Geschichtsverein ist voller Tatendrang im neuen Domizil

Endlich Platz für die historischen Schätze in Buchschlag

Endlich hat das Archiv des Geschichtsvereins Buchschlag ausreichend Platz. Dorothee Kaltenbach hat mit der Sammlung wichtiger Dokumente rund um die Villenkolonie 2008 begonnen. 
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Endlich hat das Archiv des Geschichtsvereins Buchschlag ausreichend Platz. Dorothee Kaltenbach hat mit der Sammlung wichtiger Dokumente rund um die Villenkolonie 2008 begonnen. 

Das sorgsam gepflegte Archiv des Buchschlager Geschichtsvereins hat endlich ausreichend Platz in einem großen Regal. Auch der Nachlass von Hilde Cochlovius, ein altes Gründerzeitsofa, fristet kein einsames Dasein unter schützenden Planen mehr, sondern lädt zum Sitzen ein. Und der Druck des Max-Beckmann-Porträts von Rudolf Binding hat einen Ehrenplatz bekommen.

Dreieich - Der Geschichtsverein in dem Dreieicher Stadtteil ist aus dem Raum in der Villa Lina an der Buchschlager Allee 4 ausgezogen und hat jetzt seine neue Heimat in der Buchschlager Allee 36 – in dem Anbau des Hauses von Inge Lindner, der Urenkelin von Jakob Latscha, jenem Frankfurter Kaufmann, der Buchschlag 1904 gegründet hatte.

Das Haus ist in den 50ern gebaut und war eigentlich als Geschäftshaus für die Volksbank geplant. Es erfüllte aber die Sicherheitskriterien der Bank nicht und wurde dann von der Familie Barnikol als erster Supermarkt Buchschlags betrieben. Später war jahrzehntelang die Post in dem rund 100 Quadratmeter großen Gebäude beheimatet. 2009 kam das Haus in den Besitz von Inge Lindner und diente die vergangenen Jahre als Spielzimmer für die Enkel. „Ich hatte die Wahl zwischen abreißen oder sanieren. Ich wusste, dass der Geschichtsverein eine passende Unterkunft sucht. Ich habe eine besondere Beziehung zu Buchschlag und ich finde der Verein passt gut hierher“, erklärt Inge Lindner ihre Motivation für die umfangreiche Sanierung inklusive neuer Fenster.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir diese Räume mieten können“, sagt Kim Bagus. Der Umzug war beschwerlich, aber jetzt ist endlich genug Platz für all die Pläne des Vereins. „Wir können hier nicht nur unseren Fundus unterbringen, wir können den großen, vorderen Raum auch hervorragend für unsere Vortragsreihen nutzen“, ist die stellvertretende Vorsitzende begeistert.

Das Archiv, in dem zahlreiche Unterlagen zu berühmten Persönlichkeiten Buchschlags, den besonderen Häusern, Vereinen und auch zum Thema Denkmalschutz lagern, ist das Baby von Dorothee Kaltenbach. „Als wir 2008 den Verein gründeten, hatten wir noch gar keine Dokumente, heute sind es 1000 Kilo Papier, die die Geschichte der Villenkolonie erzählen“, erläutert Kaltenbach.

Die Pandemie bereitet dem Geschichtsverein wie so vielen Vereinen große Probleme. Die offenen Gärten, die jedes Jahr rund 1000 Besucher in die Villenkolonie locken, mussten bereits zwei Jahre in Folge ausfallen. Wichtige Einnahmen, die zum Beispiel für die Unterhaltung des Schneckenbrunnens benötigt werden, blieben aus. „Wir freuen uns über Spenden und noch ein bisschen mehr über neue Mitglieder“, sagt Schatzmeisterin Bettina Otto.

Das Team ist voller Tatendrang. Die Mitglieder des Vereins können sich am 5. September zwischen 15 und 18 Uhr beim Tag der offenen Tür im neuen Domizil umschauen. Sonst ist das Archiv jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Zum Tag des offenen Denkmals am 12. September ist eine Veranstaltung unter dem Titel „Gesamtkunstwerk Buchschlag – ein sonntäglicher Spaziergang durch die Villenkolonie“ geplant. „Wir haben einen Rundgang konzipiert, der Architekten und Bewohner der Gründungszeit ab 1904 ins Auge fasst. Die Führung bietet einen unterhaltsamen und informativen Einblick in die Welt um 1900 und die Ortsgeschichte“, so Kim Bagus. Der nächste Termin in der Vortragsreihe wird noch bekannt gegeben. Es wird sich alles um Buchschlags Friedhof drehen; mit einem Fachmann aus dem Museum für Sepulkralkultur in Kassel.

Infos im Internet

geschichtsverein-buchschlag.de

Von Nicole Jost

Die Vorstandsdamen machen es sich bequem in den neuen Vereinsräumen auf dem Gründerzeitsofa unter dem Blick Rudolf Bindings: Bettina Otto, Kim Bagus, Dorothee Kaltenbach und Christel Thomsen (von links).

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