Bei der FDP im Gespräch

Städtische Internetseite: Reichlich verstaubt und teuer

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Wer www.dreieich.de in seinen Internetbrowser eingibt, landet auf dieser Startseite der städtischen Webpräsenz. Im Rathaus wird derzeit an einer neuen Fassung gearbeitet.

Dreieich - Die städtische Webseite ist aus zweierlei Gründen bei der FDP im Gespräch. Zum einen stört es die Liberalen, dass die Stadt für die Verwaltung der Seite jährlich mehr als 20.000 Euro zahlt. Von Cora Werwitzke 

So viel nimmt die aktuell beauftragte Firma nämlich für die Bereitstellung des sogenannten Content Management Systems – kurz: CMS. Zum Zweiten „verspricht der Webauftritt gegenüber Außenstehenden leider nicht das, was Dreieich hält“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Alexander Kowalski mit Blick auf die reichlich verstaubte Optik der Homepage. Zugutehalten muss man der Stadt, dass die Seite (www.dreieich.de) ständig aktualisiert wird: der Mängelmelder, das Bürgerinformationssystem, Haushaltspläne, Formulare – es könnte schlechter um die Webpräsenz der Stadt bestellt sein. Viele Internetnutzer würden Kowalskis Aussage dennoch unterschreiben, denn das Portal ist am digitalen Zeitalter gemessen in der Tat „reiferen Semesters“. Diese Tatsache geht über den reinen „Guck“ hinaus: Von mobilen Endgeräten der neueren Generation sind die Inhalte alles andere als optimal einsehbar. Der Vielfalt an Betriebssystemen und Internet-Browsern kann die Webseite ebenfalls kaum gerecht werden.

Nach den Worten von Bürgermeister Dieter Zimmer war die Stelle der Internetredaktion in der Verwaltung drei Jahre lang verwaist. Nun gibt es eine neue Mitarbeiterin, die nach ihrer Einarbeitung die Neugestaltung in die Hand nehmen soll. Wie der Bürgermeister erläutert, hat die Stadt ein strategisches Eckpunktepapier erarbeitet, um die geplante neue Seite aus der Taufe zu heben. So hat sie ein individuell auf ihren Anforderungskatalog aufgesetztes und mit einzelnen Modulen erweiterbares Content Management System programmieren lassen. „Gültige Inhalte aus der bisherigen Homepage sind schon weitestgehend eingepflegt oder befinden sich in der Rezension“, sagt Zimmer. Neue Inhalte und bildliche Umsetzungen flössen in die neue Struktur unmittelbar ein. Wann diese neue Version „online geht“, wie es im Fachjargon heißt, lässt der Rathauschef allerdings noch offen. Sicher ist aber, dass die neue Seite im sogenannten Responsive Design programmiert wird. Damit geht einher, dass sie sich automatisch an den Bildschirm von Computern, Tablets und Smartphones anpassen und mit allen Betriebssystem (Android, IOS oder Windows) kompatibel sein wird.

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Auf Nachfrage der FDP gab der Bürgermeister vor Kurzem im Parlament an, dass eine sogenannte Open-Source-Lösung für die Webseite – wie von der Stadtverordnetenversammlung gewünscht – 2017 geprüft werde. Als Open Source werden frei verfügbare Programme bezeichnet. Noch bis Ende 2017 läuft nach Angaben des Rathauschefs der Vertrag mit der Firma Sitepark, die der Stadt das Content Management System für die Webseite kostenpflichtig zur Verfügung stellt.

Die Liberalen wollen diesen Prozess mit einem Änderungsantrag zum Haushaltsentwurf beschleunigen. Sie plädieren dafür, die im kommenden Jahr fälligen rund 24.000 Euro für das CMS einzusparen. „Solche Systeme sind heutzutage in großer Anzahl kostenfrei erhältlich – in sehr hoher Qualität und mit umfangreichen Funktionalitäten, zigfach geprüft und sicher“, schreibt die FDP in ihrem Antrag. Eine Begründung für ein kostenpflichtiges System bestehe daher nicht, „zumal diese Kosten wieder über Jahre festgeschrieben würden und sich bei jeder nicht eingeplanten Änderung des Internetauftritts noch einmal erhöhen“, unterstreicht die FDP. Eventuelle Einmalkosten für die Umstellung des Systems würden Kowalski und seine Fraktionskollegen nicht schrecken – „denn die würden gegebenenfalls weit unter dem Einsparaffekt liegen“.

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