischen Geräte ist ja nur ein Bein. Um die Digitalisierung zum Laufen zu bringen, braucht es an der RHS auch ein stabiles Netz. „Derzeit ist es so, dass noch nicht einmal alle Lehrer gleichzeitig auf das WLAN zugreifen können, die Kapazität reicht einfach nicht aus. Sonst hätten wir auch im Lockdown schon Unterricht nach Stundenplan aus den Klassenräumen heraus machen können. Es ist derzeit also noch undenkbar, dass in allen Unterrichtsräumen alle Schüler und Lehrer auf das Netz zugreifen“, bedauert Lampert. Der Breitbandausbau fehlt an dem Gymnasium also auch noch. Es gibt schon Untersuchungen, wo genau das nächste Glasfaserkabel liegt: „Die ganze Zeit hieß es, wir müssten ab der Hans-Meudt-Halle angeschlossen werden, aber angeblich liegt auch direkt vor der Schule ein Glasfaserkabel, mit dem wir nur vernetzt werden müssen. Das gilt es jetzt in den nächsten Tagen zu klären“, kündigt Berit Haibach-Marschke, Schulelternbeiratsvorsitzende, an. Auch da sind die Eltern bereit, Kosten für den Breitband-Anschluss zu tragen, wenn der Kreis Offenbach als Träger die laufenden Kosten übernimmt.

Jacques Steinhäuser, Vorsitzender des Fördervereins, wirbt für den Verein. Er wünscht sich noch etwas mehr Unterstützung. „Wir haben 300 Mitglieder bei 1300 Schülern - da ist noch Luft nach oben“, hofft er auf Zuwachs, um gemeinsam für die Schulgemeinde Gutes tun zu können.

Von Nicole Jost

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