Blick in die Statistik

Fahrradstraße: Weniger Autos, weniger Tempo

Dreieich – Immer wieder werden Klagen laut, dass Autofahrer in der Fahrradstraße zwischen dem Buchschlager Bahnhof und der Sprendlinger Hauptstraße zu viel Tempo drauf haben und Radler gefährden. Dieter Fröhlich nimmt die Beschwerden ernst, aber er relativiert.

„Die Ergebnisse der jüngsten Messungen zeigen, dass wir auf dem Weg in die richtige Richtung sind“, sagt der ehrenamtliche Radverkehrsbeauftragte der Stadt.

Ein Blick in die Statistik: Karin Eisenhauer, Leiterin des städtischen Fachbereichs Bürger und Ordnung, hat im vergangenen Jahr sechs Messungen in der Fahrradstraße veranlasst. „Im Vergleich mit früheren Messungen in der Liebknechtstraße können wir eine erfreuliche Entwicklung beobachten. Früher lag das durchschnittliche Verkehrsaufkommen bei 60 Fahrzeugen pro Stunde, wobei zwischen zehn und 40 Tempoüberschreitungen registriert wurden. Das ist heute deutlich besser“, sagt Eisenhauer. Das Verkehrsaufkommen ist nach ihren Worten deutlich zurückgegangen, und zwar teilweise um mehr als die Hälfte. Nicht nur das: Auch die Durchschnittsgeschwindigkeit sei nicht mehr so hoch. Bei zwei der sechs Messtermine war lediglich ein Auto zu schnell. Allerdings gab es mit 49 und 45 km/h auch zwei ordentliche Ausreißer.

Eisenhauer betont, dass zu unterschiedlichen Zeiten geblitzt wurde, insbesondere allerdings im Berufsverkehr morgens und abends. Offenbar wählen inzwischen mehr Autofahrer die Strecke über die parallel verlaufende Eisenbahnstraße. Die Stadt will die Entwicklung im Auge behalten, der nächste Kontrolltermin ist schon geplant.

Sorgen macht Dieter Fröhlich die Unwissenheit hinsichtlich der Vorfahrtsregeln in der Fahrradstraße. „Das betrifft alle Verkehrsteilnehmer, also auch die Radler. Einige denken, dass sie sich hier uneingeschränkt bewegen dürfen und vergessen dabei, dass selbstverständlich auch auf Fahrradstraßen die allgemeinen Vorfahrtsregeln der Straßenverkehrsordnung gelten. Rechts vor Links ist immer dann zu beachten, wenn die Vorfahrt an Kreuzungen und Einmündungen nicht durch Verkehrszeichen oder eine Ampel geregelt ist. Wer also in Richtung Sprendlingen radelt, muss insbesondere in der Liebknechtstraße mit ihren vielen Einmündungen sehr aufmerksam sein“, so der Radverkehrsbeauftragte.

So kommen Radfahrer gut durch den Winter

Auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gilt für alle, mahnt Fröhlich mit Blick auf Rennradfahrer und E-Biker. Manche Pedaleure leben zudem in dem Glauben, sie dürften in einer Fahrradstraße kreuz und quer rumkurven. Auch sie haben sich aber an das Rechtsfahrgebot zu halten. (fm)

Rubriklistenbild: © dpa

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