Plus von 3,9 Millionen Euro für 2020

Finanzsituation: Stadt Dreieich bislang glimpflich durch Krise gekommen

Geld (Symbolbild)
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Trotz Corona: Die Stadt Dreieich hat ihr erfolgreiches Jahresergebnis von 2019 im Jahr 2020 sogar übertroffen. (Symbolbild)

Kaum zu glauben, damit war angesichts der Corona-Pandemie nicht zu rechnen. Umso erfreulicher ist die Mitteilung von Bürgermeister und Kämmerer Martin Burlon zur finanziellen Situation der Stadt. Demnach wurde das erfolgreiche Jahresergebnis von 2019 (plus 2,5 Millionen Euro) im vergangenen Jahr noch übertroffen: Die Stadt hat ihr Haushaltsjahr 2020 mit einem Plus von 3,9 Millionen Euro abgeschlossen.

Dreieich – „Dieses gute Ergebnis resultiert unter anderem aus Nachzahlungen im Bereich Gewerbesteuern, der Kompensationsleistung des Landes und einem sorgfältigen Umgang mit den Budgets durch die Verwaltung sowie geringeren Personalkosten als zunächst erwartet“, berichtete Bürgermeister Martin Burlon in einer Videokonferenz. Der Haushaltsplan 2020, der noch vor Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2019 beschlossen worden war, hatte lediglich ein Jahresplus von 0,7 Millionen Euro prognostiziert.

Das hat auch positive Auswirkungen auf die Liquidität, die von 22,5 auf 29,5 Millionen Euro klettert. Die Verschuldung sinkt von 48,5 auf 45,8 Millionen Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit 1994, wie der Verwaltungschef erfreut hervorhob. „Nach den Erwartungen zur pandemiebedingten Ergebnisverschlechterung hat uns der erstaunlich positive Jahresabschluss doch überrascht“, gesteht der Bürgermeister. Und das sei umso bedeutsamer, da die Stadt im vergangenen Jahr auch viel Geld, beispielsweise in die Um- und Erweiterungsbauten der Kindertagesstätten, investiert und auf Einnahmen gerade auch im Bereich der Kinderbetreuung verzichtet habe.

Coronabedingt kam es 2020 im städtischen Etat zu Mindereinnahmen von 12,1 Millionen Euro. Das konnte jedoch mehr als ausgeglichen werden. So steuerte das Land eine pauschale Ausgleichszahlung für die Gewerbesteuer von 8,9 Millionen bei. Zudem gab es erhöhte Nachzahlungen von Unternehmen für 2019 in Höhe von 7,1 Millionen, davon allein vier Millionen im Dezember. So konnte die Stadt immerhin 27,1 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen für 2020 verbuchen.

Auch wenn das so nicht von der Stadt gewollt war, haben sich auch geringere Personalausgaben von 800 000 Euro positiv ausgewirkt. So konnten unter anderem Stellen im Kita-Bereich nicht besetzt werden. Lange vakant war auch die Stelle des Ersten Stadtrats, die dann nach einem langwierigen Auswahlverfahren im November von Markus Heller übernommen wurde.

Burlon betonte, dass es seit 2015 positive Jahresabschlüsse in Dreieich gibt, mit einem Ausrutscher durch Gewerbesteuernachzahlungen 2018. Durch den Schutzschirm und die eigene Schuldenbremse sei es gelungen, die Verschuldung, die 2010 bei 107,3 Millionen Euro lag, auf nun 45,8 Millionen zu drücken. Angesichts der weiter niedrigen Zinsen sei das vertretbar. Allerdings räumt der Kämmerer ein, dass es in den kommenden Jahren wegen des weiter notwendigen Ausbaus der Kinderbetreuung einen Anstieg der Schulden geben wird – auf bis zu 78,3 Millionen Euro im Jahr 2026. Umso wichtiger sei der Anstieg der Liquidität. Burlon geht von einer ungebundenen Liquidität zum Jahresende von 16,8 Millionen aus.

Neben dem vorläufigen Jahresabschluss hat der Magistrat auch den ersten Quartalsbericht 2021 analysiert: Auch dieser prognostiziert eine Verbesserung gegenüber dem Haushaltsplan. Während der noch von einem negativen Ergebnis von 4,8 Millionen ausging, wird nun eine Verbesserung auf minus 2,5 Millionen Euro erwartet. Ein Grund sei die positive Gewerbesteuerentwicklung. Erwartet wurden 25,9 Millionen, nun sieht es nach 30 Millionen aus.

Burlon: „Natürlich ist eine so frühe Prognose nur eine erste Wasserstandsmeldung – dennoch macht es zuversichtlich, dass wir auch dieses Jahr finanziell besser als geplant durchlaufen können.“ (Holger Klemm)

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