Erste Nacht ohne Bremse in der SKG-Halle

Schlümpfe und Bayern in weiß-blau

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Minis und Minettes sind farblich aufs Motto abgestimmt, auch wenn das eher den Schlümpfen als den Bayern geschuldet ist.

Dreieich - Parteilos zu sein, das war bei der Bürgermeisterwahl der große Hit, „da machten gleich vier mit“, skandiert Christian Klementz – seines Zeichens selbst Kandidat bei der Wahl 2012. In der SKG-Halle steht Klementz als Protokoller der Bremser im Rampenlicht.

Seit etlichen Jahren pilgern die Buchschlager zu ihrer „Nacht ohne Bremse“ in den benachbarten Stadtteil. Von jener SKG-Bühne aus verarbeitet Christian Klementz am Samstagabend denn auch sein persönliches Debakel: „Halb Dreieich hat noch gepennt, drum hatte ich nur fünf Prozent, alles hat halt seine Zeit, für einen Narren wart ihr noch nicht bereit.“ Logisch, dass auch die Konkurrenz ihr Fett wegbekommt. Die Christdemokraten bedenkt der Bremser mit den netten Worten: „Einst Dreieich-Partei, aber das ist lange schon vorbei“.

Vor ausverkauftem Haus drehen die Narren aus Buchschlag die Zeit auf Oktober zurück und begrüßen die jecke Gesellschaft zur „Wiesn Gaudi“. Protokoller Klementz ist nur einer von vielen Höhepunkten eines langen, unterhaltsamen Abends, durch den Dr. Béla Waldhauser und sein Stellvertreter Christoph Ebert führen.

Bayerisches Weiß und Blau

Bayerisches Weiß und Blau schmückt die Narrhalla. Ein erster Hingucker sind die Minis und Minettes – auch sie sind weiß-blau, was allerdings eher den Schlümpfen als den Bayern geschuldet ist. Denn die gut 20 Mädchen führen einen Schlumpf-Tanz auf und dürfen – das ist Ehrensache – ohne Zugaben nicht von dannen ziehen.

Närrisches Rätselraten: die neunjährige Sina Keßler und Dr. Béla Waldhauser im humorvollen Zwiegespräch.

Mitgesungen werden durfte beim neuen Bremserlied „Ich bin ein Bremser durch und durch“, gesungen von Antonia Ullrich. Weiter geht es mit dem elfjährigen Tom Keßler, der von den Schwierigkeiten berichtet, in der Pubertät zu sein. „Ihr braucht mit mir jetzt viel Geduld – Da sind die Hormone schuld“, reimt der Nachwuchs-Narr, der zum zweiten Mal auf der Bremser-Bühne steht.

Ein weiteres Highlight der Auftaktsitzung in der recht kurzen Kampagne ist der Auftritt von Tanzmariechen Ermelinda Ambrosio. Für Aufsehen sorgt auch Sina Keßler (9), die als Bauerstochter erstmals im Programm mitmischt. Und zwar im Zwiegespräch mit ihrem Bauernpapa Béla Waldhauser. Die junge Dame: „Ich habe das Kreuzworträtsel gleich fertig, fehlt noch Kuhstall auf Arabisch...“ Der Vater: „Muhbarak“, worauf, die Tochter ihn fragt: „Und - stillgelegtes Freudenhaus?“ Die Antwort vom cleveren Bauernpapa kommt wie aus der Pistole geschossen: „Auspuff.“

Buchschlager feiern „Nacht ohne Bremse“

Buchschlager feiern „Nacht ohne Bremse“

Walkerin Bettina Schmidt kommt derweil singend auf die Bühne, um das Publikum mit auf den Weg zu nehmen. Peter Duft und Günther Groß tauschen sich wieder beim Angeln über ihre Frauen aus: So schildert der eine, dass ihm seine Gattin vor einiger Zeit gesagt hätte, sie sitze bereits nackt auf dem Sofa. Und er habe geantwortet: „Schön, dass du schon ausgezogen bist, aber nächstes Mal bitte mit Koffer.“

Der Auftritt der „Starlights“ mit Gardetanz und Showtanz, die Prinzengarde, die Showtanzgruppe mit dem Motto James Bond und die Gruppe „GoN“ sind weitere Höhepunkte der Veranstaltung, in deren Verlauf auch die Märchen-Bremser die musikalisch-witzige Geschichte vom Rumpelstilzchen zum Besten geben. Richtig ins Schwitzen kommen die Narren als die BOS (Bremser On Stage) mit ihrer Playback-Show die Bühne entern. Der Auftritt des Männerballettes als fesche Wiesn-Mädels und für das große Finale die Babbelschnuten mit Wiesn-Hits runden die gelungene Sitzung ab. Vorsitzender Marcus Ebert konstatiert: „In diesem Jahr feiern wir die 58. Kampagne der Bremser und es stehen wieder nur eigene Akteure von unseren über 230 Mitgliedern auf der Bühne.“ Mit Ende des Programms ist freilich noch lange nicht Schluss. So feierten die Bremser und ihre Gäste im Anschluss an das Programm an der Sektbar und auf der Tanzfläche zur Musik der „Capones & Friends“.

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