Eklatanter Kitaplatz-Mangel

FWG fordert innovative Lösungen

Dreieich - Vor dem Hintergrund des eklatanten Mangels an Kitaplätzen fordert die FWG „innovative Notfall-Lösungen“. Dabei sollten der Fantasie keine Grenzen gesetzt sein, so Fraktionsvorsitzender Marco Lang.

Die Frage nach einer perspektivischen Ausbauquote sei mit Blick auf die aktuelle massive Unterdeckung nachrangig zu betrachten. „Vielmehr muss nach schnellen, unkomplizierten Lösungen gesucht werden, um die derzeit über 100 fehlenden Kitaplätze zu kompensieren und den Rechtsanspruch der Familien auf einen Platz zu erfüllen. “.

Oberste Priorität für die Freien Wähler hat dabei eine intensive Personalakquise. Sie müsse konsequent multimedial und über die Region hinaus erfolgen. Sporadische Anzeigen in der lokalen Presse hält die FWG nicht für ausreichend. Als Ergänzung zum vorhandenen Fachpersonal müsse die Einstellung von Hilfskräften (studentische Aushilfen aus sozialen Studiengängen, FSJler, Praktikanten etc.) geprüft werden. In Anbetracht des Notstands hält es die Fraktion auch für erforderlich, den hohen Qualitätsstandard erst einmal zu senken. Eine höhere Gruppenstärke sei bis zur Eröffnung der neuen Kitas unumgänglich, um schnell weitere Plätze zu schaffen.

Schließlich sollte nach Auffassung der FWG die Förderung privater Modelle untersucht werden, zum Beispiel die finanzielle oder räumliche Unterstützung von Tagesmuttergruppen oder Elterngruppen, die sich um die Betreuung kümmern. Die Freien Wähler regen zudem die Organisation eines Au-pair-Programms an.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Man könne nicht warten, bis die Kita im Heckenborn fertiggestellt ist und die geplanten Erweiterungen der Einrichtungen an der Winkelsmühle und am Wilhelmshof für Entlastung sorgen. Die Stadt müsse nach Alternativen suchen, fordert Lang. Die Freien Wähler schlagen deshalb vor, alle städtischen Räumlichkeiten unter die Lupe zu nehmen, die ansatzweise die Kriterien für die Betreuung von Kindern erfüllten. Konkret denkt die Fraktion an die Seminarräume des Bürgerhauses, die über Küchen und Toiletten verfügten. Daneben gebe es fertige, voll ausgestattete Kita-Container (Smart-Kita), die möglicherweise eingesetzt werden könnten, um die Not zu lindern, so Marco Lang. (fm)

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