SEK-Zugriff angeblich in Langen

Festnahme nach Schüssen auf Flüchtlingsunterkunft

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Ein Beamter der Spurensicherung markiert am 4. Januar in Dreieichenhain an der zerstörten Fensterscheibe einer Flüchtlingsunterkunft eine Einschussstelle auf einer zuvor angeklebten, klaren Folie.

Dreieichenhain/Darmstadt - Mehr als vier Monate nach den Schüssen auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieichenhain hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen.

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Darmstadt heute Vormittag bestätigte, wurde mehr als vier Monate nach den Schüssen auf die Flüchtlingsunterkunft in der Dreieichenhainer Gleisstraße ein Verdächtiger festgenommen. Zu weiteren Details verwies die Sprecherin auf eine geplante Presseerklärung am Nachmittag. Nach „Bild“-Informationen griff ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei in Langen zu. In der Nacht zum 4. Januar waren mehrere Schüsse auf die Flüchtlingsunterkunft abgefeuert worden, dabei wurde ein 23-jähriger Bewohner im Schlaf leicht am Bein verletzt. In dem Teil der Unterkunft sind hauptsächlich Syrer untergebracht.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen versuchten Mordes ein. Mitte Februar hatte sie von einer konkreten Spur gesprochen. Bislang ist unklar, mit welcher Waffe geschossen wurde. Aus ermittlungstaktischen Gründen hielt sich die Staatsanwaltschaft in dieser Frage bedeckt. Die Tat hatte damals großes Entsetzen ausgelöst.

Bilder: Schüsse auf Flüchtlingsunterkunft - Polizei ermittelt

Die Schüsse auf die Dreieichenhainer Flüchtlingsunterkunft hatten für ein großes Echo gesorgt. Selbst die bundesweiten Nachrichten berichteten über den Fall. In den Tagen nach der Tat zeigte die Region viel Solidarität mit den Flüchtlingen. In Dreieichenhain und Neu-Isenburg kam es zu Mahnwachen und Demonstrationen.

Bilder: Demonstration gegen Rassismus

dpa

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