„Engel stiehlt man nicht“

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Bei Schneetreiben war es anlässlich der Übergabe der Engel rund um das Holzfeuer am gemütlichsten.

Götzenhain ‐ Dutzende goldener Engel saßen am Sonntagabend auf Wandsimsen und Borden im Kunstraum Habermoll - etwa so, wie sie bis zum Dreikönigstag den Kunstweihnachtsbaum auf dem Dorfplatz vor der evangelischen Kirche über Wochen geschmückt hatten: ein wenig in sich versunken, nachdenklich und friedvoll. Von Emil Pathe

Knapp hundert Dreieicher, hauptsächlich solche aus Götzenhain, aber nicht nur, hatten einen dieser goldenen Engel gekauft und ihn für das Kunstbaum-Projekt zur Verfügung gestellt. Am Wochenende nun konnten sie ihn abholen und mit nach Hause nehmen. Seit 1991 entwickeln der Förderverein Alt-Götzenhain und die private Initiative Kunstraum Habernoll immer neue Vorhaben als Geschenk an und für den Dreieicher Stadtteil.

Im vergangenen Jahr konnte in Zusammenarbeit mit dem international anerkannten Künstler Ottmar Hörl das Projekt „Ort der Engel“ realisiert werden, das zu einer Auseinandersetzung mit positiven Werten wie Hoffnung und Schutz, Frieden und Geborgenheit einlud.

Bis zu der Eröffnung am 28. November 2009 hatte der Baum verschiedene Metamorphosen durchlaufen. Er war Sommer-Blumenbaum und Herbst-Erntedankfestbaum, ehe die Engel von ihm Besitz ergriffen.

An Symbolik der Engel erinnert

Pfarrerin Martina Schefzyk erinnerte die Anwesenden, die gekommen waren, um ihren Engel abzuholen, daran, welche Symbolik mit den himmlischen Flügelfiguren verbunden ist. Es habe sie jedesmal tief berührt, wenn sie das Schild „Ort der Engel“ gelesen habe. Und es sei bemerkenswert, dass während der Dauer des Projektes kein Engel gestohlen oder auch nur durch Vandalismus beschädigt worden sei. „Engel stiehlt man eben nicht“, stellte Martina Schefzyk fest.

Auf ein neues Vorhaben des Fördervereins Alt-Götzenhain machte Margarete Habernoll auch schon aufmerksam. Es heißt „Himmelstüren“, jugendliche Gefangene sollen einbezogen werden.

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