Neue Kita im Bau

Endlich Endspurt im Heckenborn

+
Architekt Thomas Hacker führte Pressevertreter gestern durch die Räume und erläuterte die Planung. Schmuck ist der von Holz dominierte Eingangsbereich. In etwa zwei Monaten sollen die ersten Kinder in dem Haus toben.

Dreieich - Die Ziellinie ist in Sicht, der Endspurt hat begonnen. Mehrfach ist es beim Bau der so dringend benötigten Kita Heckenborn zu Verzögerungen gekommen, doch nun sind die Verantwortlichen guter Dinge, dass Ende September/Anfang Oktober die ersten Kinder in dem zweigeschossigen Bau mit einer Nutzfläche von mehr als 1100 Quadratmetern herumtoben werden. Von Frank Mahn

Die Eröffnung wird von vielen Eltern herbeigesehnt. Die Möbel sind bestellt, das Personal für die erste Gruppe ist rekrutiert, aber noch gehen die Handwerker ein und aus. „Ende August wollen wir das Erdgeschoss übergeben“, sagt Architekt Thomas Hacker, der für die Stadt auch das neue BIK-Haus an der Hainer Chaussee geplant hat. Für den ersten Stock des barrierefreien Hauses – neben der Treppe verbindet ein Aufzug beide Etagen – kalkuliert er noch ein paar Wochen mehr ein. Ob’s tatsächlich so kommt, können Hacker und Harald Piazzi vom städtischen Fachbereich Gebäudemanagement allerdings nur bedingt beeinflussen.

„Schwierigkeiten auf dem Bau gibt’s schon immer“, weiß Hacker aus jahrelanger Erfahrung. „Aber sie nehmen zu.“ Bei der Kita Heckenborn, mit deren Bau im Mai 2017 begonnen wurde, hat’s in den vergangenen Monaten immer wieder irgendwo geklemmt. Das größte Problem: „Wenn eine Firma nicht wie vereinbart kommt, kann die nächste nicht weitermachen“, schildert Harald Piazzi. Im Falle der U 3-Einrichtung ist das mehrfach passiert. So hatte zum Beispiel die mit den Arbeiten an der Glasfassade beauftragte Firma nicht zum vorgegebenen Zeitpunkt losgelegt, sodass in der Folge der Innenausbau ins Stocken geriet. Erst jüngst sei eine Trockenbauer-Kolonne mal eben ohne Ankündigung in den Heimaturlaub nach Serbien gefahren, berichtet Hacker. Der Chef habe sich zwar sofort um Ersatz bei einer Zeitarbeitsfirma bemüht, aber das kostete auch wieder ein paar Tage.

Alles zum Baugebiet Heckenborn lesen Sie auf unserer Themenseite

Dass die Konjunktur brummt und Fachkräfte fehlen, macht die Sache für Kommunen nicht leichter. Es kommt vor, dass sich für bestimmte Gewerke gar keine Unternehmen melden – oder Mondpreise aufrufen, in der Hoffnung, richtig Kasse machen zu können. Bei der Kita Heckenborn habe man immerhin alle Aufträge vergeben können, sagt Erster Stadtrat Martin Burlon. Die in Aussicht gestellten Fertigstellungstermine – erst April, dann Juni – musste Burlon notgedrungen korrigieren. Beim Budget bedarf es keiner Korrektur. Den Kostenrahmen von knapp 2,4 Millionen Euro kann die Stadt halten. Das Land übernimmt davon 640.000 Euro.

Wenn die Arbeiten im Erdgeschoss beendet sind, werden die Räume möbliert. In jedem Geschoss hat Hacker zwei Gruppenräume angeordnet plus jeweils einen Ruheraum und einen Sanitärbereich. Ein Werkraum ist zum Basteln da, hinzu kommt ein großer Mehrzweckraum.

Bilder: Baustelle Heckenborn

Das Essen wird nicht geliefert, sondern frisch zubereitet. In der Küche sollen täglich bis zu 100 warme Mahlzeiten gekocht werden, auch für die Kinder der benachbarten Kita Schulstraße. Die Außenbereiche der beiden Einrichtungen grenzen aneinander, der Standort am Rand des Neubaugebiets soll ein Miteinander von Ü3- und U-3-Kindern ermöglichen.

Doch die Kleinen müssen sich erst einmal in der neuen Umgebung eingewöhnen. Insgesamt können in der Kita 48 Kinder in vier Gruppen spielen, schlafen, lernen und essen. Die Belegung erfolgt nach und nach, anfangs sind zeitweise die Eltern noch dabei. Was das Personal angeht, kann Bürgermeister Dieter Zimmer für die erste Gruppe Entwarnung geben. Für sie habe man genügend Erzieherinnen verpflichten können. Bis die Kita komplett belegt ist, werden etliche Monate vergehen. Wie schnell welche Platzkapazitäten ausgeschöpft werden können, ist abhängig davon, ob die Stadt ausreichend Personal findet.

Die nächsten Kita-Projekte

Betreuungsplätze fehlen in fast allen Dreieicher Stadtteilen, am größten ist die Not in Sprendlingen. Hier liegt deshalb der Schwerpunkt des Kita-Ausbaukonzepts, das die Verwaltung vorgelegt hat. Für die Erweiterungen der Kitas Am Wilhelmshof und an der Winkelsmühle (Dreieichenhain) hat der Magistrat den Auftrag an einen Generalunternehmer vergeben. Der habe inzwischen auch die Bauanträge eingereicht, berichtet Erster Stadtrat Martin Burlon. Am Wilhelmshof entstehen 88 Plätze für Über-Dreijährige, an der Winkelsmühle 36 für Mädchen und Jungen unter drei Jahren. In beiden Fällen kommt die sogenannte Modulbauweise zum Tragen. Prognose für die Fertigstellung: erstes Quartal 2019. An der Kita Gravenbruchstraße in Sprendlingen wollen die Verantwortlichen so schnell wie möglich eine Interimslösung umsetzen. Dort sollen Container aufgestellt werden, in denen drei Ü3-Gruppen mit insgesamt bis zu 75 Kindern betreut werden können. Auch hier ist der Zielkorridor das erste Quartal des kommenden Jahres.

Bis zu 25 weitere Kinder über drei Jahren könnten nach Angaben von Bürgermeister Dieter Zimmer schon bald in der Kita Horst-Schmidt-Ring unterkommen. Dafür sei nur ein „kleinerer“ Umbau notwendig. Untersucht wird auch, ob der Flachbau an der Einfahrt zum Kurt-Schumacher-Ring für die Betreuung von Kindern umgebaut werden kann.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare