DREIEICH ROCKT 

Fetzige Alternative zur Polonaise

Rock-Dinosaurier on stage: The Black Devils mit Frontmann Erwin Uttrich.

Nicht jeder steht auf Polonaise, Pappnasen und „Hulapalu“: Eine feine Alternative mitten in der heißen Phase der Fastnachtszeit ist seit vielen Jahren „Dreieich rockt“ im Sprendlinger Bürgerhaus. Die Resonanz ist wieder gut: Rund 230 Besucher haben ihren Spaß.

Dreieich - Mit The Black Devils, Inhuman und Rockslide ist es Bürgerhaus-Chef Benjamin Halberstadt wieder gelungen, passend zum Motto „Local heroes on stage“ Bands mit Lokalkolorit ins Haus zu locken. Den Auftakt machen die Dinosaurier des Rocks, wie Frontmann Erwin Uttrich seine Black Devils mit einem Lächeln selbst nennt. 50 Jahre ist der letzte Auftritt der Band in Sprendlingen her. Grund genug, ordentlich Gas zu geben. Mit Hits wie „Honky Tonk Women“ von den Rolling Stones, „Unchain my heart“ von Joe Cocker oder „Cocaine“ von J. J. Cale bleiben sie der Musik ihrer Anfangsjahre treu und nehmen das Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise.

Die schwarzen Teufel haben sich 1962 in Sprendlingen gegründet und erreichten schnell Kultstatus in der Musikszene. Als hessischer Beatmeister und zweitbeste Beatcombo Deutschlands ließen sich die Jungs in den 60ern feiern, bis Ende des Jahrzehnts erst mal Schluss war mit der Mucke. „Jetzt sind wir schon einige Jahre in etwas veränderter Besetzung wieder am Start – und wir haben so viel Spaß“, lässt Uttrich die Besucher wissen. Mit „Knockin‘ on heaven’s door“ verabschieden sich The Black Devils unter viel Applaus von der Bühne.

Geballte Ladung Rock: Inhuman um Sänger Jonas Fisch ließen es im Bürgerhaus krachen. Fotos: jost

Jonas Fisch, Frontmann der zweiten Band Inhuman, ist begeistert von den Kollegen: „Jungs, so sehe ich uns in 30 Jahren auch hier stehen“, gibt er bekannt, als er auf die Bühne tritt. Dann wird aber schnell klar: Inhuman legen heute – eben noch 30 Jahre jünger – einen Zahn zu. Die vier Jungs haben nach mehr als 300 Shows und der gerade erschienen vierten Platte „Worlds uncharted“ richtig Bock auf die verstärkte Version ihrer neuen Songs. Etliche Dezibel lauter, versprühen die Dreieicher Musiker Spielfreude und Songs wie „My little high“ „Original Sin“ oder „Alive“ blasen ordentlich durch den Verstärker. Die Partygäste freut‘s, das altersmäßig sehr gemischte Publikum feiert Inhuman für den harten Rock mit melodischem Gesang und sattem Gitarrensound.

Die fünf Männer und Frauen von Rockslide sorgen mit neueren Hits wie „Hollywood Hills“ von Sunrise Avenue für Stimmung, haben mit AC/DC („You shook me all night long“) oder Whitesnake („Here I go again“) aber auch Klassiker auf der Setlist. Mit „Westerland“ von den Ärzten gibt es sogar noch einen deutschen Hit auf die Ohren, bevor es bei der Zugabe mit „Shallow“, dem Oscar-Gewinnersong von Bradley Cooper und Lady Gaga, richtig romantisch wird. Mit Van Halens fetzigem „Jump“ ist dann Schluss.

Benjamin Halberstadt ist zufrieden mit dem Zuspruch und der entspannten Stimmung im Haus: „Dreieich rockt hat sich etabliert. Wir organisieren es in diesem Jahr zum 13. Mal – und es ist genauso, wie wir es uns wünschen. Eine gute Mischung der Bands und eine echte Alternative zu den Faschingsveranstaltungen.“  

njo

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